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Gisdol setzt auf den Faktor Erholung: „Werden 100-Prozent-Tag brauchen“


Der 1. FC Köln konnte in dieser Woche einmal durchschnaufen. Nicht nur, dass es verhältnismäßig ruhig rund um das Geißbockheim war, auch die Spieler bekamen zu Beginn der Woche zwei freie Tage vom Trainerteam zugesprochen. Markus Gisdol lobte derweil den körperlichen Zustand seiner Mannschaft, der vor allem auch am Sonntag in Frankfurt von enormer Bedeutung sein dürfte.

Köln – Markus Gisdol, so hat man den Trainer in den vergangenen knapp anderthalb Jahren kennengelernt, lässt sich von nichts so schnell aus der Ruhe bringen. „Entspannung und Gelassenheit versuche ich in jeder Lebenslange zu finden“, sagte der 51-jährige am Freitag. Allerdings gab der Schwabe auch zu, dass der gesamte Verein vom Sieg gegen Arminia Bielfeld an, über das Pokal-Aus in Regensburg, bis hin zum Erfolg im Derby einiges zu verarbeiten hatte. „Die letzte Woche war über alle Bereiche gesehen eine Hochbelastungswoche“, sagte Gisdol. „Immer nur zwei Tage zwischen den Spielen, dazu viel Reisen und wenig Schlaf“, sprach der Trainer die enge Taktung zwischen der Bundesliga und dem DFB-Pokal mit zwei Auswärtsspielen binnen weniger Tage an.

Versucht, den Derbysieg zu genießen

Dass die Mannschaft daraufhin am vergangenen Samstagabend solch eine Leistung im Derby abrufen konnte, fast 120 Kilometer lief und mehr Zweikämpfe als der Gegner gewinnen konnte, verlangte Markus Gisdol Respekt ab. „Das hat gezeigt, in welchem Zustand die Mannschaft körperlich ist. Wir sind in den wichtigen Bereichen athletisch unter den Top 10 in der Liga“, lobte der Trainer. In Sachen Laufleistung liegen die Geißböcke nach dem 18. Platz im Vorjahr aktuell auf Rang sechs. In Sachen gewonnener Zweikämpfe steht die Gisdol-Elf derzeit auf Platz sieben. „Das ist eine gute Voraussetzung für weitere erfolgreiche Spiele“, meinte der Fußballlehrer vor dem nächsten Duell gegen Eintracht Frankfurt. Zuvor gab es für die Mannschaft nach einer mental wie körperlich anstrengenden Woche aber zunächst zwei freie Tage. Auch, um die vergangenen beiden Bundesliga-Siege auf sich wirken zu lassen und körperlich zu regenerieren. „Diese Woche haben wir versucht, es nach dem Derbysieg zuzulassen, es zu genießen. Es ist wichtig, dass du jedem ein Stück weit Erholung und Entspannung gönnst, gerade in einer Saison, in der es keine Pausen gibt“, erklärte Gisdol.

Seit Mittwoch liegt der Fokus am Geißbockheim aber wieder vollends auf dem kommenden Gegner. Dieser ist am Sonntagnachmittag kein geringerer als das derzeit formstärkste Team der Liga. 19 von 21 möglichen Punkten hat Eintracht Frankfurt zuletzt gesammelt und dürfte damit gegen den FC nur vor Selbstvertrauen strotzen. „Sie haben beeindruckend gut gespielt“, lobte auch der FC-Trainer die Frankfurter. „Es ist eine hohe Hürde, die dort für uns zu spielen ist. Sie haben einen breiten und körperlich guten Kader.“ Vor allem gegen die von Gisdol angesprochene körperliche Stärke der Eintracht werden die Kölner dagegenhalten müssen. So erkannte schon Elvis Rexhbecaj vor dem Hinspiel, dass Begegnungen mit Frankfurt immer einem wahren Kampf gleichen. „Bei ihnen sind immer elf Krieger auf dem Platz“, hatte der zuletzt überragende Mittelfeldspieler im Oktober gesagt. Daran dürfte sich auch vier Monate später noch nichts geändert haben. Der FC wird also am Sonntag eine physisch ähnlich starken Auftritt benötigen wie zuletzt gegen Gladbach. In Sachen Zweikampfstärke liegen die Frankfurter derzeit noch vor den Geißböcken. Spieler wie Martin Hinteregger oder André Silva gehören dabei zu den zweikampfstärksten der Liga und wissen genau, wie sie ihren Körper in den entscheidenden Momenten einzusetzen haben. Klar, dass Markus Gisdol auch daher sagte: „Ein Schlüssel muss sein, die körperliche Spielweise der Frankfurter aufzunehmen.“

FC mit Selbstvertrauen gegen vermeintliche Favoriten

So gehen die Gastgeber am Sonntag sowohl aufgrund ihrer individuellen Qualitäten als auch aufgrund ihrer aktuellen Formstärke als klarer Favorit in die Partie. Doch gerade in den Spielen als vermeintlicher Außenseiter wussten die Geißböcke bislang zu überzeugen und punkteten bereits gegen Dortmund, Wolfsburg, Leipzig und Gladbach. „So etwas wirkt schon“, meinte auch Markus Gisdol bezüglich der eigenen Stärke gegen die Favoriten. „Wir können einen gewissen Anteil mehr an Selbstvertrauen in so ein Spiel nehmen. Wir wissen, dass wir Stand halten können.“ Auch in der Vorsaison hatten wohl nur die wenigsten in der damaligen Situation an einen Kölner Sieg geglaubt. Spätestens nach dem frühen 0:2-Rückstand sah alles nach einem sicheren Sieg der Frankfurter aus. Doch am Ende setzten sich die Kölner doch noch mit 4:2 gegen das Team von Trainer Adi Hütter durch. Damals trafen Jonas Hector, Sebastiaan Bornauw, Dominick Drexler und Ismail Jakobs zum Kölner Erfolg. Am kommenden Sonntag dürften allerdings andere Spieler die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Schließlich fallen aller Voraussicht nach drei der vier Torschützen aus der vergangenen Saison dieses Mal aus. So weiß auch Markus Gisdol nicht nur aufgrund der Personalsituation und der Frankfurter Qualitäten: „Wir werden auch dort einen 100-Prozent-Tag brauchen.“

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