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Nach Fan-Support: Ärger um Drexler – dieser entschuldigt sich


Der 1. FC Köln kommt nicht zur Ruhe, und erneut geht es an einem Spieltag der Geißböcke um alles, nur nicht ums Sportliche. Nachdem die FC-Ultras die Mannschaft am Freitagabend mit einer Pyro- und Feuerwerks-Show vom Geißbockheim verabschiedet hatten, machte das Video eines Spielers aus dem Bus die Runde und sorgte für neuen Ärger unter den Anhängern. In der Aufnahme hatte sich Dominick Drexler vermeintlich gelangweilt von der Fan-Aktion gezeigt. In einem anderen Video hingegen zeigte sich Trainer Markus Gisdol beeindruckt.

Artikel-Update mit Reaktion der FC-Profis um 15.36 Uhr

Am Mittwoch hatte der 1. FC Köln nach elf Jahren wieder in ein DFB-Pokal-Viertelfinale einziehen wollen. Ein großer Tag für die Geißböcke: Doch tagsüber stand einzig und alleine der Aufstand der Mitglieder und Fans gegen den vermeintlichen Mediendirektor Fritz Esser im Fokus, ehe sich der FC von diesem wieder trennte. Am Samstag nun sollte eigentlich das Derby gegen Borussia Mönchengladbach im Mittelpunkt des Interesses stehen. Stattdessen verbaute sich der Klub auch diesen Fokus wieder selbst.

Großer Aufwand der Fans

Am Freitagabend hatten dutzende Ultras die beiden Mannschaftsbusse der Geißböcke mit einem eindrucksvollen Feuerwerk am Geißbockheim verabschiedet. Es sollte eine motivierende und emotionale Geste sein, schließlich können die Anhänger seit elf Monaten nicht ins Stadion, genauer gesagt: seit dem letzten Auswärts-Derby der Geißböcke bei der Borussia im März 2020. Diesmal wollten die Kölner Fans aber zumindest im Vorfeld ein Zeichen setzen. Nach GBK-Informationen hatten die Ultras die Aktion lange vorbereitet, alleine am Tag selbst hatten sie mehrere Stunden an Vorbereitungszeit investiert, manche Fans hatten sich von ihrer Arbeit freigenommen, um für die Spieler Spalier zu stehen.

Ey, wir wollen jetzt weiterspielen, Mann!

Die ersten Reaktionen fielen positiv aus. Alleine das vom GEISSBLOG.KOELN gefilmte Video erreichte über Instagram und Facebook in kürzester Zeit fast 100.000 Menschen und wurde über 30.000 Mal angesehen. Doch schon nach wenigen Stunden kursierte ein anderes Video. Eines, das ein Spieler des 1. FC Köln (Name der Redaktion bekannt) aus dem an zweiter Stelle fahrenden Mannschaftsbus aufgenommen hatte. Darin war eindeutig Dominick Drexler mit den Worten zu hören: „Ey, wir wollen jetzt weiterspielen, Mann!“ Weil im Bus das Licht ausgeschaltet worden war, um die Aktion der Ultras besser sehen zu können, hatte eine Gruppe an FC-Profis offenbar ihr Kartenspiel nicht fortsetzen können. „Ja, dann mach doch einfach!“, war daraufhin eine andere Spielerstimme zu hören. Ebenfalls soll Drexler die anwesenden Fans als „Spacken“ bezeichnet haben.

 

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Daran entzündete sich in kürzester Zeit der nächste Shitstorm in Richtung FC. Vielfach fielen die Worte „undankbar“, die Fans fühlten sich „verarscht“, die Spieler würden nicht verstehen, was es bedeute, so eine Aktion auf die Beine zu stellen und aktuell nicht ins Stadion zu dürfen. Nach GBK-Informationen schrieben mehrere Fans auch Spielern per WhatsApp. So soll Timo Horn noch in der Nacht reagiert und beschwichtigend geantwortet haben. Es dürfe keine Kluft zwischen Fans und Spielern entstehen, soll der Torhüter geantwortet haben.

Nachdem sich auch Lukas Podolski via Twitter zu dem Vorfall geäußert hatte, gab der Verein am Nachmittag ein Statement von Dominick Drexler sowie der Mannschaft über fc.de heraus. Darin entschuldigte sich Drexler: „Ich bin mit dem FC aufgewachsen und Fan, seit ich denken kann und habe früher selbst in der Kurve gestanden“, hieß es darin. „Dass meine Aussagen einen großen Teil unserer Fans verletzt haben und sie es als beleidigend empfunden haben, kann ich deshalb absolut verstehen. Dafür möchte ich mich bei unseren Fans, insbesondere bei denen die gestern dabei waren, aufrichtig und von Herzen entschuldigen.“ Gemeinsam erklärte anschließend die Mannschaft, dass allen die Bedeutung des Derbys bewusst sei. „Der Support bei der Abfahrt hat uns alle sehr gefreut“, ließ die Mannschaft mitteilen. „Das belegt die Tatsache, dass viele von uns Videos gemacht haben, die wir an Familie und Freunde verschickt haben. Das Statement von Drex, das unbemerkt mit verschickt wurde, war falsch. Und wir alle können nachvollziehen, dass das unsere Fans verärgert hat. Aber Fehler passieren – uns allen, auf dem Platz und neben dem Platz. In solchen Situationen gilt es erst recht als Team zusammenzustehen – und das hinter verschlossenen Türen kritisch aufzuarbeiten. Das werden wir in der kommenden Woche machen und auch das persönliche Gespräch mit den Fans suchen. Heute gilt unsere volle Konzentration Gladbach, wo wir ein richtig gutes Spiel machen und leidenschaftlich kämpfen wollen.“

Das sieht schon geil aus, oder, Männer?

Derweil hatte es auch ein zweites Video aus dem ersten Mannschaftsbus gegeben, in dem unter anderem Trainer Markus Gisdol und Co-Trainer Frank Kaspari gesessen hatten. Darin war Gisdol mit den Worten zu hören: „Das sieht schon geil aus, oder, Männer?“ Der Coach hatte sich beeindruckt ob der Unterstützung gezeigt, etwas, das er schon in der Vorwoche zum Ausdruck gebracht hatte, als mehrere Ultras nach einem Training am Geißbockheim zur Mannschaft gesprochen hatten. Am Freitag hing erneut ein Banner im Franz-Kremer-Stadion. Die Botschaft war diesmal eine positive: „Scheißt auf den Pokal! Gladbach schlagen – Liga halten!“ Diese Aufgabe gilt allen Vorkommnissen zum Trotz weiterhin – ab 18.30 Uhr sollte die Mannschaft eine entsprechende Antwort geben. Andernfalls dürften die nächsten Botschaften der Anhänger anders ausfallen.

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