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Erste „Corona-Saison“ endet: Die verheerende FC-Bilanz


An diesem Wochenende jährt sich ein trauriger Meilenstein in der Bundesliga: Das erste März-Wochenende 2020 hatte letztmals volle Fußballstadien in Deutschland gesehen. Danach begann durch die Corona-Pandemie die Zeit der Geisterspiele – das Duell des 1. FC Köln gegen den SV Werder Bremen beschließt diese erste „Corona-Saison“ mit dem 34. Spieltag vor leeren Rängen. Für den FC bedeutete dieser Einschnitt einen sportlichen Absturz, der das Niveau der schlechtesten Spielzeiten in der Vereinsgeschichte erreichte.

Köln – Gerne verweisen die Verantwortlichen darauf, dass dem 1. FC Köln die Fans im Stadion mehr fehlen als anderen Teams. Wie viele Punkte die Geißböcke zusätzlich geholt hätten, wären in den vergangenen zwölf Monaten Zuschauer im RheinEnergieStadion und anderen Arenen Deutschlands zulässig gewesen, wird sich nie feststellen lassen. Doch klar ist: Seit den letzten FC-Spielen vor ausverkauftem Haus (daheim beim 3:0-Sieg gegen Schalke am 29. Februar 2020, auswärts beim 2:1-Sieg am 6. März 2020 beim SC Paderborn) ging es für die Geißböcke steil bergab. Eine Bilanz nach einem Jahr Corona-Pandemie.

Mit dieser Bilanz ist der FC immer abgestiegen

In der Rückrunde 2019/20 waren es zehn Bundesliga-Spiele, die der 1. FC Köln vor leeren Rängen bestreiten musste. Das Ergebnis: vier Unentschieden, sechs Niederlagen, 13:26 Tore, kein Spiel ohne Gegentor.

In der Saison 2020/21 folgten bislang 23 Bundesliga-Spiele mit fünf Siegen, sechs Unentschieden und zwölf Niederlagen sowie insgesamt 21:41 Toren.

In 33 Bundesliga-Spielen holte der FC 25 Punkte bei einem Torverhältnis von 34:67. Das Heimspiel am Sonntag gegen den SV Werder Bremen ist das 34. Bundesliga-Spiel seit Beginn der Pandemie und schließt diese vermeintliche „Corona-Saison“ ab. Gäbe es dafür eine Tabelle, stünde der FC als Absteiger fest. Nur in den Saisons 2017/18 (22 Punkte) und 2003/04 (23 Punkte) holten die Geißböcke weniger Punkte. Daran würde selbst ein Sieg über Werder Bremen nichts mehr ändern.

Wie viele Punkte braucht der FC für die Rettung?

Das Glück des 1. FC Köln ist, dass die Saison gegen den SV Werder Bremen nicht zu Ende geht, sondern für die Geißböcke erst so richtig beginnen soll – mit einem Endspurt im Kampf um den Klassenerhalt. Denn trotz dieser verheerende Corona-Bilanz liegt der FC nach tatsächlich gespielten 23 Bundesliga-Partien in der Saison 2020/21 auf Rang 14 und damit am rettenden Ufer. Nur einen Spieltag lang belegte der FC in dieser Spielzeit bislang einen direkten Abstiegsplatz (nach dem 8. Spieltag auf Rang 17), seit dem 19. Spieltag können sich die Kölner auf Rang 14 halten.

Ein Platz, den der FC am Ende der Saison mit Kusshand nehmen würde – und wohl auch jeder FC-Fan. Allerdings dürfen sich die Kölner keiner Illusion hingeben. Mit 0,91 liegt der Punkteschnitt pro Spiel in dieser Saison unter dem Niveau, das die Geißböcke für eine Rettung bräuchten. Im letzten Saisondrittel mit den noch ausstehenden elf Partien braucht es also eine Leistungs- und vor allem Ergebnissteigerung im Vergleich zu den trostlosen letzten zwölf Monaten. In der Hinrunde holte die Mannschaft von Markus Gisdol in diesen elf Spielen 13 Punkte. Sollten die Kölner dies wiederholen können, stünden sie am Ende bei exakt 34 Punkten nach 34 Spielen. Diese Zahl bräuchte man wohl mindestens, um den Abstieg zu vermeiden. Dass dies möglich ist, haben die Spieler bereits bewiesen.

18 Kommentare
  1. holger7 says:

    Ich bleibe bei meiner These, dass 32 Punkte dieses Jahr reichen. Ich will nicht so weit gehen, dass sogar 30 reichen könnten. Wenn man 34 bräuchte, dann müssten Bielefeld, Hertha und Mainz in den letzten 11 Spielen fast so viel Punkte (16/17) holen, wie sie bisher in 23 Spielen geholt haben (alles rein statistisch gesehen).

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      • walking angel says:

        MG war der einzige, brauchbare Trainer, der den FC letzte Saison in aussichtsloser Situation noch vor dem Abstieg rettete, schon vergessen?
        Welcher Trainer wäre denn jetzt der richtige?
        Ich wünsche mir einen FC gegen Bremen mit Kampf und Siegeswillen als gäbe es nur noch diese Spiel, genauso wie am 34. Spieltag letzte Saison Bremen auftrumpfte, soll es nun der FC machen, ein 6:1 muss es ja nicht gerade werden, 1:0 reicht.

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  2. Bob Brown says:

    Fakt ist einfach, wenn wir offensiv und Mutig spielen ist einiges möglich. Sich aber von Minute eins gegen Aufsteiger ect. hinten rein zu stellen kann nur nach hinten los gehen. Defensive beginnt ganz vorne mit entlastenden Angriffen, wenn du da gar kein Bock drauf hast ist die logische Schlussfolgerung eine Niederlage, fast jede Mannschaft ist in der Lage innerhalb von 90 Minuten ein Tor zu erzielen wenn der Gegner sich nur hinten rein stellt und die eigenen Innenverteidiger so dermaßen wenig zu tun haben dass sie auch noch mit stürmen können. Klar fehlen die Fans aber das ist ganz sicher nicht der Grund.
    Gisdol spricht schon seit letzter Saison davon dass erst mal an der Defensive gearbeitet wird und wir uns langsam in die Offensive vorarbeiten. Die Saison 21 ist fast vorbei und der hängt immer noch in der Defensive.
    Unsere Mannschaft ist gut, wenn ich einen Mere sehe, einen Skhiri, Bornouw, Duda , Dennis. Die können alle fussball spielen. Es liegt an der Taktik und der Ausrichtung. Glaube Gisdol trainiert nicht mal Laufwege oder Spielzüge, verhalten ohne Ball oder sonst was. Das was der da macht kann ich und wahrscheinlich fast jeder Fan auch. Keine Handschrift, keine Entwicklung und keine Emotionen von der Seitenlinie. Der Ergibt sich schon vor dem Spiel

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