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Trotz großer Personalsorgen: FC-Frauen haben Aufstieg im Blick


Das lange Warten hat ein Ende: Etwas mehr als fünf Monate sind seit dem letzten Meisterschaftsspiel der Fußballerinnen des 1. FC Köln vergangen. Am Sonntag nimmt die Zweite Bundesliga Süd ihren Spielbetrieb wieder auf. Für den 1. FC Köln wird es jedoch ein Restart unter erschwerten Bedingungen. Am großen Ziel des Wiederaufstiegs ändert das jedoch nichts. 

Es war ein Traumstart, den das Team von Trainer Sascha Glass im Oktober hinlegte. Die ersten drei Spiele gegen Saarbrücken (2:1) und die Reserven aus München (3:1) und Hoffenheim (2:1) konnte der Absteiger alle für sich entscheiden, setzte sich direkt an die Tabellenspitze des Bundesliga-Unterhauses. Die Kölner wähnten sich bereits auf einem guten Weg zum vierten Aufstieg nach 2015, 2017 und 2019.

Seit dem Pokal-Aus kein Pflichtspiel mehr

Dann machte ihnen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Der erneute Lockdown zwang auch die Zweite Frauen-Liga in eine Pause. Seit Ende Oktober ruht der Ball. Einzig im DFB-Pokal war das Team noch zweimal im Einsatz. Am 1. November konnte Bayer Leverkusen in der zweiten Runde mit 1:0 niedergerungen werden. Im Achtelfinale Anfang Dezember folgte jedoch das Aus mit dem 1:6 gegen Hoffenheim. Danach wurde es still um die FC-Frauen.

Immerhin: Am 11. Januar konnte das Team wieder ins Training starten – unter Einhaltung eines Corona-Hygienekonzepts. Unter anderem werden die Spielerinnen zweimal wöchentlich auf das Virus getestet. Ab Sonntag kann das Unternehmen direkter Wiederaufstieg endlich weiter in Angriff genommen werden. Die Personalsituation bei den FC-Frauen hat sich in der Zwischenzeit jedoch dramatisch angespannt.

Drei Kreuzbandrisse plus drei weitere schwere Verletzungen

Schon im tristen November traf das Verletzungspech zwei Kölnerinnen. Johanna Tietge (Knorpelschaden) und Lena Lotzen (Kreuzbandriss) waren bereits seit Monaten zum Zuschauen verdammt. Sonja Giraud erlitt im November einen Meniskuseinriss und Kristina Hild sprang die Kniescheibe heraus. Als ob dies nicht schon genug wäre, setzte sich das Kölner Pech im neuen Jahr fort. Eunice Beckmann zog sich einen Muskelbündelriss zu.

Am schlimmsten traf es jedoch Theresa Gosch und Carolin Schraa. Im Testspiel gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt (1:2) riss bei Gosch das Kreuzband. Dasselbe Schicksal ereilte Schraa in der vergangenen Woche. Das Training am Geißbockheim war fast schon vorbei, als bei der Stürmerin das Kreuzband riss. Sie wurde noch am selben Abend operiert. Beide Spielerinnen werden bis weit in die kommende Saison hinein ausfallen.

So ein Jahr habe ich noch nicht erlebt

Bei Hild und Beckmann hofft Sascha Glass auf eine Rückkehr im April. „So ein Jahr habe ich noch nicht annähernd erlebt“, kann der Coach das Verletzungspech nicht fassen. Der Kader im Training umfasst aktuell gerade mal 13 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen. In der Personalnot wurden Leonie Krump aus der U17 sowie Laura Vogt und Meike Meßmer aus der zweiten Mannschaft ins Zweitliga-Team berufen.

Ein für das vergangene Wochenende geplanter Test gegen den Liga-Konkurrenten aus der Nordstaffel, FSV Gütersloh, wurde aufgrund der angespannten Personalsituation kurzfristig abgesagt. Ein Klagelied möchte Sascha Glass jedoch nicht anstimmen: „Wir freuen uns, dass es jetzt endlich wieder um Punkte geht.“ Insgesamt testeten die FC-Frauen in der Vorbereitung dreimal. Neben dem bereits angesprochenen Duell gegen Eintracht Frankfurt ging es zweimal gegen den Nord-Zweitligisten Borussia Bocholt (3:0/3:2).

Schaber soll Offensive verstärken

Auf die dünne Personaldecke reagierte der FC zwischenzeitlich und verpflichtete Ricarda Schaber ablösefrei vom Bundesligisten SC Sand. Die ehemalige Junioren-Nationalspielerin ist Glass aus gemeinsamen Tagen dort bestens bekannt: „Wir kennen sie gut und wissen, über welches Potenzial sie verfügt. Sie hat einen guten Abschluss, ist technisch stark und überzeugend im Eins gegen Eins.“ Die 23-Jährige soll die Offensive des FC weiter beleben.

In der Zweiten Bundesliga soll, sofern es die Pandemie zulässt, die gesamte Saison gespielt werden. Dies bedeutet für den FC bis zum letzten Spieltag am 6. Juni noch insgesamt 13 Partien. Insbesondere der April wird intensiv mit fünf Spielen in 24 Tagen. Immerhin meinten es die Spielplan-Gestalter gut mit den Kölnerinnen: An einem Wochenspieltag (31. März) sind sie regulär spielfrei, zweimal spielen sie zuhause gegen Ingolstadt und Bayerns Reserve. Einzig Mitte Mai müssen sie einmal unter der Woche auswärts antreten, die Reise zu Frankfurt II hält sich kilometermäßig jedoch auch im Rahmen. Den großen Traum des Aufstiegs haben alle im Team weiter fest im Visier. Der vierte Aufstieg soll der letzte bleiben. Das Fahrstuhl-Image der vergangenen Jahre wollen die Kölner endlich loswerden. Die Vorzeichen stehen gut, trotz der aktuell dünnen Personaldecke.

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