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Daten als Hoffnung: Der FC spielt unter Funkel besseren Fußball


Viele Kritiker sagen: Der 1. FC Köln hat sich zu spät von Markus Gisdol getrennt und Friedhelm Funkel installiert. Die vier bisherigen Partien unter dem 67-jährigen liefern Gründe zu der Annahme, dass dieser Vorwurf an die FC-Verantwortlichen korrekt ist. Denn die Geißböcke zeigen sich unter dem Interims-Coach tatsächlich verbessert. Das macht Hoffnung für die letzten zwei Saisonspiele.

Köln – Friedhelm Funkel hat erst zweimal in seiner langen Trainer-Karriere gegen seinen Kollegen Pal Dardai gespielt. Das jedoch sehr erfolgreich: 2018/19 gewann Fortuna Düsseldorf unter Funkels Leitung mit 4:1 und 2:1 gegen Hertha BSC. Der 67-jährige braucht mit dem 1. FC Köln am Samstag ebenfalls dringend einen Sieg, ansonsten könnte sich die Hoffnung auf den Klassenerhalt nach 33 Spieltagen in Abstiegstränen verwandeln.

Das 1:4 gegen den SC Freiburg war ein herber Dämpfer für die Geißböcke, ein übler Rückfall in schlimmste Gisdol-Zeiten mit einer lethargischen ersten Halbzeit, die letztlich die Punkte kostete. Doch insgesamt hat sich der FC in den vier Spielen unter Funkel verbessert. Schon das 0:3 gegen Leverkusen hatte Ansätze gezeigt, die Hoffnung machten und die sich gegen Leipzig und Augsburg in Punkte verwandelten. Auch die zweite Halbzeit gegen Freiburg lieferte einige Argumente, mit denen sich die Kölner Selbstvertrauen für die Partien gegen Hertha und Schalke holen können. Das zeigt auch die Analyse der Daten-Experten von CREATEFOOTBALL.

Kölns Offensivspiel in allen Bereichen besser

Im Auftrag des GEISSBLOG.KOELN stellten die Analysten die FC-Leistungen in dieser Saison unter Markus Gisdol jenen unter Friedhelm Funkel gegenüber. Auffällig: Mit und gegen den Ball hat Funkel entscheidende Werte seiner Mannschaft verbessert. In der Abwehrarbeit hat sich die Quote der gewonnenen Defensivzweikämpfe von 61,1 auf 63,4 Prozent erhöht, ebenso gewinnen die Kölner statt 44,15 Prozent inzwischen 48,35 Prozent aller Kopfballduelle. Darüber hinaus hat Funkel die Pressinglinie nach vorne verschoben, lässt den Gegnern weniger Pässe, ehe die Kölner attackieren. Das hat zu erfolgreicheren Pressingaktionen mit Ballgewinn geführt (46% unter Gisdol, 52% unter Funkel).

Eine direkte Folge des aggressiveren Pressings: mehr Torchancen. Kreierte der FC unter Gisdol gerade einmal 3,6 Chancen pro Spiel, sind es unter Funkel nun 4,8 Tormöglichkeiten pro Partie, kombiniert mit einer um fünf Prozent besseren Chancenverwertung. Auch die Abschlüsse nach Kontern haben sich erhöht, in diesem Fall sogar mehr als verdoppelt (1,1 unter Gisdol – 2,3 unter Funkel). Der FC spielt zielstrebiger, hat seine Anzahl an Torschüssen deutlich erhöht (9,2 pro Spiel unter Gisdol – 12,5 unter Funkel) und nutzt dabei auch ein deutlich aktiveres Spiel mit dem Ball. Obwohl die Funkel-Elf in ihren vier Spielen zweimal gegen Top-Teams ran musste (Leverkusen, Leipzig), steigerten die Geißböcke ihre Ballbesitz-Werte von 44,8 Prozent auf 49 Prozent.

Bessere Defensivwerte, aber mehr Gegentore?

Ein Problem hat Funkel jedoch noch nicht in den Griff bekommen: Trotz deutlich verbesserter Defensivwerte kassieren die Geißböcke weiter zu viele Gegentore, unter Funkel sogar mehr als unter Gisdol (2,5 Gegentore pro Spiel statt 1,7). Laut CREATEFOOTBALL war dies aber vor allem überdurchschnittlich effektiven Angriffsreihen der Gegner geschuldet. Zwar hat sich unter Funkel auch der erwartete Gegentor-Wert erhöht (von 1,64 auf 1,8). Daraus machten Leverkusen, Leipzig, Augsburg und Freiburg jedoch überdurchschnittlich viele Tore (2,5). Insgesamt hätten die Kölner Defensivwerte eigentlich dafür sprechen müssen, dass die FC-Abwehr stabiler steht. So bleibt die Hoffnung, dass Hertha BSC und Schalke 04 offensiv nicht dieselbe Durchschlagskraft zeigen wie die letzten Kölner Gegner. Dann könnte es mit den anvisierten zwei Siegen und somit dem Klassenerhalt doch noch klappen.

30 Kommentare
    • maradonna sagte:

      Schmadtke hatte nicht alles richtig gemacht, aber er hatte ein Näschen für Stürmer!
      Dann kommt Veh, und anstatt dass er die Dinge besser macht die Schmadtke nicht konnte, macht er diese Dinge genauso schlecht und reißt er noch die Dinge ein, die unter Schmadtke gut liefen. Ein Guirassy hätte in dieser Saison sehr geholfen!
      Das ist denke ich das Hauptproblem. Es findet kein geordneter Übergang bei der sportlichen Geschäftsführung statt. Immer hat nur einer das Sagen, in der Wirtschaft läuft es anders. Außer man hat es mit Schrott-Firmen zu tun, die irgendwann pleite gehen.

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      • Kurti sagte:

        Näschen für Stürmer?
        Absurdes Statement.
        Cordoba überteuert gekauft und hat Jahre gebraucht um zu treffen
        Guirrassy stolperte damals mehr als er traf.
        Zoller trifft jetzt in Bochum
        Einzig Modeste war ein Volltreffer.
        Dann holte er noch: Exslager, Pzesko.Ishak,Deyerson;Przybylko,Hosiner, Thiel,Clemens, Pizzarro

        Wenn Schmadtke ein Näschen hatte, dann muss er sehr verschnupft gewesen sein

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        • Boom77 sagte:

          Musst du nicht für voll nehmen. Maradonna schreibt hier immer so haltlose Sachen, um hier entsprechenden Aufruhr zu generieren. Das macht ihm Freude. Sieht man auch an seiner Behauptung vor ein paar Tagen, dass der Schmadtke erkannt hätte, dass man auf der linken Offensivposition einen guten und schnellen Spieler mit linkem Fuß braucht, der die Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnt. Man fragt sich dann aber, warum der Herr Schmadtke auf dieser Position nur den Filip Mladenovic veprlichtet hat und sonst nichts, wenn er das doch erkannt haben will… oder fällt das unter „Einsicht ist der erste Schritt zum Nichtstun“?? ;)

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          • maradonna sagte:

            irrenhaus,
            Nein Schmadtke hatte es erst verstanden nachdem er entlassen war, nach einer eingehenden Analyse.
            Ihr verhaltet euch genauso wie die oberen des FCs!
            Also passt ihr doch gut zusammen

          • Boom77 sagte:

            Ich hätte es bevorzugt, wenn der Schmadtke das verstanden hätte, während er noch für uns tätig war. Nachdem er weg war, bringt diese angebliche Erkenntnis null für uns, oder?

  1. Hennes48 sagte:

    Die Statistik zeigt aber einmal mehr, dass die Abwehr insgesamt mangelhaft ist. 60 Gegentore…da braucht es nicht viel Sachverstand, um darauf zu kommen.
    Und ein Thema läuft für mich ja schon lange unter dem Radar.: die Torwartposition des FC!
    Der FC hat das zwar im Grunde erkannt, aber nicht den Mut gehabt die notwendige Konsequenz zu ziehen! (Halbgare Verpflichtung von Zieler, ohne faire Chance)
    Timo Horn hat einfach nicht die notwendige Qualität, die ein Buli-Torhüter benötigt!
    Er klebt nicht nur bei Flanken häufig regelrecht auf der Linie…springt mittlerweile bei Torabschlüssen kaum noch ab…und sein Torwartspiel bei Abstößen und Abwürfen ist ebenfalls nicht ausreichend. Lediglich mit Reflexen kann er ein wenig punkten…aber das reicht insgesamt keinesfalls aus…übrigens auch nicht für die 2.Liga…Wann hat er dem FC mal einen Sieg „gerettet“??? Einen sogenannten „Unmöglichen“ gehalten???
    Das ist übrigens kein plumpes „bashing“, sondern meine sachliche, persönliche Einschätzung zu Timo Horn. Ich bin überzeugt, dass der FC in diesem Sommer eine neue Nr.1 braucht…zwingend einen neuen Impuls auf dieser Position!

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    • Kurti sagte:

      Sehe ich genauso.
      Timo stagniert seit 3 Saisons.
      Das er uns Punkte gerettet hat erinnere ich ebenfalls nicht (ausser gegen Red Bull Leipzig), er halt dann mal das 0:3 oder 0:4 auf.
      Darum ist er damals beim letzten Abstieg auch beim FC geblieben, weil er woanders auch keinen Vertrag bekommt.
      Wurde dann ja als „Kölsch Jung repariert den Unfall “ vermarktet.
      Ich kann Krahl nicht beurteilen, aber lese oft gutes über ihn.
      Einfach mal einem jungen eine Chance geben!

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    • Jose Mourinho sagte:

      Horn hat sich diese Saison deutlich stabilisiert und rangiert im kicker Notenschnitt mit einer ordentlichen 2.95 auf Position 9. Natürlich kann jeder seine persönliche Meinung haben, aber zu postulieren, dass reiche nicht mal für die 2.Liga ist schon extrem weit hergeholt. Bedenkt man zudem, wie die finanziellen Möglichkeiten des Clubs sind und das Horn einen Vertrag bis 2023 hat, haben wir ganz andere Baustellen als die TW Position.

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      • maradonna sagte:

        Was willts du mit denen diskutieren?
        Horn gewinnt mehr als 55% der Zweikämofe als Aussenverteidiger, spielt keine Rolle. Die Fans brauchen immer genau einen Spieler auf den man die Wut projezieren kann

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      • Fuenf sagte:

        Sehe ich anders, der Kicker-Notendurchschnitt – geschenkt.
        Man muss doch nur die Augen aufmachen und sich Herrn Horn Spiel für Spiel 90 Minuten angucken.
        Der 1.FC Köln hätte mit einem Torwart, der das auch ausstrahlt Torwart zu sein, der keine Angst vor dem Ball hat, der keine Angst vor dem Stürmer hat und der keine Angst davor hat, sich weh zu tun und mit dem Ball das Spiel schnell machen kann mehr Punkte.

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        • Gerd1948 sagte:

          Ist ja überhaupt kein Problem fuenf. Ich meine jedenfalls gesehen zu haben, dass er zumindest am schnellen Umschalten gearbeitet hat, da gehören aber auch immer zwei zu. Generell galt in der 1. Halbzeit gegen Freiburg, das der die ärmste Sau war ,der den Ball hatte. Vllt braucht es ja „nur“ neue Impulse oder DOCH nen anderen Torwarttrainer. Ich denke doch zumindest, das Timo sich WIEDER steigern könnte. Es bleibt aber 100% bei der Aussage, dass ein Torwart hinter einer Wackel Defensive irgendwann auch fehlerhafter wird.

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          • Fuenf sagte:

            Natürlich kein Problem und ich verstehe natürlich worauf du hinaus möchtest.
            Nur aus meiner Sicht wird andersherum ein Schuh draus.
            Die Position Torwart ist die einzige Position auf dem Platz, auf die man taktisch keinen Einfluß nehmen kann. Der Torwart ist nun mal der Torwart und muss zwingend adäquat besetzt sein. Wenn du als Verteidiger weißt, dass der Typ hinter dir gleich wieder durch den Strafraum krabbelt, aber nicht das tut, was du von ihm erwartest, trägt das dazu bei, dass ein ganzer Abwehrverbund wackelt. Das er nicht das ganze Desaster allein zu verantworten hat, versteht sich von selbst.

        • Hennes48 sagte:

          Exakt,meine Meinung…und klar hat das Abwehrverhalten einen entsprechenden großen Einfluss auf die Torwartleistung…aber dennoch…gegen Freiburg sah er beim 0:2 und 1:4 beispielhaft für viele Gegentore eben auch wieder extrem schlecht aus…ich sehe ihn halt absolut nicht stark genug!

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          • Gerd1948 sagte:

            Erschließt sich mir ja auch nicht, warum man nie nen Konkurrenzkampf ins Kalkül gezogen hat. Timo ist weder ein Torwart der Titel gewonnen hat, noch sonst einen Status hätte, der es verbietet angegriffen zu werden. Konkurrenzkampf fördert Leistung, das gilt auf jeder Position.

  2. Norbert Furmanek sagte:

    Also Herr Merten . Defensivzweikämpfe um 2,3 Prozent verbessert, Wow ! 4,2 Prozent mehr Kopfballduelle gewonnen . Wow ! Welche ? Waren es auch die ,,wichtigeren “ oder nur die, die sowieso nichts eingebracht hätten ? Und das 6 Prozent besser gepresst wurde sagt doch auch nichts aus ! Wann und wo wurde gepresst ? Am gegnerischen 16 er ? Nach einem Rückstand ? In den letzten 20 Minuten ? Die vielen Gegentore sprechen eine andere Sprache . :—(((((

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    • CK sagte:

      Die Gegentorquote ist doch durch das unsägliche 1:4 gegen Freiburg statistisch nicht Aussagekräftig. Kriegen wir das Tor stehts 2:2 und wir machen entweder noch das 3:2 oder retten den Punkt…

      Das hat den Spielern einfach den Willen gebrochen in dem Moment.

      Wobei die Arbeitsverweigerung von J. HORN trotzdem bedenklich war…

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  3. wiwakoe sagte:

    Auch unter F.Funkel haben die Spieler gegen
    Freiburg in der ersten Hälfte nicht in das Spiel gefunden. Wir sind im Abstiegskampf und dann finden wir eine ganze erste Halbzeit nicht ins Spiel??? Für mich heißt Abstiegskampf was das Wort sagt: Kampf und sonst nichts. Ich hoffe,dass wir gegen Berlin sofort im Spiel sind, zumal die Berliner so viele verletzte und gesperrte haben das die Probleme haben werden eine brauchbare Mannschaft auf die Beine zu stellen.
    Ich erwarte ein schlachtfest (vom Ergebnis her) und nichts weniger.Wenn nicht jetzt wann dann.

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