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Entscheidung in einem Jahr: Aber Reker weiß von nichts


Das Geißbockheim ist noch das Zuhause des 1. FC Köln. Wenn es nach dem FC geht, bleibt das auch so. Was die Politik will, ist dagegen unklar. Oberbürgermeisterin Henriette Reker überraschte unter der Woche mit der Aussage, sie würde „auch mal gerne wissen“, wie es mit den Ausbau-Plänen des Klubs weitergehe. Dabei müsste sie es sehr genau wissen. Nach GBK-Informationen gibt es einen klaren Zeitplan, der auch mit der OB abgesprochen ist.

Köln – In der Bild stellte sich Reker in einem Interview unter der Woche ahnungslos. Auf die Frage, was mit dem Geißbockheim passiere, sagte die 64-jährige: „Das würde ich auch mal gerne wissen.“ Und auf die Frage, ob sie einen Wegzug des FC gar in eine andere Stadt am Rande Kölns befürchte, falls der Ausbau auf der Gleueler Wiese nicht genehmigt werde, fuhr sie fort: „Ich glaube nicht, dass das passiert. Schließlich ist das Geißbockheim die Heimat des FC. Dort hat er seine Wurzeln.“

Zuversichtlich, dass die Gerichte unsere Pläne bestätigen

Reker ignorierte damit einerseits den Fakt, dass der Zustand des Geißbockheims nicht mehr zeitgemäß ist und der geplante Ausbau kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für einen professionellen Fußballklub wäre – und ein Umzug notwendig würde, falls die Ausbaupläne scheitern sollten. Darüber hinaus gab sich Reker ahnungslos über den weiteren Fortgang des Projekts, obwohl dieser rechtlich klar geregelt ist – trotz des Moratoriums, das Grüne, CDU und Volt nach den Wahlen im vergangenen September in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen hatten.

Nachdem der Stadtrat am 18. Juni 2020 für die FC-Ausbaupläne gestimmt hatte und die Änderung des Flächennutzungsplans im Herbst 2020 beschlossen worden war, hatte die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“ Klage gegen den Ausbau eingereicht. Dadurch wurde ein Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster eingeleitet, und dieses läuft nun seit Dezember 2020. Beim 1. FC Köln rechnet man damit, dass dieses Verfahren bis ins Frühjahr 2022 hinein dauern wird, dann aber zu einem Ergebnis kommen wird – zugunsten der Geißböcke. „Wir haben bewusst ein Zielabweichungsverfahren durchlaufen, um Rechtssicherheit zu haben“, erklärte Geschäftsführer Alexander Wehrle dem GEISSBLOG. „Daher sind wir zuversichtlich, dass die Gerichte unsere Pläne bestätigen werden.“

Entscheidung im Frühjahr 2022

Bei dem Normenkontrollverfahren prüfen die Richter keine inhaltlichen Fragen mehr, sondern nur die Einhaltung der Normen. Sofern bei dem Prozess, der zu dem bereits von allen Seiten unterzeichneten städtebaulichen Vertrag geführt hatte, alles mit rechten Dingen zugegangen ist, stehen die Chancen für den FC gut, spätestens im Frühjahr 2022 das Go für den Geißbockheim-Ausbau zu bekommen – nach dann einem über achtjährigen Planungs- und Antragsverfahren. Zwar könnten die Bürger- und Umweltinitiativen bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig weiter klagen. Eine zwischenzeitliche Baugenehmigung für den 1. FC Köln wäre dann aber wahrscheinlich. Auch OB Reker dürfte das wissen.

Politiker besuchten Geißbockheim

Bereits am Mitgliederstammtisch am 7. April hatte sich Vizepräsident Eckhard Sauren klar geäußert und zu den Ausbauplänen gestanden. „Wir wollen das Leistungszentrum an Ort und Stelle bauen“, sagte Sauren und eröffnete, dass der FC das Geißbockheim einigen Politikern zur Begehung geöffnet habe. Dies habe „einigen die Augen geöffnet“ für die Notwendigkeit des Aus- und Umbaus. Sauren bezeichnete den Geißbockheim-Ausbau als „wichtigstes Zukunftsprojekt“ des Klubs und erklärte, man werde mit aller Kraft dafür kämpfen und den aktuell „sehr konstruktiven Dialog“ mit der Kölner Politik fortführen. Offenbar scheint Oberbürgermeisterin Henriette Reker von diesem Dialog allerdings nichts zu wissen.

12 Kommentare
  1. Toni10 sagte:

    Ich finde die Stadt Köln nur noch peinlich.. Wer wählt eine Reker zur OB?
    Dazu kommt, dass der FC 8 Jahre kämpfen muss um das Geißbockheim auszubauen und alle laufen Sturm weil 2 Rasenflächen durch Kunstrasenplätze versiegelt werden und Bayer Leverkusen bekommt umgehend eine Genehmigung um auf Kölner Stadtgebiet (Stammheim) Kunstrasenplätze zu bauen.
    Ich würde als FC das weite suchen und an einem neuen Standort ein Trainingszentrum für Profis und Jugend bauen und das Geißbockheim für die Frauen Mannschaften nutzen.

    Gleiches Thema mit dem Stadion. Hier hat man sich von der Stadt Köln damals auch verarschen lassen. Nur wir zahlen 7-8 Mio Miete in Deutschland und dann wird dem FC von der Stadt immer Steine in den Weg gelegt.

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  2. Effzeh Nelson sagte:

    Reker- nur eine weitere Fahne im Wind. Es gibt nur noch wenige Politiker mit Charakter und einem Wort, das auch ohne Vertrag zählt.

    Leider glaube ich nicht mehr daran, dass wir eine notwendige bzw. überfällige Erweiterung „zu Hause“ haben werden können.

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