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Lemperle mit „unfassbarer Leistung“ – Sorgen um Roloff


Es war eine Willensleistung, die die U21 des 1. FC Köln gegen Rot-Weiss Essen an den Tag legte: Trotz einstündiger Unterzahl hat die Mannschaft von Trainer Mark Zimmermann die Gäste aus dem Ruhrgebiet mit 2:1 (2:0) niedergerungen, deren Aufstiegsträume dadurch so gut wie geplatzt sein dürften. Tim Lemperle überragte in der Offensive, Sorgen gab es jedoch um den Torwart Julian Roloff.

Aus dem Südstadion berichtet Daniel Mertens

Sie werden wohl kaum einen Antrag stellen, ihre Heimspiele fortan immer im Südstadion auszutragen. Aber ganz offensichtlich fühlt sich die U21 in Zollstock pudelwohl, was auch der Favorit aus Essen zu spüren bekam. RWE präsentierte sich in der Defensive jedoch anfällig, was Tim Lemperle gnadenlos ausnutzte.

Mann des Spiels

Es waren nahezu identische Tore, die dem FC in der ersten Hälfte eine 2:0-Führung einbrachten. Tim Lemperle verwertete zwei erstklassige Zuspiele in die Sturmspitze von Lukas Nottbeck und Joshua Schwirten (11./27.). Auch danach blieb Lemperle gefährlich und lauerte auf weitere Torchancen. „Unser Matchplan ist aufgegangen“, freute sich der 19-Jährige, „wir haben unsere Konter gut ausgespielt, auch wenn wir aus drei, vier weiteren Kontern noch mehr machen können oder sogar müssen, um mehr Klarheit reinzubringen. Alles in allem war es ein super Auftritt von uns heute.“ Auch Trainer Mark Zimmermann war nach der Partie voll des Lobes für Lemperle: „Unfassbar, was der Junge heute geleistet hat. Die Messlatte hat er jetzt hoch gelegt.“

Knackpunkt des Tages

Es war ein Moment, in dem die Partie hätte kippen können. Vincent Geimer foulte im eigenen Strafraum Simon Engelmann. Es gab nicht nur Elfmeter, sondern auch die Rote Karte wegen Notbremse (31.). „Wir hatten im Zentrum ein Loch, das Engelmann genutzt hat“, reflektierte Geimer nach dem Spiel die Situation. „Er hakt sich gut bei mir ein, ich ziehe ihn auch runter. Bei der Roten Karte war ich aber geschockt, Gelb wäre auch in Ordnung gewesen. Wir haben nur noch zwei Spiele, das könnte heute also mein letztes Spiel gewesen sein. Ich hoffe, dass es nur ein Spiel Sperre gibt und ich noch ein Spiel für den FC machen kann.“ Geimer wird den FC nach der Saison verlassen und zurück in die Oberliga wechseln. Den fälligen, flach geschossenen Strafstoß von Dennis Grote konnte Julian Roloff jedoch parieren (32.). Wäre hier schon der Anschlusstreffer gefallen, wäre die Aufgabe für den FC vermutlich noch deutlich schwieriger geworden. Stattdessen verpasste Joshua Schwirten im direkten Gegenzug sogar das 3:0.

Torwart des Tages

Julian Roloff war der tragische Held des Spiels. Mit seiner Parade beim Essener Elfmeter hielt er seine Mannschaft im ersten Durchgang die 2:0-Führung fest. Beim 2:1 durch Dennis Grote war er machtlos (61.). In der Schlussphase musste der Keeper jedoch zunächst behandelt und dann ausgewechselt werden. Für ihn kam Vincent Friedsam in die Partie (73.). Roloff wurde mit Augenproblemen ins Krankenhaus gefahren, doch schon im Laufe des Nachmittags besserte sich der Zustand des Torwarttalents.

Fazit

„Ich bin schon ein bisschen stolz, geschlossener kann man nicht auftreten.“ Mark Zimmermann zeigte sich nach der Partie äußerst zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft und ergänzte: „Es war eine Willensleistung, ich habe die Mannschaft noch nie so fighten gesehen.“ Am Ende wäre aufgrund des Essener Drucks ein Unentschieden durchaus leistungsgerecht gewesen, doch die Kölner verteidigten ihren Vorsprung leidenschaftlich. „Ich hatte auch nach dem Anschlusstreffer keine Zweifel, weil die Stimmung und der Zusammenhalt auf dem Platz gut waren.“ Mit dem Dreier knackte die U21 die 60-Punkte-Marke und baute den Vorsprung auf den sechsten Platz in der Tabelle aus. Mit dem Coup erspielte sich das Team auch zwei trainingsfreie Tage. Am Mittwoch startet die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Samstag beim SC Wiedenbrück.

5 Kommentare
    • Ottla sagte:

      Die systematischen Anfeindungen des Stadions bei jeder nicht ganz so gelungenen Aktion von Guirassy hat mich immer sprachlos gemacht! Der Junge hatte hier nie eine Chance und damals fand ich diese Zuspitzung auf ihn geradezu rassistisch, das muss ich ganz ehrlich sagen. Erklären konnte ich es mir anders nicht. Man konnte damals schon sehen, dass er was kann und sich was traut! Als Blut-Junger ging dann zwar viel in die Hose, ABER ein Stürmer muss genau das machen: sich trauen, und nicht auf Nummer Sicher spielen. Von Anfang an – du musst diesen Spirit auf der Position entwickeln. Offenbar hat das bei Guirassy nun gefruchtet. Verjagt hat ihn das ach so spürbar andere FC Stadion. Das fand und finde ich jammerschade. Der könnte uns helfen!

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