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Zielland Japan: Holt der FC einen Spieler als Botschafter?


Der 1. FC Köln richtet seine internationale Strategie auf ein neues Zielland aus: Japan. Das hat Präsident Werner Wolf auf der Mitgliederversammlung vor einer Woche bestätigt. In der Geschichte der Geißböcke trugen bislang vier Japaner das FC-Trikot. Künftig soll die Marke 1. FC Köln in Japan gestärkt werden. Holen die Kölner dafür einen japanischen Spieler als Botschafter?

Köln – Werner Wolf machte es den Mitgliedern deutlich: „Wir gehen nicht blind in den größten Markt, sondern fokussieren uns auf Märkte und Partner, mit denen uns nicht nur interessante Zahlen, sondern ein Gefühl verbindet“, sagte der FC-Präsident mit Blick auf die Internationalisierung des Klubs. „So sind wir auf einen sehr zentralen Markt gekommen: Japan. Littbarski, Podolski, Okudera und Yuka Hirano von den FC-Frauen – das sind nur vier Anknüpfungspunkte, sehr bekannte Spieler, mit denen wir in diesem fußballverrückten Land punkten können.“

Bochum holt japanischen Torjäger

Viel mehr Anknüpfungspunkte hat der FC allerdings auch nicht. Yuya Osako, Tomoaki Makino und Kazuki Nagasawa waren neben Yasuhiko Okudera die vier Japaner im FC-Trikot. Neben Pierre Littbarski und Lukas Podolski war vor allem Milivoje Novakovic noch der große Japan-Export der Kölner. (Haben wir jemanden vergessen, GBK-Community? Dann lasst es uns in den Kommentaren wissen!)

Wer aber wird der nächste Japaner im Trikot des 1. FC Köln? Sicher ist: Der wohl attraktivste Kandidat für diesen Sommer ist seit Mittwoch vom Markt. Takuma Asano, einst in Stuttgart und Hannover, wechselt ablösefrei zum VfL Bochum. Der Linksaußen hatte in der vergangenen Saison für Partizan Belgrad überragende 18 Tore markiert sowie acht weitere vorbereitet und hatte seinen Vertrag im Mai nach ausstehenden Gehaltszahlungen gekündigt. Statt des FC schnappte sich nun der Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet den 26-jährigen Außenbahnspieler.

Diese Japaner spielen bei anderen Bundesligisten

Auch ein anderer Japaner wechselte am Mittwoch in die Bundesliga: Hiroki Ito wechselt zum VfB Stuttgart und soll dort über die U21 an die Profis herangeführt werden. Der 22-jährige ist ein hochgewachsener Innenverteidiger, der bereits für die japanische U21 aufgelaufen ist und bislang in seiner Heimat vornehmlich in der Zweiten Liga gekickt hat. Nun trifft er beim VfB u.a. auf seinen Landsmann Wataru Endo, den die Schwaben vor einem Jahr für 1,7 Mio. Euro aus Belgien holten und der inzwischen rund zehn Mio. Euro wert sein soll.

Weitere Japaner in der Bundesliga waren in der vergangenen Saison die Frankfurter Kamada und Hasebe, der Berliner Keita Endo sowie die beiden Leihspieler Masaya Okugawa und Ritsu Doan bei Arminia Bielefeld. Letzteres Duo erwies sich als Volltreffer für den Aufsteiger, der jedoch wohl nur Okugawa (von RB Salzburg) wird halten können. Doan gehört PSV Eindhoven und ist zu teuer für die Ostwestfalen. Eine Chance für die Geißböcke, den Rechtsaußen aus den Niederlanden auszuleihen? Bielefeld war mit dem Versuch einer neuerlichen Ausleihe nicht erfolgreich.

Japanischer Transfermarkt lukrativ

Haben die Geißböcke aber überhaupt ihre Fühler ins Land der aufgehenden Sonne ausgestreckt? Nach GEISSBLOG.KOELN-Informationen: ja. Jörg Jakobs gilt als ausgewiesener Freund der japanischen und südkoreanischen Fußballschule. Technisch, taktisch und charakterlich gelten die Asiaten als top ausgebildet, Nagasawa und Osako waren Transfers, an denen Jakobs einst direkt beteiligt war. Und auch jetzt soll der Interims-Sportchef seinen Blick wieder in diese Länder gerichtet haben, insbesondere nach Japan.

Der Markt an japanischen Spielern gilt als lukrativ, die Ablösesummen für Spieler aus der J-League überschaubar, im Falle eines Volltreffers die potentiellen Gewinne bei einem späteren Weiterverkauf umso höher. Viele Spielerverträge beinhalten kürzere Laufzeiten als in Europa, zudem mit Vertragsende üblicherweise im Januar eines Jahres. Viele Spieler benötigen zwar Zeit zur Anpassung an das körperlich robustere Spiel in der Bundesliga. Doch insbesondere durch ihre taktische Disziplin finden sie sich in der Regel schnell zurecht. Der 1. FC Köln hat daher aktiv begonnen Spieler aus der J-League und auch aus der zweiten japanischen Liga zu sichten.

23 Kommentare
  1. Haarspalta sagte:

    Hier sieht man erneut, dass die „Strategie“ des Vorstands in Wirklichkeit keine ist.
    Man sucht sich einen Zielmarkt, zu dem man derzeit keinerlei Bezug hat? Auf dem drei bis vier andere Bundesligisten einfach qua aktuellem Spielermaterial viel besser (und fast ohne weitere Anstrengungen) wahrgenommen werden?
    Tut mir leid, aber die Herren haben keinen Plan. Auch hier versucht man wieder nur, von der großen Vergangenheit zu leben.

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    • FC Neukoelln sagte:

      Und noch etwas hinkt und stinkt an dieser Strategie gewaltig. Hier wird behauptet, die Differenz hinsichtlich der Spieleretats zu einem Top-10-Verein (was hier wohl heisst: zum Tabellen-10.) beträge ca. 26Mio (54Mio Köln / 80Mio 10.Platz). Die so genannte Strategie ist auf 7 Jahre ausgelegt. Was mir hier vollends fehlt ist der Bezug zur Dynamik einer Entwicklung, die exponentiell ist. Soll heissen: in 7 Jahren wird der Top-10-Verein aller Vorraussicht nach bereits bei 100, 120Mio oder mehr liegen. Wenn man nun aber ein so renommiertes Unternehmen wie McKinsey zur Legitimation der eigenen Behauptungen herbeizieht – warum zum Teufel ist dann mit keiner Silbe die Rede von einem zu erwartenden Anstieg sämtlicher Vereinsetats im angegebenen Zeitraum? Hat hier jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht? Oder wird hier bewusst und vorsätzlich ein eminent wichtiger Aspekt unter den Teppich gekehrt?
      Der „7-Jahres-Plan“ ist nichts anderes als ein Kartenhaus, während der Wind of Change im Ausverkauf des Fussballs gewaltig zum Marsch bläst, lieber Vorstand.
      Nur mal im Vergleich zwei Zahlen zur Entwicklung der vergangenen 7 Jahre:

      Spieleretats Tabellen-10.:
      2013/14: 33Mio (H96)
      2020/21: 75,8Mio (VfB)

      Dies beteudet eine Etaterhöhung innerhalb von 7 Jahren um den Faktor 2,3. Rechne ich dies auf die genannten 80Mio an komme ich auf sage und schreibe 184Mio.
      Und jetzt Sie, die Herren Wolf, Sauen, Wettich, McKinsey und Graf Zahl.

      PS: ich glaube Daisuke Sayonara und Shinji Kamikaze sind ablösefrei…

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      • Boom77 sagte:

        Da liegst du aber mal vollends daneben. Der Fußball wird sich doch jetzt konsolidieren und wieder auf ein wirtschaftlich gesundes und menschlich nachvollziehbares Maß schrumpfen. Deshalb wir der Tabellen 10. in 7 Jahren nur einen Jahresteat von 45 Mio. haben und wir mit unseren 80 Mio. Champions League spielen ;)

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        • Superbock sagte:

          Sag das bitte nicht zu laut…
          Das geht sonst noch als Hinweis an McKinsey raus! ;))
          Wir riskieren hier, dass unser „7-Jahres-Wunderpapier“ nochmal überarbeitet wird und das können wir uns bei der Genialität, die diesmal eingeflossen ist, einfach nicht erlauben…. :))))

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        • FC Neukoelln sagte:

          Puuuh, und ich dachte kurz wir müssten uns Sorgen machen. Die Spielergewerkschaft hat auch schon vom neuen Trend berichtet, man sei der ständigen Selfies im 1000PS-Schlitten langsam einfach überdrüssig und setze jetzt zunehmend auf Fahrgemeinschaften im Opel Corsa.

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  2. Boom77 sagte:

    Das mit dem „Zielmarkt Japan“ halte ich auch für eine unsinnige Idee. Was soll denn dabei wie raus kommen? Auch der Artikel geht ja davon aus, dass man, um da überhaupt mal wahrgenommen zu werden, erstmal ein Invest tätigen und auf Glück hoffen muss, dass das was wird. Zudem sehe ich folgende Probleme:

    So ein wirklich „großer Markt“ ist Japan für den (auswärtigen) Fußball meines Erachtens per se gar nicht. Zunächst ist „Volkssport Nr. 1“ dort nach wie vor Baseball. Hinzu kommt die Mentalität der Japaner, die zuerst auf sich und die eigene Tradition bezogen und dem Auswärtigen eher zurückhaltend bis verschlossen ist.

    Selbst wenn dort also ein Markt für ausländische fußball-Clubs in überschaubarem Rahmen vorhanden ist, muss man, wie schon der Artikel und Haarspalta aufzeigen, feststellen, dass uns andere dort voraus sind. Dies gilt aber nicht nur für die Bundesligaclubs, die bereits einen (oder sogar mehr) Japaner im Kader haben, sondern auch für ausländische Clubs. So ist Hauptsponsor vom FC Barcelona seit nun fast 4 Jahren Rakuten. Das sicher nicht ohne Grund und auch nicht nur der Sponsoringeinnahmen wegen, wobei die durchaus üppig sind. Rakuten ist mittlerweile eines der größten japanischen Unternehmen und weltweit eines der zehn größten Internetunternehmen mit Streamingplattformen etc. Was glaubt der FC, was für ihn da noch in Japan zu hoilen sein wird??

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    • FC Neukoelln sagte:

      Habe gerade Rückmeldung bekommen von nem Kumpel in Tokyo. Wenn da europäisch geglotzt wird vor allem England und Spanien.
      Wie lautet das Absatzziel für verkaufte Trikots in den kommenden 7 Jahren? 300 Stk? Mein lieber Scholli – da geht was!

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  3. Superbock sagte:

    Wolf: Du Ecki, hab von einem Insider gehört, dass Real Madrid auch im Ausland seine Trikos verkauft.
    Sauren: Waaasss? Wir sind doch, vor kurzem noch, praktisch auch mal Real Madrid gewesen!?
    Wolf: Hat mich auch sehr verwundert. Das ist doch Wahnsinn, Leute!?
    Sauren: Da müssen wir schnellstens nachziehen, Werner!
    Wolf: Meinst Du das hat was mit dieser Internationalisierung, oder wie das heißt, zu tun?
    Sauren: Ich frag mal unseren Star Anwalt, der nicht eingearbeitet werden musste, okay?
    Wettich: Ganz ohne Einarbeitung und in Absprache mit McKinsey kann ich das bestätigen!!
    Sauren: Haben wir einen Bezug zu einem großen Markt, außerhalb Deutschlands?
    Wolf: Japan! Ganz klar! Da hat doch mal der Poldi gespielt. Denk doch mal nach, Mensch!
    Sauren: Du hast einfach den Weitblick, Werner!
    Wolf: Sitze ja nicht umsonst hier! Also Japan!!! Die Mitglieder werden ausrasten! Wie beruhigen wir sie bloß?
    Wettich: Ich denke es reicht, wenn wir die Bombe zünden, dass ich nicht eingearbeitet werden musste!!
    Sauren: Du bist genial! Und das Ganze ohne eingearbeitet worden zu sein!
    Wolf: Wir sind einfach spürbar anders, Freunde!! Einfach spürbar anders!!

    so oder so ähnlich….. :))))))))

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  4. Kurti sagte:

    Der Vorstand steht und stand unter Druck.
    Die haben nichts getan, aber fleißig die Vergütung eingestrichen.
    Ihre Arbeit ist, genauso wie beim Mitgliederrat, so geheim, das nichts davon nach außen dringen darf.

    Dann hat man sich schnell einen 7 Jahresplan zusammen geschustert, der das Papier nicht wert ist .
    Japan wartet nicht auf einen erfolglosen Verein aus Deutschland.
    Köln oder den 1.FC kennt dort wahrscheinlich fast niemand.

    Solange wie bisher Inkompetenz beim FC das sagen hat, kannst Du dieses mit Geld nicht ausgleichen.
    Diese Einnahmen sollen ja scheinbar, neben Japan, hauptsächlich mit Spielerverkäufen realisiert werden.
    20 Millionen Transferüberschuss war zu lesen.
    Das muss der Kader erstmal hergeben.

    Es sei denn, man hat so Monopoly Vorstellungen, das Shkiri 20 Millionen einbringt.

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  5. Matzo sagte:

    Gott sei Dank. Sie gehen also nicht blind in den japanischen Markt. Gut, dass Herr Wolf das mitgeteilt hat. Man könnte sonst tatsächlich anderen Eindruck gewinnen. So bin ich aber beruhigt. Welch Glück, dass der FC dieses Präsidium hat. Noch größeres Glück, dass es den Mitgliederrat und seinen Vorsitzenden gibt, die die Internationalisierung unterstützen. Mutmaßlich werden in Japan bald ähnliche Kompetenz-Hierarchien das dortige Vereinsleben prägen. So gewinnen auch die Japaner Mehrwert aus dem 7-Jahresplan, der in einem stillen Kämmerlein in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Ich bin einfach nur noch freudig erregt ob der Einzigartigkeit des nach 2 Jahren so unfassbar schnell aufgestellten und überaus erfolgsversprechend aufgestellten 7 Jahres Plans des Vorstands. Auf die nächsten 7 Jahre !
    P.S. Vielleicht sollte man die nächsten Jahre alle Vereins-Wahlen aussetzen, um die Umsetzung des Plans nicht unnötig zu gefährden? Wäre schade um den schönen Plan. Auch wenn er nicht allzu teuer eingekauft wurde, ist er jeden Cent wert.

    moderated

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