Jan Thielmann (re.) und Jonas Hector nach dem Schlusspfiff in München. (Foto: IMAGO / Simon)

Eine Niederlage für das Selbstvertrauen

Nach umkämpften 90 Minuten in der Allianz Arena sanken die Spieler des 1. FC Köln erschöpft und enttäuscht zu Boden. Beim FC Bayern München war mehr drin gewesen, sogar alles. Näher waren die Geißböcke lange nicht mehr an einem Erfolg über den Rekordmeister. Die 2:3-Niederlage war daher zwar ärgerlich, vor allem aber eine Bestätigung, dass der FC sich unter Steffen Baumgart auf dem richtigen Weg befindet.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Als Mark Uth in der 62. Minute zum 2:2 traf, war die Sensation zum Greifen nah: Nicht nur hätte der 1. FC Köln beim FC Bayern München einen Punkt holen, sondern auch gewinnen – und damit die Tabellenführung übernehmen können.

Nun wollen wir aber nicht das Klischee erfüllen, das uns Kölnern von den Möchtegern-Kennern der Domstadt wie den Marcel Reifs dieser Welt gerne vorgeworfen wird: dass wir Kölner immer sofort an Europa denken, wenn mal ein Spiel gewonnen wird.

Berechtigter Ärger

Zumal der FC in München ja eben nicht gewonnen hat. Zumindest keine Punkte. Sehr wohl hat der FC mit einem beherzten, mutigen Auftritt in der Allianz Arena weiter an Selbstvertrauen gewonnen. An Überzeugung für die Spielidee, die Steffen Baumgart vorgibt. An Freude am Attackieren, Anlaufen, Pressen, Bälle erobern, mehr Laufen als der Gegner (diesmal 4,5 Kilometer).

Die Zuschauer sahen keinen vor Ehrfurcht erstarrten FC, sondern eine ehrgeizige Truppe, die sich hinterher zu Recht ärgerte, nichts Zählbares mitgenommen zu haben. Dieser Ärger war nicht nur nachvollziehbar, sondern auch Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses:

Das neue Selbstverständnis

Dass diese Mannschaft in jedem Spiel an die Möglichkeit glaubt, gewinnen zu können. Dass diese Spieler von dem Weg ihres Trainers überzeugt sind. Und dass Trainer und Mannschaft gemeinsam die Mittel haben, eine ordentliche Rolle in der Bundesliga zu spielen, und sich nicht wie eine selbsterfüllende Prophezeiung dem Überlebens- und Abstiegskampf übergeben.

Der 1. FC Köln hat am 2. Spieltag zwar eine Niederlage erlitten, und an dem reinen Ergebnis ist im ersten Moment nichts gut. Doch Niederlage ist nicht gleich Niederlage. Der FC konnte am Sonntag erhobenen Hauptes zurück nach Köln fahren. Und mit der Überzeugung, dass eine solche Leistung gegen viele andere Bundesligisten zu Punkten geführt hätte. So wie gegen die Hertha – und womöglich am kommenden Samstag gegen Bochum.

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