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Eine Niederlage für das Selbstvertrauen


Nach umkämpften 90 Minuten in der Allianz Arena sanken die Spieler des 1. FC Köln erschöpft und enttäuscht zu Boden. Beim FC Bayern München war mehr drin gewesen, sogar alles. Näher waren die Geißböcke lange nicht mehr an einem Erfolg über den Rekordmeister. Die 2:3-Niederlage war daher zwar ärgerlich, vor allem aber eine Bestätigung, dass der FC sich unter Steffen Baumgart auf dem richtigen Weg befindet.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Als Mark Uth in der 62. Minute zum 2:2 traf, war die Sensation zum Greifen nah: Nicht nur hätte der 1. FC Köln beim FC Bayern München einen Punkt holen, sondern auch gewinnen – und damit die Tabellenführung übernehmen können.

Nun wollen wir aber nicht das Klischee erfüllen, das uns Kölnern von den Möchtegern-Kennern der Domstadt wie den Marcel Reifs dieser Welt gerne vorgeworfen wird: dass wir Kölner immer sofort an Europa denken, wenn mal ein Spiel gewonnen wird.

Berechtigter Ärger

Zumal der FC in München ja eben nicht gewonnen hat. Zumindest keine Punkte. Sehr wohl hat der FC mit einem beherzten, mutigen Auftritt in der Allianz Arena weiter an Selbstvertrauen gewonnen. An Überzeugung für die Spielidee, die Steffen Baumgart vorgibt. An Freude am Attackieren, Anlaufen, Pressen, Bälle erobern, mehr Laufen als der Gegner (diesmal 4,5 Kilometer).

Die Zuschauer sahen keinen vor Ehrfurcht erstarrten FC, sondern eine ehrgeizige Truppe, die sich hinterher zu Recht ärgerte, nichts Zählbares mitgenommen zu haben. Dieser Ärger war nicht nur nachvollziehbar, sondern auch Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses:

Das neue Selbstverständnis

Dass diese Mannschaft in jedem Spiel an die Möglichkeit glaubt, gewinnen zu können. Dass diese Spieler von dem Weg ihres Trainers überzeugt sind. Und dass Trainer und Mannschaft gemeinsam die Mittel haben, eine ordentliche Rolle in der Bundesliga zu spielen, und sich nicht wie eine selbsterfüllende Prophezeiung dem Überlebens- und Abstiegskampf übergeben.

Der 1. FC Köln hat am 2. Spieltag zwar eine Niederlage erlitten, und an dem reinen Ergebnis ist im ersten Moment nichts gut. Doch Niederlage ist nicht gleich Niederlage. Der FC konnte am Sonntag erhobenen Hauptes zurück nach Köln fahren. Und mit der Überzeugung, dass eine solche Leistung gegen viele andere Bundesligisten zu Punkten geführt hätte. So wie gegen die Hertha – und womöglich am kommenden Samstag gegen Bochum.

19 Kommentare
  1. andi sagte:

    Das man am die beste Laufleistung in der Liga hat ist sehr erfreulich. Wenn jetzt noch die Fehler im Abwehrverhalten reduziert werden, dann gewinnt man so ein Ding wie in München. Tore werden halt meistens nach Fehlern erziehlt. Auch München hatte vor den Kölner Toren haarsträubende Stellungsfehler im Abwehrverband. Also, im Angriff sieht es sehr gut aus, und in der Abwehr müssen viele unforced errors abgestellt werden. Wann das gelingt, wird das Wort Abstieg zum Fremdwort beim FC.

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  2. Max Moor sagte:

    Jede Niederlage ist nicht schön ob gegen Regensburg / Saarbrücken oder nun Bayern . 1 Punkt hätte man Gestern mitnehmen können aber Bayerns Kader ist nun mal das Maß . Ob es nun was gutes ist und Selbstvertrauen gibt wird man erst in den nächsten Spielen sehen . Das wichtigste war Gestern das man nach 0:2 Rückstand gegen die Top Mannschaft noch zurück kam ins Spiel das war genial und sehr gut vom Team . Das 3:2 für Bayern war aber dann wieder weniger gut , so wie es gefallen ist da muss man sich besser anstellen , besonders gegen so einen Gegner . Mark Uth gefiel mir Gestern am Besten .

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  3. overath sagte:

    Wenn dieser tolle Einsatz so bleibt wird es jeder Gegner schwer haben, die Frage ist ob das auf Dauer auf die Substanz geht. Damals bei Markus Anfang war das ähnlich, nach ein paar Spieltagen wurde das frühe pressen immer schwieriger, gegen Bayern haben wir es sicher auch nicht permanent halten können, aber dieses Verhalten das wenn jemand einen Ball oder Zweikampf verliert das direkt 2-3 Mitspieler kommen und versuchen es auszubügeln, Klasse ! Das nenne ich Teamgeist , und das vor alelm hat Baumgart geschaffen. Man sieht das auch bei den Einwechslungen, da ist keiner sauer, die von der Bank sind voll im Team integriert, von der 1. Minute.

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  4. Truebe Tasse sagte:

    In der jüngeren Vergangenheit und sogar noch ein paar Jahre davor war es in der Regel selten ein gutes Zeichen, wenn man in der Vorwoche ein gutes Spiel gegen die Bayern gemacht hat. Das zieht sich wie ein roter Faden durch viele, viele Spielzeiten und betrifft fast alle Mannschaften. An einem Wochenende ein überzeugendes Spiel gegen die Bayern mit vielen Lobeshymnen und in der Folgewoche dann eine Pleite. Schaut euch mal die Statistiken der letzten Jahre an, welche Teams gegen die Bayern gepunktet oder zumindest stark gespielt haben und was sie dann anschließend erreichten. Es reicht sogar ein Blick in die aktuelle Saison. Fragt mal in Gladbach…

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    • Gerd1948 sagte:

      Auch Gladbach muss sich erst neu (er)finden mit dem neuen Übungsleiter. Siehe die Absteiger oder Aufstiegskandidaten der 2.Liga wie Hamburg, Schalke, Düsseldorf, Bremen. Es wird sehr interessant. Alle schrien HURRA als Dortmund Frankfurt weggeputzt hat, aber die Ernüchterung kam schneller als ein Haaland je daher kommen wird.

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    • FC Neukoelln sagte:

      Und was, wenn man ein schlechtes Spiel gegen die Bayern hingelegt hat? Nehmen wir mal Schalkes 0:8 der letzten Saison. Die haben danach 1:3 gegen den Mitabsteiger Bremen verloren, danach gabs ein 0:4 gegen Leipzig. Hmmmm.
      Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass manche Mannschaften manchmal grundsätzlich häufiger verlieren als andere. Hoffen wir, dass wir in dieser Saison nicht dazu gehören.

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  5. Gerd1948 sagte:

    Schon auch erst mal gut, dass Baumgart nicht als der Spaßbereiter rüber kommt, wo die Spieler dann evtl denken sie hätten was erreicht mit einer couragierten Niederlage in München. Auch er , zum ersten Mal bei einem Klub mit großem Umfeld, wird sich peu a peu entwickeln müssen. Aber es ist schön und wurde schon kommuniziert, dass es besser ist mit etwas Erfolg in den neuen Wirkungsbereich zu starten.

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  6. anderl1712 sagte:

    Da stimm ich der trüben Tasse voll zu. Gegen Bochum wird das dreimal schwerer als gegen Bayern. Die werden hinten dicht machen und mal abwarten was der fc so macht. Und in den vergangenen Jahren war auch zu sehen das wir uns sehr schwer tun wenn wir selber das Spiel machen müssen.
    Bin ich echt gespannt auf Samstag. Des is ein 50 zu 50 Spiel….

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  7. Norbert Neuheisel sagte:

    Der FC hat beherzt und teilweise auch gut gespielt. Leider hat die Abwehr wieder entscheidend versagt, wodurch ein besseres Ergebnis gegen mittelmäßige Bayern verhindert wurde. Hier muss transfermäßig dringend nachgebessert werden, um in ruhigeres Fahrwasser zu kommen!

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    • overath sagte:

      Wenn sie das Bankkonto leer haben, außerdem mit der Sparkasse schon am Kreditlimit sind, und sie merken aber das ihr Auto eben nur ein Kleinwagen ist, müssen aber das ganze Jahr 100k Autobahn pendeln, würden sie dann einen Mercedes bestellen weil das nötig ist oder mit dem Kleinwagen zur Arbeit fahren ? Wir müssten so vieles, aber wie beim Kängeruh geht es eben nicht ,große Sprünge mit nix im Beutel !

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    • Fuenf sagte:

      Ja, ein beherzter und teilweise guter Auftritt.
      Das DIE Abwehr versagt hat, kann man auch differenzierter betrachten.
      Mit einem bundesligatauglichen Torhüter hätte man einen, wenn nicht drei Punkte geholt. Was macht der beim ersten Gegentor NEBEN seinem Tor, obwohl der ballführende Gegenspieler auf der Grundlinie steht und eh kaum Optionen hat – ausser dem Paß auf die zentrale Position, die man neben dem Tor stehend nicht verteidigen kann.
      Und beim dritten Tor taucht der mit ausgestreckten Armen unter dem Ball durch. Der Mann ist 1,92 Meter groß.
      Schrecklich, einfach schrecklich.

      Vielleicht taugt das Spiel wenigstens dazu, die Mär über die Kicker-Noten und Ranglisten zu beenden: Skhiri 4 und Horn 3.
      Ja, nee, is klar.

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    • IchBins sagte:

      Hey Norbert welchen BEZAHLBAREN Spieler soll der FC denn verpflichten, der so ein Dribbling wie das von Musiala stoppen kann?
      Fallen mir einige ein. Sind aber meist so viel wert wie unser ganzer Kader :-)
      Ramos, marquinhos, de ligt, van dijk, koulibaly, Dias, kounde, varane, laporte?
      War ein Scherz :-)
      Was ich damit sagen will, Musiala ist wahrscheinlich das aktuell größte deutsche Talent was es auf dem Planeten gibt. Wenn nicht sogar eins der top 5 Talente überhaupt. Den stoppt nicht jeder. Vorallem aber nicht der FC mit seinem begrenzten Mitteln. Hätten wir so einen Fußballer, hätte er süle und Upamecano schwindelig gespielt.

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  8. Gerd1948 sagte:

    Das ist ganz offen und fair von FC Seite kommuniziert worden was eben gemacht werden muß durch das Finanzloch und was demnach nicht geht. Wenn man dann unisono zu dem Schluss kommt, dass das so reichen wird….dann sollten wir Fans uns hier iwann damit arrangieren, dass nichts mehr gemacht wird. Wie gesagt, ich bin in dieser Konstellation froh, wenn Skhiri gehalten wird, Ljubicic hilft ja schon jetzt überbrücken und nächstes Jahr sind Spieler wie Thielmann und Uth weiter, vllt ein Modeste wieder richtig wichtig . Kommt vieles drauf an, in wie weit man sich auch ohne Abstiegssorgen entwickeln kann und finanziell berappelt.

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