,

Konkurrenzkampf: So steht es im Kampf um die Positionen


Vier Wochen Vorbereitung sind zu Ende. Der 1. FC Köln wird in der kommenden Woche mit der Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel beginnen. Das Duell beim FC Carl Zeiss Jena im DFB-Pokal stellt die erste Hürde in einer langen Saison dar. Steffen Baumgart hat im letzten Testspiel gegen Roda Kerkrade einen Einblick in den Konkurrenzkampf auf den einzelnen Positionen gegeben.

Köln – Eine Generalprobe ist immer auch ein Fingerzeig an die Mannschaft. Wer darf wie lange spielen? Wer muss lange zusehen? Das galt am Samstag auch für den 1. FC Köln. „Es gibt keine großen Unterschiede auf den einzelnen Positionen“, sagte Baumgart nach der Partie (1:1) zwar. „Zwei, drei Positionen sind schon klar. Auf den anderen finden gute Zweikämpfe statt.“

Doch tatsächlich ist der Stammelf-Kern schon deutlich weiter. Allerdings weiß Baumgart auch, dass er in seinem laufintensiven Spiel viele Spieler brauchen wird. „Wir müssen während eines Spiels immer auch nachlegen können. Ein Spiel mit einer solchen Intensität wird oft erst in der letzten Viertelstunde erzielt. Dafür brauchen wir alle Jungs.“ Wer aber hat aktuell die Nase vorn?

Abwehr

Tor: Auf dieser Position ist alles klar. Timo Horn bleibt die Nummer eins, Marvin Schwäbe ist der Herausforderer, der auf Fehler seines Konkurrenten wird warten müssen. Torwarttrainer Uwe Gospodarek hat klargemacht: Horn ist gesetzt. Wenn er keine Fehler macht, bleibt er es auch.

Rechtsverteidiger: Kingsley Ehizibue spielt in Baumgarts System eine wichtige Rolle. Mit seiner Schnelligkeit ist er enorm wertvoll, hinzu kommt seine Körpergröße bei Standards. Bekommt er Konstanz in seine Leistungen, ist er gesetzt. Der eigentliche Konkurrent, Benno Schmitz, wird anderweitig benötigt. Etwas überraschend wurde Kingsley Schindler so zu einer Alternative. Doch der Rechtsaußen ist nur zweite Wahl, auch wenn er in der Vorbereitung überrascht hat.

Innenverteidigung: Rafael Czichos spielte gegen Kerkrade 60 Minuten lang, Timo Hübers und Jorge Meré teilten sich dagegen nur eine Halbzeit. Ein klares Zeichen, dass Czichos gesetzt ist und die Position neben ihm zwischen Hübers und Meré ausgespielt wird – mit kleinen Vorteilen für den größeren und schnelleren Hübers. Meré hingegen wurde von Baumgart nun schon mehrfach zum Kapitän gemacht, wenn Jonas Hector nicht auf dem Platz stand. Ein Signal an den Spanier, dass das Rennen um die Posten im Abwehrzentrum offen sind.

Linksverteidiger: Jannes Horn ist verletzt aktuell kein Konkurrent. Noah Katterbach wäre eigentlich die natürliche erste Wahl hinten links. Doch er hat sich von Benno Schmitz den Rang ablaufen lassen. Nach den Problemen mit Markus Gisdol fiel er in ein Loch, aus dem er sich noch nicht herausgekämpft hat. Beim FC ist man nicht glücklich mit Katterbachs Entwicklung. Daher hat er im Vergleich zu Schmitz aktuell keine Chance.

Mittelfeld

Sechs: Die Kandidaten heißen Ellyes Skhiri, Salih Özcan und Dejan Ljubicic. Solange Skhiri noch beim FC ist, wird er wohl spielen. Gegen Kerkrade durfte zwar Özcan von Beginn an ran, aber wohl auch deshalb, um dem Kölner Eigengewächs zu zeigen, dass Baumgart perspektivisch auf ihn setzt. Kurzfristig ist an Skhiri trotzdem kein Vorbeikommen. Ljubicic präsentiert sich gut, doch der Neuzugang wird noch Zeit brauchen, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen.

Rechts: Auf der rechten Halbposition sind Florian Kainz und Louis Schaub die Kandidaten. Die Rollen der beiden Österreicher sind klar verteilt. Kainz ist gesetzt, Schaub hat die Chance sich zu zeigen, nachdem die Tür beim FC eigentlich schon zu schien.

Links: Auf der linken Halbposition gibt es kein Vorbeikommen an Jonas Hector. Der Kapitän findet sich in der neuen Rolle links in der Mittelfeld-Raute gut zurecht, hat viele Freiheiten und kann dort auch viel nach vorne entwickeln. Aktuell ist Tomas Ostrak hinter Hector dort die Nummer zwei. Das Talent aus dem eigenen Nachwuchs ist nach zwei Jahren Leihe im Profifußball angekommen und zeigte sich in der Vorbereitung bisweilen gut. An Hector gibt es trotzdem kein Vorbeikommen.

Zehn: Auf der Zehn war in der vergangenen Saison eigentlich Ondrej Duda gesetzt. Doch Mark Uth fühlt sich dort ebenfalls am wohlsten. Weil Duda wegen der EM erst zum Trainingslager dazu stieß, hat Uth klar die Nase vorn. Weil Uth aber auch eine der beiden Positionen im Sturm einnehmen kann, kann sich Duda gute Chancen ausrechnen, in den kommenden Wochen immer wieder von Anfang an dabei zu sein.

Angriff

Hängende Spitze: Für diese Position gibt es mehrere Kandidaten, doch keiner ist so gesetzt wie Jan Thielmann. Der Youngster ist unter Baumgart ein Fixpunkt, wichtig aufgrund seiner Schnelligkeit und inzwischen auch mutiger, selbstbewusster, reifer. Uth neben oder hinter ihm tut ihm gut, auch die anderen Stoßstürmer verschaffen ihm Halt und Platz auf dem Rasen. Alternativ kann Uth neben einen Stoßstürmer rücken, auch Tim Lemperle oder Ondrej Duda wären dafür geeignet.

Mittelstürmer: In der Doppelspitze übernehmen wohl entweder Anthony Modeste, Mark Uth oder Sebastian Andersson den Part des Stoßstürmers. Aktuell hat Modeste die Nase vorn, wenn Uth auf die Zehn rückt und Thielmann als schnellster Angreifer im Team der Hauptanläufer ist. Auch das Duo Uth/Thielmann kann gut funktionieren mit Duda auf der Zehn. Andersson hingegen aktuell ist nur als Joker vorgesehen. Kaum vorstellbar, dass er nach dem bisherigen Trainingspensum Bundesliga-fit ist.

Fazit

Aktuell scheinen sieben Spieler in der Startelf gesetzt zu sein: Timo Horn, Kingsley Ehizibue, Rafael Czichos, Jonas Hector, Florian Kainz, Mark Uth und Jan Thielmann. Unklar sind die Positionen des zweiten Innenverteidigers, des Linksverteidigers, des Sechsers und des Mittelstürmers (und damit der genauen Position von Mark Uth). Auffällig: Auf drei der vier offenen Positionen will der FC personell noch einmal nachlegen. Nur auf der Sechs stehen mit Özcan und Ljubicic bereits die Skhiri-Nachfolger in den Startlöchern.

8 Kommentare
  1. BM sagte:

    Czichos als Stammkraft, muss man dies eigentlich verstehen? Und wieso liefen die Tests bislang laut Baumgart gut, waren doch durchweg eher schwache Auftritte gegen Mannschaften deutlich unter Bundesliganiveau. Hoffe mal, die 1A-Aufstellung sieht anders aus als erwartet und der FC kickt besser als in der Vorbereitung.
    Übrigens: Einloggen ist nach wie vor Glücksache, hat jetzt überraschend mit Brave hingehauen, Firefox und Chrome klappte nicht.

    Kommentar melden
      • Gerd1948 sagte:

        Es geht aber in der Tat darum, dass die ganze Mannschaft immer verteidigt. Also Gegentore allein an der Abwehr oder deren Protagonisten fest zu machen ist nicht richtig, ist sogar unfair. So wie die Diskussion um Timo Horn z.B. Weil sich ein Torwart auch immer steigert, wenn er gute Vorderleute an seiner Seite weiß. Es wird sich zeigen, ob Baumgart mit seinem System und seinen Ideen dafür sorgen kann, dass wir in weiten Teilen des Spiels nicht unter Druck geraten und somit weniger Tore kassieren.

        Kommentar melden

Hinterlasse einen Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar