1. FC Köln, Training, Thomas Kessler (1. FC Köln) beobachtet das Training vom Geschäftsführerbüro aus, 19.08.2021, Bild: Herbert Bucco

“Nützt nichts, uns jetzt auf die Schulter zu klopfen”

Der 1. FC Köln begeistert aktuell mit seiner Spielweise nicht nur die eigenen Fans, sondern auch ganz Fußball-Deutschland. Vereinsinternet bleibt man jedoch auf dem Boden der Tatsachen, weiß man doch nach wie vor um die schwierige Situation des Klubs. “Davon können wir uns nicht wahnsinnig viel kaufen”, sagte der Sportliche Leiter, Thomas Kessler, nun zu den zahlreichen Lobbekundungen. 

Köln – Dank seiner begeisternden Spielweise und dem starken Saisonstart sind die Geißböcke gerade eines der Hauptthemen innerhalb der Bundesliga. In kaum einer Expertensendung werden die Geißböcke mit Trainer Steffen Baumgart zur Zeit außen vor gelassen. Und das, anders als in vielen Jahren zuvor, nicht aufgrund von Negativ-Schlagzeilen. “Wir haben viel positives Feedback aus der Republik bekommen, viele Kollegen haben sich gemeldet und zu einem tollen Spiel gratuliert”, berichtete Thomas Kessler am Rande des ersten Trainings nach dem Leipzig-Spiel am Dienstag. “Einige haben sogar gesagt: Schade, dass ihr nicht gewonnen habt. Da musste ich schon ein bisschen schmunzeln. Es ist lange her, dass Leute dem 1. FC Köln wirklich etwas gönnen”, zeigte sich der Sportliche Leiter der Lizenzspielerabteilung erfreut.

Werden auch Spiele gegen Greuther Fürth verlieren, wenn…

Trotzdem will man vereinsintern noch nicht auf den Euphorie-Zug mit aufspringen. Vielmehr mahnte der ehemalige Torhüter zur Demut: “Mit den acht Punkten bleiben wir nicht in der Liga”, bleibt Kessler trotz des guten Saisonstartes auf dem Boden der Tatsachen. “Deswegen nützt es uns nichts, uns jetzt auf die Schulter zu klopfen.” Dass zur Zeit viele Vereine einen interessierten Blick auf den scheinbar wiedererstarkten FC werfen, der in der vergangenen Saison noch kurz vor dem Abgrund gestanden hatte, sei zwar prinzipiell etwas Schönes, erklärte Kessler. “Aber davon können wir uns nicht wahnsinnig viel kaufen.” Zwar hätten die Spiele gegen den FC Bayern sowie RB Leipzig gezeigt, dass der FC grundsätzlich in der Lage sei, jeden Gegner in der Bundesliga zu bezwingen. Trotzdem könne es auch schnell in die andere Richtung gehen. “Ich bin davon überzeugt, dass wir auch Spiele gegen Greuther Fürth verlieren werden, wenn wir nicht das spielen, was der Trainer möchte”, warnte Kessler vor einer zu hohen Erwartungshaltung.

Der Faustpfand in dieser Saison ist für Kessler dabei der breite Kader des FC, in der jeder einzelne Spieler für den Gesamterfolg von Bedeutung ist. Steffen Baumgart schafft es, auch die Spieler, die bislang weniger zum Einsatz gekommen sind, voll mitzunehmen und im Gemeinschaftsgefühl zu integrieren. “Es macht unsere Mannschaft aus, dass wir keinen klaren Stamm haben und auch die Jungs, die reinkommen, überzeugen”, erklärte der 35-jährige. Dabei führte der Sportliche Leiter auch das Beispiel Jorge Meré an, der nach drei ordentlichen Auftritten in der Startelf gegen Leipzig zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. “Dann kommt er nach 30 Minuten rein und war für mich einer der besten Spieler auf dem Platz. Das macht einen stolz und ist einfach toll.”

Man muss an der ein oder anderen Stelle kreativ sein

Trotz der sportlichen Erfolge der letzten Wochen sei die Situation für den Klub aber nach wie vor nicht einfach. Die rund 66 Millionen Euro Umsatzverlust aufgrund der Corona-Pandemie sorgen beim FC nach wie vor für Engpässe: “Es gibt viele finanzielle Kriterien, die wir einhalten und auf die wir wahnsinnig aufpassen müssen. Da muss man an der ein oder anderen Stelle kreativ sein, um auch einen Effekt zu erzielen, der nicht mit großem Geld zu tun hat”, sagte Kessler, der gleichzeitig klar machte: “Wir wollen das Ganze hier weiter nach vorne bringen.” Und mit den Punkten im Rücken macht es die Arbeit auch gleich viel einfacher. “Wenn die Erfolge auf dem Platz zu sehen sind, ist das umso besser.”

 

 

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