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„Will alle auf dem Platz haben“: Volle Attacke gegen Fürth?


Am Freitagabend eröffnet der 1. FC Köln mit einem Heimspiel gegen Greuther Fürth den 7. Bundesliga-Spieltag. Neun Punkte und Platz sieben für den FC, ein Punkt und Platz 18 für den Aufsteiger – die Geißböcke sind der Favorit. Und als solcher will Köln zuhause auflaufen – mit voller Offensivpower und dem nötigen Selbstbewusstsein.

Köln – Der zweite Aufsteiger in dieser Saison kommt am Freitagabend zum 1. FC Köln. Nach dem Sieg über den VfL Bochum wollen die Geißböcke auch gegen Fürth drei Punkte holen. Es wäre ein wichtiger Schritt in dieser Saison, es wären die Punkte zehn, elf und zwölf im siebten Spiel.

Doch vor dem Erreichen dieser Marke liegen harte 90 Minuten. Fürth ist zwar noch sieglos, hat erst einen Punkt geholt, schon 16 Gegentore kassiert und nur vier eigene Treffer erzielt. Die Kleeblätter stellten in der vergangenen Saison allerdings die zweitbeste Offensive der Zweiten Liga und haben personell in ihrer Offensive den Kader beisammen halten können.

Kölns selbstbewusste Offensive gegen Fürths anfällige Defensive

Der FC ist also gewarnt, dass man die aggressiv anlaufenden Fürther nicht unterschätzen darf. Die Kölner wollen ihrerseits die Schwachpunkte des Gegners knallhart ausnutzen, und diese liegen in der neu zusammengestellten, durch viele Abgänge geschwächte Defensive der Franken. Das weiß auch Steffen Baumgart, der „kein Spiel Groß gegen Klein“ erwartet, sondern „ein enges Spiel“ gegen eine „sehr mutige Mannschaft“, die „mit einem sehr aggressiven Anlaufverhalten den einen oder anderen in der Bundesliga in die Bredouille bringen kann“.

Was eigentlich nach Kölns Erfolgsrezept klingt, ist auch Fürths Ansatz, soll am Freitagabend aber nicht zur Geltung kommen. Weil die Geißböcke versuchen wollen, mit allem offensiv aufzulaufen, was das eigene Personal hergibt. „Ich möchte alle Offensivspieler auf dem Platz haben“, sagte Baumgart am Mittwoch. Und legte sich bereits fest: Sebastian Andersson wird in der Anfangsformation stehen.

Andersson noch ohne Tor – aber mit Baumgarts Vertrauen

„Auch wenn Seb noch nicht sein Tor erzielt hat, muss man sagen: Wie er sich hereingearbeitet hat, macht er das richtig gut“, sagte der FC-Trainer. „Ich will gegen Fürth nicht auf ihn verzichten.“ Ob der Schwede neben Anthony Modeste beginnen oder einen anderen Sturmpartner bekommt, ist noch offen. Denn Baumgart will eigentlich auch Mark Uth wieder von Beginn an bringen. „Ich finde es wichtig, Mark wieder auf dem Platz zu haben. In welcher Form und ob er von Anfang an spielen wird, werden wir sehen, aber er verfügt über eine sehr hohe Abschlussqualität.“

Diese hat freilich auch Modeste, nicht zuletzt dank seiner bereits vier erzielten Saisontore in sechs Spielen. Kaum vorstellbar, dass der 33-jährige nun plötzlich auf die Bank muss. Doch das hatte man gegen Frankfurt auch von Uth gedacht. Baumgart ist immer wieder für Überraschungen gut. Möglich, dass Uth eher für Ondrej Duda auf der Zehn kommt als für Modeste. Doch der FC-Trainer sagte auch: „Die anderen haben es sehr gut gemacht. Es müsste ja einer weichen.“

Drei aus Vier? Zwei fehlen

Andersson, Duda, Modeste, Uth – alle vier können nicht spielen. Die Nummer fünf und sechs im Bunde, Jan Thielmann und Tim Lemperle, fallen beide aus – Thielmann ist krank, der zuletzt verletzte Lemperle noch nicht wieder gänzlich fit. Also wird Baumgart das Spiel Drei aus Vier spielen müssen, um seine Formation für Fürth zu finden.

Gegen Bochum am 3. Spieltag brachte Baumgart Duda hinter Modeste und Andersson, weil Uth verletzt fehlte. Der FC erwartete viel Ballbesitz gegen den Aufsteiger und bekam ihn mit rund 70 Prozent zusammen mit der entsprechenden Dominanz. Ob dies auch gegen Fürth so kommen wird? In den bisherigen Partien des Aufsteigers gab es keine klare Tendenz: Manchmal gab die SpVgg den Ballbesitz in hohem Maße an den Gegner ab, so gegen München, Stuttgart und Wolfsburg. Gegen Bielefeld und Mainz dagegen machte Fürth das Spiel mehrheitlich selbst.

Der FC muss sich also auf diese taktische Variabilität einstellen. Baumgarts Vorgabe dürfte klar sein: Zuhause wollen die Geißböcke das Spiel dominieren, immer, egal, gegen welchen Gegner. Niemand soll den Kölnern gerade in Müngersdorf die Butter vom Brot nehmen. Am Freitagabend soll dafür auch die geballte FC-Offensive sorgen – um die drei Punkte in Köln zu behalten.

14 Kommentare
  1. OlliW sagte:

    „Niemand soll den Kölnern gerade in Müngersdorf die Butter vom Brot nehmen.“

    Das ist schon mal einer der wichtigsten Grundsätze! Immer, egal gegen wen.

    Fürth muss als Chance genutzt werden, sich dort oben festzusetzen. Vier der dicksten Brummer warten schon direkt hinter der Länderspielpause. Da wird es wohl Niederlagen geben. Morgen daher besser nicht!

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    • Truebe Tasse sagte:

      Die vor der Saison als dickste Brummer eingeschätzt Münchener und Leipziger hatte der FC schon. Was soll da noch groß als dicker Brummer kommen, wo man nicht auf etwas hoffen darf? Leverkusen ist derzeit stabil, ja. Aber in einem Derby ist alles möglich. Wolfsburg performt auch gut, müssen aber erst mal den permanenten Spagat zwischen Liga und CL hin kriegen. Dortmund hat diese Saison auch schon 2x verloren und zählt für mich nur in Bestbesetzung, also mit Haaland, Reus, Hummels und Witsel zu dicken Brummern. Man braucht vor niemandem Angst haben, darf aber auch niemanden auf die leichte Schulter nehmen, vor allem nicht Fürth.

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    • Carlo Korrupto sagte:

      Naja, die zwei dicksten Brummer hat der FC wir mit Bayern und Leipzig bereits hinter sich und beide mal hat sich die Mannschaft sehr gut verkauft.
      Hoffenheim und Union würde ich auch nicht als dicke Brummer bezeichnen, sondern eher auf als Mannschaften auf Augenhöhe. Dortmund tut sich erfahrungsgemäß immer schwer gegen den FC und Leverkusen ist halt ein Derby, da ist alles offen.
      Klar kann man ein oder zwei Spiele davon verlieren, es könnte aber auch genauso weiter laufen wie bisher. 5 Punkte aus den vier Spielen fände ich eine gute Ausbeute!

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      • Anti Raute sagte:

        Einspruch, es gibt nur 1 Derby und das ist gegen die Ponys.

        Hoffenheim und Union sind uns schon überlegen, weil sie einfach weiter sind in ihrer Entwicklung und auch eingespielte Teams haben UND einen Spieler, der das Team besser macht (Kramaric/Kruse). Diese Spieler sorgen oft dafür, dass enge Spiele aus unserer Sicht nicht gewonnen, sogar zumeist verloren werden, obwohl wir nicht immer die schlechtere Mannschaft waren auf dem Platz. Deshalb sind beides für mich Spiele, die der FC eher verlieren als gewinnen wird, vielleicht kann Baumgart mit seiner Taktik zumindest wieder 2 Remis holen, was uns weiterhelfen würde für den Rest der Saison.

        Der FC ist gut gestartet, viel besser als viele Fans gedacht haben vor der Saison. Das darf aber jetzt nicht dazu führen, dass man die Realität aus den Augen verliert und den auf Augenhöhe mit Teams wie Union oder gar Hoffenheim sieht.

        Unsere Konkurrenz kommt immer noch aus Bielefeld, Bochum, Augsburg und Fürth, vielleicht auch Stuttgart, aber alle anderen Mannschaften sind uns noch einiges voraus, auch wenn es derzeit in der Tabelle besser für uns ausschaut. Deshalb ist das morgige Spiel auch so wichtig, das MUSS gewonnen werden, auch weil es fast jeder erwartet. Ich hoffe, die Mannschaft kommt damit klar und dass die 33.000 Zuschauer morgen Abend helfen werden, dass wir nach dem Spiel 12 Punkte auf dem Konto haben.

        Fürth ist bisher (mit Abstand) das schwächste Team in der 1. Liga vom Kader und von der Spielweise her. 4:16 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Aber es gibt auch so Tage, das läuft auf einmal alles und wir treffen trotz 25 Schüssen das Tor nicht und verlieren 0:1..was dann, ist dann alles schlecht gewesen? Das wäre dann zu einfach. Sollte das aber so passieren, dann kommen diese ganzen Schwarzseher und Schlechtmacher wieder alle aus ihrem Loch hervorgekrochen und wollen lästern.. darauf warten diese Furunkel doch nur…

        Wenn morgen die Einstellung stimmt bei uns, dann sollten wir das Spiel gewinnen können aufgrund von Kader, Heimspiel vor Zuschauern und Form, aber eine Garantie gibt es nun mal nicht auf einen Sieg, so gut sind wir dann doch noch nicht.

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        • Carlo Korrupto sagte:

          Danke für deinen ausführliche Antwort, aber ich muss auch widersprechen, es werden 40.000 im Stadion sein. Es geht aufwärts!

          Ich finde auch, dass die Spiele gegen Gladbach noch einmal eine andere Hausnummer sind, aber die Partie gegen den Werksclub wird von den Medien eben aus als Derby deklariert und Stimmung sowie Einsatz der Mannschaft, ist schon ein anderer, als gegen jedes beliebige Bundesliga Team.

          Ich finde es gut dass du die Euphorie bremsen willst, irgendwer muss es ja machen, aber ich denke wir sind schon auf Augenhöhe mit den oben genannten. Fußball ist eine Momentaufnahme und da steht der FC momentan ähnlich „gut“ da wie Hoffenheim oder Union. Gerade zählt halt nur die aktuelle Form und nicht die der letzten 3 Jahre und da sehe ich den FC schon im Mittelfeld.

          Wir haben auch einen Spieler, der das Team besser macht, und das ist Skhiri. Er hebt das Niveau der Mannschaft doch deutlich an, ist aber leider im Mittelfeld zu Hause und ist nicht so torgefährlich wie Kruse oder Kramaric, das ist der Nachteil. Mit Modeste haben wir aber endlich wieder einen zuverlässigen Stürmer, der momentan besser da steht als die beiden der Konkurrenz.

          Wichtig sind jetzt aber erst mal die drei Punkte gegen Fürth, sonst wird die Euphorie nämlich ganz schnell gebremst, wie du ja auch schon gesagt hast. Hoffen wir mal das alles gut läuft heute Abend und wir danach entspannt in die Länderspielpause gehen können.
          Come on FC!

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