Trotz Hinspiel-Pleite: Ein Feiertag für den Kölner Nachwuchs

Der 1. FC Köln verliert das Erstrunden-Hinspiel in der UEFA Youth League gegen den KRC Genk mit 2:4 (1:3). Dennoch haben die Geißböcke allen Grund zur Freude. Die 3.300 Zuschauer erleben ein Fußballfest mit attraktivem Offensivfußball und eine Kölner U19, die ihrem Klub alle Ehre macht. 

Aus dem Franz-Kremer-Stadion berichtet Marc L. Merten

Nach dem Abpfiff standen die Spieler bei ihren Familien und Freunden am Spielfeldrand. Ob Marvin Obuz oder Joshua Schwirten, irgendwann ging es für sie alle in die Kabine, doch so mancher kostete die Zeit nach dem Spiel noch im Flutlicht aus.

Es war kalt geworden im Grüngürtel, das Flutlicht wärmte niemanden mehr, nur noch die Fußballromantiker, die allerdings schon während der 90 Minuten am Mittwochabend auf ihre Kosten gekommen waren. Denn das Spiel hatte wie das Wetter während der beiden Halbzeiten alles parat: Sonne und Regen, Wärme und Eiseskälte.

Ein toller Moment, hier vor den Zuschauern zu treffen

Sechs Tore, vier für die Gäste aus Belgien, zwei sehenswerte Treffer für den FC durch Maximilian Schmid und Kapitän Schwirten. Dazu eine Unzahl an Torchancen hüben wie drüben: Es war ein wildes Spektakel, ein Hin und Her zwischen zwei Mannschaften, die ihr Heil in der Flucht nach vorne suchten und hinten häufig eher luftig verteidigten.

„Es war ein toller Moment, hier vor den Zuschauern zu treffen“, sagte Schwirten hinterher und nannte es „eine geile Erfahrung in der Youth League vor so vielen Zuschauern zu spielen.“ Zwar war der FC-Kapitän traurig ob der Niederlage. Doch das Erlebnis wird bleiben. Egal, ob es im Rückspiel mit der Wende klappen wird oder nicht.

Wir hatten eigentlich einen Sahnetag

Auch Stefan Ruthenbeck freute sich nach dem Spiel über das, was seine Spieler auf den Rasen gebracht hatten. „Ein geiles Spiel, da war alles drin“, sagte der FC-Coach, der 2017 noch mit den Kölner Profis in der Europa League gespielt hatte. „Es hat Spaß gemacht den Jungs zuzuschauen. Sie waren mutig, haben alles rausgehauen. 3.300 Zuschauer waren eine riesige Wertschätzung für uns, für den FC, für unsere Nachwuchsarbeit. Schön, dass das Interesse am Jugendfußball so groß war. Ich hoffe, dass die Zuschauer nach Hause gegangen sind und denken: Sind schon ein paar richtig gute Jungs dabei!“

Die Offensive mit Obuz, Breuer, Schmid, Wydra und Schwirten konnte glänzen, dahinter räumte Castrop zweikampfstark ab, Jonas Urbig im Tor zeigte zahlreiche Wahnsinnsparaden und war durch seinen Mega-Bock vor dem 1:2 doch einer der Unglücksraben. „Wir hatten eigentlich einen Sahnetag, aber bei Genk ist das eben schon Herrenfußball“, resümierte Ruthenbeck. „Wenn wir diese zehn Minuten vor der Halbzeit nicht gehabt hätten, wäre das Spiel womöglich Unentschieden ausgegangen.“

Baumgart sieht seinen Fußball bei der U19

Am Ende ging es 2:4 aus und nicht 5:5, was aufgrund der zahlreichen Chancen durchaus möglich gewesen wäre. Doch in den entscheidenden Szenen hatten sich die Geißböcke überrumpeln lassen und waren für ihre Fehler bestraft worden. Trotzdem hatten sie unter den Augen von Steffen Baumgart auch Ansätze jenes Vollgas-Fußballs gezeigt, der inzwischen bei den Profis Einzug gehalten hat. Und so gilt für das Rückspiel am 20. Oktober in Belgien: Wer sich einmal so viele Chancen herausgespielt hat, kann es auch ein zweites Mal. Entschieden ist noch nichts.

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