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Uth und Ljubicic zeigen: Keine Startelfgarantie für FC-Profis


Erstmals seit seinem Wechsel zum 1. FC Köln musste Dejan Ljubicic am Freitagabend gegen Greuther Fürth in der Bundesliga auf der Bank Platz nehmen. Der Österreicher war der Leidtragende der Offensivpower, die Steffen Baumgart gegen den Aufsteiger auf den Rasen bringen wollte. Die Personalentscheidungen der vergangenen Wochen zeigen dabei klar: Es kann jeden treffen. 

Köln – Steffen Baumgart weiß in dieser Saison mit seinen Personalentscheidungen zu überraschen. Zumindest für die Öffentlichkeit ist es im Vorfeld eines Spieltages kaum möglich, die Aufstellung des FC zu prognostizieren. So lässt sich der Trainer zwar im Vorfeld meist in die Karten gucken, in dem er Aufstellungsfragen, wie beispielsweise den Einsatz von Jorge Meré gegen Fürth, auch ganz offen beantwortet. Trotzdem hat Baumgart meist noch ein Ass im Ärmel, mit dem die wenigstens im Vorfeld der Spiele rechnen.

Hatte null mit seiner Leistung zu tun

Der Trainer selbst verfolgt damit einen klaren Plan und weiß diesen auch zu kommunizieren und seinen Spielern verständlich zu machen. Gegen Eintracht Frankfurt hatte es Mark Uth getroffen, der, wenn er fit war, immer auch in der Startelf gestanden hatte. Mit der hohen körperlichen Präsenz der Frankfurter Abwehrreihe hatte Baumgart die Entscheidung pro Sebastian Andersson und gegen Mark Uth damals im Nachgang begründet – und sollte damit richtig liegen. Gegen Greuther Fürth war es schließlich Dejan Ljubicic, der erstmals in dieser Bundesligasaison zunächst auf der Bank saß. „Mit der Veränderung habe ich mir vorgestellt, dass wir mit Mark mit dem linken Fuß und Kainz mit dem rechten Fuß immer wieder in die Tiefe kommen“, erklärte Steffen Baumgart hinterher die Maßnahme, den laufstarken Neuzugang zunächst draußen zu lassen.

Genau wie mit Uth vor einer Woche habe der Trainer auch mit Ljubicic im Vorfeld des Fürth-Spiels das Gespräch gesucht. „Ich habe ihm gesagt, das es null mit seiner Leistung der letzten Wochen zu tun hatte, sondern auch damit, dass er neu in dieser Situation ist.“ Nach einem intensiven Saisonstart wurde der 23-jährige nun bereits zum zweiten Mal von Franco Foda zur österreichischen Nationalmannschaft eingeladen. „Wir müssen darauf achten, dass es für ihn auch eine neue Belastung ist“, sagte Baumgart.

Beim FC kann sich niemand sicher fühlen

Ljubicic wurde schließlich in der 68. Minute für Ondrej Duda eingewechselt. „Unabhängig vom Ergebnis war es dann wichtig, wie er reingekommen ist. Wir haben öfter schon gezeigt, wie wir nachlegen können“, sagte Baumgart und meinte damit vor allem Ersatzspieler, die in den vergangenen Spielen nach ihren Einwechslungen immer für neuen Schwung und keineswegs für einen Bruch im Kölner Spiel gesorgt hatten. So auch wieder Louis Schaub, der nach seinem Joker-Tor gegen Bochum gegen Fürth nun den entscheidenden Assist zum 3:1 beisteuerte.

Für die Spieler dürfte eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Wochen aber vor allem sein, dass sich niemand aus der vermeintlichen ersten Elf seines Startplatzes sicher fühlen kann. Einzig Timo Horn, Rafael Czichos, Jonas Hector und Anthony Modeste hatten bislang in jedem Bundesligaspiel in der Startelf gestanden. Auch Ellyes Skhiri dürfte zu jenen Profis zählen, die ihren Platz relativ sicher haben. Der Tunesier hatte lediglich in Jena aufgrund seiner ungeklärten Zukunft und in Freiburg angeschlagen auf der Bank gesessen. Darüber hinaus jedoch ist für Steffen Baumgart kein Spieler unantastbar. Denn der Saisonstart hat gezeigt: Kaum jemand kann sich seines Einsatzes am Wochenende gewiss sein.

12 Kommentare
  1. Chris Anders sagte:

    Ich glaube der Story vom nicht garantierten Startelf-Platz erst dann, wenn Baumgart nicht mehr sklavisch an Raphael Czichos festhält, der ja gegen Fürth auch wieder einige Wackler drinhatte und froh sein konnte, dass sein ungeschicktes Foul an der Strafraumgrenze zum Ende der Partie nicht von Fürth bestraft wurde. Es ist auch nicht einzusehen, warum mit Mere, Kilian und Hübers nominell drei Spieler um den RIV konkurrieren und der LIV vermeintlich konkurrenzlos ist. Hier herrscht eindeutig Schlagseite.

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    • Truebe Tasse sagte:

      Sorry, aber Czichos ist ein Fußballprofi und als solcher sollte er auch von anderen Profis beurteilt werden. Steffen Baumgart ist zum Beispiel ein solcher. Er sieht ihn als Stammspieler, also ist das zu akzeptieren. Ich denke, du willst auch die Beurteilung deines Jobs Profis überlassen, auch wenn es vielleicht für Privat- oder Geschäftskunden komisch aussiehst, was du so machst. Sorry, aber mir geht dieses ganze Czichos-Gemecker sowas von auf den Sack…

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  2. Norbert Furmanek sagte:

    Ich vermute dass Baumgart eine Achse immer spielen lässt und dazu gehört leider auch Czichos. Aber da es im Moment ja einigermaßen läuft wird er nichts ändern. Wenn du Chris Anders , Czichos Qualität absprichst dann müssen wir das auch bei Timo tun. Auf der Linie okey , aber spielerisch und räumliches Denken : Mangelhaft —–leider.

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  3. Gerd1948 sagte:

    Genau so is es boom. Jeder fällt mal mit Fehlern richtig auf, diesmal ja sogar Hector. Es gibt sie nicht die sogenannten Stammspieler, natürlich aber werden Horn, Hector und Skhiri z.B. schnellstmöglich wieder spielen, wenn sie mal gesperrt oder verletzt fehlen würden. dennoch nimmt er alle 20 Feldspieler mit, was unheimlich wichtig ist, dass die Stimmung nahe 100% gut bleibt.

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  4. Chris Anders sagte:

    Trübe Tasse, nach Deiner Logik können ja sowohl die Kommentarfunktion hier wie sämtliche andere Foren direkt abgeschaltet werden, denn die Schreiber haben als Nicht-Trainer ja offenbar kein Recht, ihre Ansichten kund zu tun. In Deinem Fall wäre Enthaltsamkeit wirklich angebracht angesichts des wirren Zeugs, dass Du da von Dir gibst,

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      • Chris Anders sagte:

        Ich bestimme nicht, was „wirres Zeugs“ ist, sondern ich nehme mir das Recht heraus, eine Aussage der Trueben Tasse wie „Ich denke, du willst auch die Beurteilung deines Jobs Profis überlassen, auch wenn es vielleicht für Privat- oder Geschäftskunden komisch aussiehst, was du so machst“ (s.o.) als „wirres Zeug“ zu bezeichnen. Von welchen „Privat- oder Geschäftskunden“ redet der Mann, ohne zu wissen, was ich mache? Und was hat das mit den Kommentaren zum Fussballer Czichos zu tun? Das ist Nonsens für mich, genauso wie Deine Behauptung, niemand dürfe meine Postings kommentieren. Es wäre nur gut, mir nicht das Wort im Munde umzudrehen, sondern sinnvolle Kommentare abzusondern.

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  5. Gerd1948 sagte:

    Chris, wir können ja durchaus hier beurteilen und vieles anders sehen als die Profis, dies können wir uns doch gar nicht nehmen lassen. Dennoch ist es ja Fakt, dass auch Mere, Kilian und Hübers auf Sicht Fehler machen werden oder Fehler gemacht haben. Das Gesamtpaket, was Raphael Czichos aber einbringt, hat eben bisher jeden Trainer dennoch dazu veranlasst, Czichos spielen zu lassen. Dass er keine Konkurrenz bekommt, ist ja auch dem Umstand geschuldet, dass man als 1.FC Köln sehr limitiert ist, Spieler für verschiedene Positionen verpflichten zu können. Aus mehreren Gründen. Baumgart wird auch keinen Hector oder Skhiri raus nehmen, wenn sie mal Fehler drin haben, die zu Gegentoren führen. So gesehen sind manche Posten erst mal manifestiert. Unterm Strich steht immer der Mannschaftserfolg, der ist derzeit gegeben. Czichos spielt nicht nur weil er einen starken linken Fuß hat, sondern auch weil er aggressiv verteidigen kann und in 90% aller Spiele eine solide Leistung abruft.

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    • Chris Anders sagte:

      Mein Kommentar oben bezieht sich auf den Geissblog-Artikel, der vom Ende der Startelf-Garantie berichtet. Diesen Kurs von Baumgart finde ich vollkommen richtig und ich gehe davon aus, dass dies für ALLE Spieler gilt. Wenn Horn plötzlich keinen Ball mehr fängt, ist er also genauso schnell draussen wie Modeste, wenn der so spielen würde wie in der letzten Saison. Und so wäre es nur selbstverständlich, wenn gerade auch ein Raphael Czichos NICHT gesetzt ist, sondern sich seinen Platz immer erspielen müsste, Linksfuss hin oder her. Ein Szenario, in dem sich Mere, Kilian und Hübers um einen Einsatz streiten müssten, während Czichos konkurrenzlos als LIV machen könnte, was er will, wäre geradezu grotesk. Nicht mehr und nicht weniger ist mein Thema.

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