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Datenanalyse: Flanken, Pässe, Zweikämpfe – so stark ist Schmitz wirklich


Ohne despektierlich zu sein: Vor der Saison hat wohl niemand damit gerechnet, dass Benno Schmitz beim 1. FC Köln zu einem der Leistungsträger mutieren würde. Der Rechtsverteidiger hatte drei Jahre lang mehrheitlich das Dasein eines Ersatzspielers gefristet, sein Vertrag läuft 2022 aus, der 26-jährige galt als einer der vielen Transferflops aus der Zeit von Armin Veh. Doch unter Steffen Baumgart hat sich Schmitz gewandelt, ist kaum mehr wiederzuerkennen. Die Datenanalysten von CREATEFOOTBALL erklären, warum das so ist.

Köln – Wenn man aus dem Kölner Kader datenbasiert Spieler besonders hervorheben will, so gelangt man schnell zu der Personalie Benno Schmitz. Der 26-jährige zählt nach gerade einmal 15 Pflichtspielen in der vergangenen Saison nun zu den Gewinnern und Dauerbrennern unter Coach Steffen Baumgart.

Schon drei Vorlagen

Der Blick in die Daten zeigt: Schmitz zählt zu den stärksten Außenverteidigern der bisherigen Bundesliga-Saison, was sich in gleich mehreren Kategorien offenbart. Seine Flanken füttern die kopfballstarken Andersson und Modeste. Letzterer weist eine Kopfballquote von 60 Prozent auf – in den Top-5-Ligen kommt lediglich der Ex-Bundesliga-Stürmer Joselu von Deportivo Alaves auf eine noch bessere Quote.

Und Schmitz weiß diese Qualität des Franzosen zu nutzen. Schon 14 Mal fanden seine Flanken in Modeste einen Abnehmer. Aus sieben davon resultierten Torabschlüsse des Franzosen, ein Treffer gelang (in Freiburg). Dazu kamen die Vorlagen gegen Hertha (auf Kainz) und gegen Fürth (auf Andersson). Dies beschert dem gebürtigen Münchner bislang mit drei Assists die zweitmeisten Torvorlagen beim FC.

Nicht nur die Flanken: Was Schmitz so wichtig für Baumgart macht

Das Zusammenspiel aus Qualität und Quantität seiner Flanken sucht in der Liga bislang fast seinesgleichen. Häufiger flanken in der Bundesliga nur drei Spieler. Genauer flanken nur Leipzigs Mukiele und Augsburgs Iago. Das Gesamtpaket spricht für Schmitz, obwohl ihn sein Passquote (73 Prozent) auf den ersten Blick als schwachen Passgeber erscheinen lassen. Nur drei andere Außenverteidiger haben eine noch geringere Quote.

Doch auf den zweiten zeigt sich Schmitz‘ Stärke, weswegen er bei Baumgart so hoch im Kurs steht: sein Vertikalspiel. Nach Raphael Guerreiro (BVB) und Niklas Süle (FC Bayern) spielt Schmitz die drittmeisten Vertikalpässe aller Außenverteidiger der Bundesliga. In der Qualität dieser Zuspiele liegt er zwar deutlich hinter den drei Genannten. Nichtsdestotrotz sorgt er mit seinen Pässen für offensive Aktionen und Überraschungsmomente. Die zweitmeisten Pässe ins letzte Drittel und die zweitmeisten kreierten Chancen belegen dies eindrucksvoll.  

Fazit

Verbesserungspotenzial besteht bei Schmitz vor allem in der Qualität seiner Aktionen. Eine höhere Erfolgsrate im Dribbling, mehr abgefangene Pässe und mehr Balleroberungen würden den Rechtsfuß auf ein noch höheres Level heben. Dazu gehört er nicht zu den schnellsten Spielern in der Bundesliga. Mit seinem Fokus auf das Vertikalspiel passt er jedoch optimal ins System von Steffen Baumgart, welcher genau diese Eigenschaften von seinen Flügelspielern defensiv wie offensiv einfordert. Weil er zudem im FC-Team der Spieler mit den drittmeisten gewonnenen Zweikämpfen ist, zeigt dies überdies eine defensive Qualität, die in der Vergangenheit ebenfalls nicht zum Tragen gekommen war.


* Dieser Text stammt von CREATEFOOTBALL Solutions, einer Fußball-Consultancy, die mit ihrem Know-How im Bereich Datenscouting national wie international professionelle Fußballclubs strategisch und ganzheitlich in der Kaderplanung berät und zudem mit Berateragenturen sowie Medienanstalten kooperiert. Mehr Informationen unter: www.createfootball.com.

4 Kommentare
  1. Gerd1948 sagte:

    Also könnte man beim Fazit zu der Erkenntnis gelangen, dass es besser wäre ihn in einem 3-5-2 ala Aussenbahnspieler agieren zu lassen. Mere-Kilian- Czichos Davor Schmitz und Hector Nein, es ist schon richtig, rs muss sich ja die Waage halten. Als RV sollte man in erster Linie seine Abwehrseite im Griff haben. Das haben weder Schmitz noch Hector. Von daher kann dies nur ein Teil der Analyse sein, wenn er die Freiheiten nach vorne besitzt.

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  2. Jhen sagte:

    Es liegt ganz einfach am Trainer. Unter Anfang hat er angefangen, bei dieser Luftblase kommt kein Außenverteidiger wirklich zur Geltung. Unter Beierlorzer hätte es etwas werden können, aber da wurde ja Easy verpflichtet und musste spielen, der ist aber der eigentliche Flop. Und dann kam nach Anfang der nächste Großkotz, diesmal aus dem Schwabenland.

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