1. FC Köln, Training, Thomas Kessler (1. FC Köln) beobachtet das Training vom Geschäftsführerbüro aus, 19.08.2021, Bild: Herbert Bucco

Abgänge im Winter? „Gibt Spieler, die uns verlassen möchten“

Der 1. FC Köln plant den bevorstehenden Transfer-Winter ohne Neuzugänge. Nur im Falle möglicher Abgänge würden die Geißböcke selbst noch einmal aktiv werden. Dass sich einige Spieler jedoch wohl gerne verändern würden, scheint man aber auch beim FC auf dem Schirm zu haben. 

Köln – Wenn das Transferfenster am 01. Januar 2022 öffnet, wird es beim 1. FC Köln mit aller Voraussicht nach ruhig zu gehen. Einen klaren Bedarf hat man am Geißbockheim während der bisherigen Hinrunde nicht ausmachen können. „Es gibt keine Position, auf der wir uns verbessern müssen“, sagte Steffen Baumgart in der vergangenen Woche und unterstrich damit die Aussage von Thomas Kessler, der zuvor erklärt hatte, dass „im Winter keine Zugänge geplant“ seien.

Der ein oder andere ist vielleicht nicht zufrieden

Wie es sich für einen Sportlichen Leiter gehört, ließ sich Kessler jedoch eine Hintertüre offen. „Es sei denn, es verlassen uns Spieler – nur wenn sich in diese Richtung was tut, würden wir punktuell noch mal nachrüsten.“ Dass sich aktuelle FC-Spieler im Winter gerne verändern würden, davon geht zumindest Steffen Baumgart aus. „Der ein oder andere Spieler ist vielleicht nicht komplett zufrieden, mit dem Stand den er hier hat“, meinte der FC-Coach. „Es gibt bestimmt Spieler, die uns im Winter verlassen möchten oder auch sollen.“

Insbesondere der letzte Satz offenbarte, dass es im FC-Kader wie schon in den letzten Jahren auch Profis gibt, bei denen die Geißböcke langfristig nur noch wenig Perspektive sehen, nachdem sich Baumgart nun ein halbes Jahr lang einen Eindruck verschaffen konnte. Im vergangenen Winter hatten sich die Geißböcke dabei vorzeitig von Christian Clemens und Frederik Sörensen getrennt, die im Laufe der Hinrunde schon wenig bis gar keine Rolle im Kader gespielt hatten. Auch Anthony Modeste wurde kurz vor Ende der Transferphase nach Frankreich abgegeben. In der Saison 2019/20 hatten die Kölner kurz vor Weihnachten Matthias Bader, Louis Schaub, Vincent Koziello, Lasse Sobiech und Niklas Hauptmann mitgeteilt, nicht mehr mit ihnen zu planen.

Wer sind die Wechsel-Kandidaten?

Diese Gespräche werden also auch in den kommenden Wochen wieder auf die Verantwortlichen sowie einige Spieler zu kommen. Nach der bevorstehenden Englischen Woche, die am 19. Dezember mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart endet, wird sich die Mannschaft in die kurze Weihnachtspause verabschieden. Spätestens dann dürften sich vor allem jene Spieler ihre Gedanken machen, die zuletzt unter Baumgart weniger zum Zug gekommen waren.

Wen Baumgart bei seiner Aussage im Hinterkopf hatte, verriet der Trainer natürlich nicht. Aber zum einen wären da freilich Sava Cestic und Noah Katterbach, die bislang nur in der U21 zum Einsatz kommen. Während für Cestic die Konkurrenz in der Innenverteidigung enorm ist, konnte Katterbach seinen körperlichen Rückstand bis zuletzt nicht aufholen und Steffen Baumgart auch während der Verletzung von Jannes Horn nicht in dem Maße überzeugen, dass er zu einer Option für den Kader geworden wäre. Auf höchstem Niveau kann sich der Linksverteidiger aktuell nur in der U21-Nationalmannschaft empfehlen. Beim FC hält man jedoch noch immer große Stücke auf den 20-Jährigen, der zudem noch bis 2024 vertraglich an die Geißböcke gebunden ist. Eine Leihe dürfte bei dem Eigengewächs demnach für alle Parteien am sinnvollsten sein. Sava Cestic hingegen hatte sich im Sommer noch gegen ein Leihgeschäft entschieden. Nach einer Halbserie ohne Kadernominierung für die Profis könnte sich diese Einstellung inzwischen aber geändert haben.

Auch Tomas Ostrak kommt in der Bundesliga bislang nur auf zehn Einsatzminuten. Zwar stand der Tscheche bis zum elften Spieltag jedes Wochenende im Kader der Profis und durfte auch im Pokal gegen den VfB Stuttgart von Beginn an ran. Nachhaltig überzeugen konnte der offensive Mittelfeldspieler aber offensichtlich nicht, sodass der 21-Jährige bis zu seiner Muskelverletzung zuletzt ebenfalls für die U21 zum Einsatz gekommen war. Das Problem bei Ostrak: Der Vertrag der Youngsters läuft im kommenden Sommer aus. Nun werden die Verantwortlichen entscheiden müssen, ob sie dem U21-Nationalspieler langfristig den Sprung in die Bundesliga zutrauen und den Vertrag noch einmal verlängern. Aktuell ist eine Trennung im Winter jedoch nicht auszuschließen.

Wenig Spielzeit für Ehizibue und Meré

Auch Kingsley Ehizibue könnte sich im Winter nach einer Luftveränderung umsehen. Hinter Benno Schmitz und Kingsley Schindler ist der Rechtsverteidiger aktuell nur noch die dritte Wahl. Gegen Arminia Bielefeld war der Niederländer erstmals seit knapp vier Wochen wieder zu einem Kurzeinsatz gekommen. Bei einem passenden Angebot würden die Verantwortlichen dem 26-Jährigen aber wohl keine Steine in den Weg legen.

Und dann wäre da noch das ewige Rätsel um Jorge Meré. Zwischen dem zweiten und achten Spieltag war der Spanier immer zum Einsatz gekommen und hatte sich dabei nur wenig zu Schulden kommen lassen. Im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart zeigte der Innenverteidiger zudem im Verbund mit Timo Hübers eine starke Leistung, sodass der FC an diesem Tag zum einzigen Mal in der bisherigen Saison ohne Gegentor geblieben war. Seither spielt Meré jedoch keine Rolle mehr, ist seit sechs Bundesliga-Spielen in Folge nun schon ohne Einsatz und hinter Czichos, Kilian und Hübers nur noch Innenverteidiger Nummer vier. Zu wenig für die Ansprüche des Spaniers, der sich seine Rolle in dieser Saison sicherlich anders vorgestellt hatte.

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