Denis Lapaczinski. (Foto: Bopp)

Denis Lapaczinski. (Foto: Bopp)

Erst Comeback, Dann Klage: Das Lapaczinski-Problem

Der 1. FC Köln streitet sich mit seinem nicht mehr gewünschten Teammanager vor Gericht. Denis Lapaczinski ist Ende der vergangenen Woche wieder ans Geißbockheim zurückgekehrt. In dieser Treffen sich beide Parteien nun vor dem Richter. Weil sich der einstige Vertraute von Armin Veh und der FC nicht auf eine Abfindung einigen konnten, muss der Klub den Mitarbeiter weiter bezahlen. Mit den ihm neu zugeteilten Aufgaben zeigt sich dieser aber unzufrieden. Einmal mehr wird eine Trennung beim FC zum Rechtsstreit.

Dass der 1. FC Köln seit Jahren so manchen Fußballprofi bezahlt, obwohl man von diesem eigentlich gar keine Gegenleistung mehr erhält oder diesen Spieler eigentlich gar nicht mehr im Kader sehen will, ist bekannt. Die teils millionenschweren Verträge der Vergangenheit hängen den Geißböcken wie tonnenschwere Ketten um den finanzschwachen Hals.

Dass der 1. FC Köln aber auch andere Mitarbeiter nicht abfinden kann, weil einfach kein Geld da ist, zeigt sich nun an der Personalie Denis Lapaczinski. Der ehemalige Teammanager akzeptierte im arbeitsrechtlichen Streit mit dem Klub die angebotene Abfindung für eine Vertragsauflösung nicht. Stattdessen erschien der 40-jährige Ende der vergangenen Woche wieder am Geißbockheim, als sei nie etwas gewesen. Und nun sehen sich die Parteien vor Gericht wieder.

Die Klage: Nur ein formaler Akt?

Wie das Arbeitsgericht Köln in einer Pressemitteilung bestätigte, geht es am Freitag um 14 Uhr unter dem Aktenzeichen 7 Ga 11/22 um Lapaczinskis Klage auf Wiedereinstellung in seiner alten Position. “Er ist der Ansicht, dass die ihm aktuell zugewiesenen Aufgaben nicht seiner Position entsprechen. Er beantragt im Wege der einstweiligen Verfügung, ihn als Teambetreuer/Teammanager insbesondere auch mit der Kerntätigkeit der Betreuung der Lizenzspieler während der Ligaspiele zu beschäftigen.”

Die Klage ist freilich nur ein formaler Akt. Lapaczinski dürfte sich bewusst sein, dass er beim FC nicht mehr in dieser Funktion tätig werden wird. Marius Laux hat die Aufgaben längst übernommen. Dem 40-Jährigen dürfte es wohl einzig um eine höhere Abfindung gehen. Denn diese ist in der Regel die Folge einer solchen Klage – das Zauberwort heißt “außergerichtliche Einigung”.

Lapaczinskis Rückkehr ist ein Treppenwitz

Welche Aufgaben Lapaczinski zuletzt an der Geschäftsstelle zugeteilt wurden, ist nicht bekannt. Doch dass der ehemalige Betreuer überhaupt zum FC zurückkehren konnte, ist eigentlich ein Treppenwitz. Im Dezember war der einstige Fußballprofi freigestellt worden, nachdem er sich nicht gegen das Coronavirus hatte impfen lassen. Doch dies soll, so hörte man anschließend, nicht der einzige Grund gewesen sein. Die sportliche Führung habe auf dieser Position ohnehin eine Veränderung angestrebt.

Lapaczinski war einst von Armin Veh zum FC geholt worden. Doch richtig angekommen war der gebürtige Reutlinger in Köln und am Geißbockheim nie. Die Freistellung im Dezember 2021 schien einer der letzten Akte beim FC zu sein, die verbliebenen Fäden zur unglückseligen Ära Veh zu durchtrennen und auf allen Ebenen einen Neustart herbeizuführen. Doch dafür bedarf es offenbar nun noch eines arbeitsrechtlichen Kampfes vor Gericht.

Kaspari als weiteres Beispiel

Damit muss der FC einmal mehr lernen, dass geltende Verträge zur Belastung werden können. Ein anderes Beispiel: Markus Gisdol war im April 2021 entlassen worden. Und eigentlich hatte es im Umfeld des Klubs geheißen, dass dies auch für seinen langjährigen Vertrauten und Assistenten Frank Kaspari gegolten hätte. Doch der FC hatte sich die Abfindung für Kaspari offenbar nicht leisten können. Stattdessen wurde dieser einige Monate später als neuer Leihspieler-Betreuer präsentiert. Genauso wurde vor ihm mit Manfred Schmid verfahren.

Aktuell kümmert sich Kaspari übrigens um sage und schreibe zwei Leihspieler: Noah Katterbach und Dimitris Limnios. Und so gibt der FC seit Jahren pro Saison eine sechsstellige Summe für Mitarbeiter aus, deren Verträge man nicht aufgelöst bekommt und für die deshalb aus der Not heraus neue Posten geschaffen wurden, um ihnen pro forma eine Aufgabe zu geben. Teure Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, denen nun mit Lapaczinski eine neue Episode hinzugefügt wurde.

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