Salih Özcan und Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Salih Özcan und Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Özcan will in Köln bleiben: “Ich bin ein Kölner Junge…”

Salih Özcan ist einer der großen Gewinner in dieser Saison beim 1. FC Köln. Den langen Ausfall von Ellyes Skhiri hat das kölsche Eigengewächs genutzt, um sich als uneingeschränkter Stammspieler festzusetzen und in seiner sportlichen Entwicklung einen wichtigen Schritt zu gehen. Steffen Baumgart überredete den 24-Jährigen, beim FC zu bleiben. Nun will Özcan das auch selbst – womöglich über 2023 hinaus.

Als Salih Özcan im Frühjahr 2021 über seine Zukunft sprach, schien klar, dass er den 1. FC Köln verlassen würde. Ein Abstieg der Geißböcke hätte diese Entscheidung besiegelt, der Klassenerhalt und die Verpflichtung von Steffen Baumgart brachten die Entscheidung des Mittelfeldspielers aber noch einmal ins Wanken. Und tatsächlich: Ende Juni verlängerte Özcan doch noch beim FC.

Baumgart wollte Özcan unbedingt behalten, sah ihn als künftigen Sechser oder Achter in seinem Team, als potentieller Nachfolger von Ellyes Skhiri, zusammen mit Dejan Ljubicic. Doch der Saisonstart verlief holprig. In Jena im DFB-Pokal schwach, fand er sich in der Bundesliga zunächst auf der Bank wieder. In den ersten sieben Saisonspielen durfte Özcan nur einmal in Freiburg von Beginn an ran, und dann erlebte er – als er endlich wieder in der Startelf stand – sein persönliches Waterloo beim 0:5 in Hoffenheim.

Özcan macht Skhiris Ausfall vergessen

Doch genau dieses Spiel war für Özcan ein Knackpunkt. Aus einer Partie, in der er sich immer wieder zu spät vom Ball trennte, entscheidende Zweikämpfe verlor und das Spieltempo nicht mitging, zog der heute 24-Jährige die richtigen Konsequenzen. Seitdem ist er in den Zweikämpfen stärker geworden, vor allem aber sicherer am Ball. So stabil, dass er in den folgenden 13 Bundesliga-Spielen zwölf Mal über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen stand und sogar den monatelangen Ausfall von Ellyes Skhiri vergessen machte.

“Ich bin froh, dass ich meine Leistungen zeigen und der Mannschaft helfen kann”, sagte Özcan am Dienstag am Geißbockheim. “Wenn ein Spieler seinen Rhythmus hat, kommt er in Abläufe rein.” Sein Spiel mit Ball habe er umgestellt, sein Spiel gegen den Ball beibehalten. “Ich versuche, einfacher zu spielen, mit weniger Kontakten. In den Zweikämpfen bin ich aber weiter der, der ich früher war.” Gerade das schnellere Trennen vom Ball und die damit kürzeren Ballbesitzphasen haben dem Spiel des gebürtigen Kölners gut getan. Baumgart fordert dies von allen Spielern ein, doch Özcan ist einer derjenigen, die es inzwischen am besten verinnerlicht haben.

Özcan will bleiben – auch über 2023 hinaus?

“Ich habe ein offenes und direktes Verhältnis zum Trainer. Er hat mich damals überzeugt, dass ich zu seiner Art Fußball passe”, sagte Özcan über Baumgart. Der FC-Trainer war einer der entscheidenden Gründe für Özcans Verbleib gewesen, und weil sich der Spieler auf einen Zwei-Jahres-Vertrag mit den Geißböcken einigen konnte, startet er nun endlich in der Bundesliga durch.

Die Vertragslaufzeit bis 2023 führt aber naturgemäß nun schon wieder zu der Frage: Wird Özcan dem FC noch länger erhalten bleiben, im Sommer für eine Ablöse wechseln oder womöglich auf einen ablösefreien Wechsel 2023 spekulieren? Es scheint, als schließe Özcan zumindest einen Abschied in 2022 aus. “Ich habe noch ein Jahr Vertrag, dann schauen wir, wie die Gespräche laufen werden. Aber ich bin ein Kölner Junge, ich glaube, da wird nichts passieren. Wir werden im nächsten Jahr sehen, was passiert.”

“Im nächsten Jahr” heißt: Der FC kann sich im Sommer auf andere Personalien konzentrieren und nach dem kommenden Transferfenster mit dem Spieler zusammensetzen. Dann wird ein weiterer Teil des Umbruchs im Kader vollzogen und die Weichen für die Zukunft gestellt sein. Özcan ist einer von insgesamt 14 Spielern, deren Verträge 2023 auslaufen werden. Fraglos gehört er zu jenen, deren Verträge die Geißböcke gerne eher früher als später verlängern würden. Und der 24-Jährige scheint genau dafür offen. Das hatte vor einem Jahr noch gänzlich anders ausgesehen.

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