Anthony Modeste bejubelt sein erstes Profi-Tor im Januar 2008 gegen Rennes. Rechts jubelt Lilian Laslandes mit. (Foto: IMAGO / PanoramiC)

Anthony Modeste bejubelt sein erstes Profi-Tor im Januar 2008 gegen Rennes. Rechts jubelt Lilian Laslandes mit. (Foto: IMAGO / PanoramiC)

Modeste dankbar: “Lilian Laslandes hat mich geprägt!”

Anthony Modeste hat bislang 74 Pflichtspieltore für den 1. FC Köln erzielt. Bei 150 Pflichtspielen macht dies eine Quote von 0,493 Tore pro Spiel. Besonders beeindruckend: Modeste trifft vor allem per Kopf. Kaum ein Stürmer in Europa ist so stark in der Luft wie der 33-Jährige. Was kaum einer weiß: Der Franzose lernte das Kopfballspiel von einem der größten Transferflops des 1. FC Köln: von Lilian Laslandes.

Lilian Laslandes, oder wie ihn so mancher FC-Fan heute noch ruft: Laslandesliga! Sein Name steht bei den Geißböcken sinnbildlich für die zahllosen Transferflops der 1990er und 2000er Jahre. Im Januar 2002 war Laslandes vom FC ausgeliehen worden. Die Geißböcke steckten tief im Abstiegskampf und brauchten dringend einen Stürmer mit eingebauter Torgarantie. Der FC entschied sich für Laslandes, französischer Nationalspieler, der sechs Jahre in Folge für Auxerre und Bordeaux in der Lique 1 zweistellig getroffen hatte und daraufhin nach Sunderland gewechselt, dort aber nicht glücklich geworden war.

Laslandes wechselte auf Leihbasis zum FC – und wurde zum Super-Flop. Sieben Spiele, null Tore – Friedhelm Funkel sortierte den Franzosen vor Saisonende sogar endgültig aus, weil er die Hoffnung aufgegeben hatte, dass der Leihspieler den Geißböcken weiterhelfen könnte. Laslandes ging zurück nach England, doch ein halbes Jahr später flüchtete er zurück in seine Heimat, wo er das Toreschießen umgehend wiederentdeckte, im Herbst seiner Karriere noch einmal für Nizza und Bordeaux spielte – und Anthony Modeste das Toreschießen beibrachte.

Modeste über Laslandes: “Ich bin ihm sehr dankbar”

Wie bitte? Ja, genau. Schon in der Saison 2003/04, als der damals 15-jährige Modeste im Nachwuchs bei OGC Nizza spielte, knipste Laslandes zehnmal für die Erstliga-Mannschaft, während Modeste von der Tribüne aus zuschaute. 2007 nach einem Intermezzo in Bordeaux kehrte Laslandes schließlich für ein letztes Jahr vor seinem Karriereende nach Nizza zurück. Es war die letzte Profi-Saison für “Laslandesliga”, doch im Kader des OGC stand nun auch ein blutjunger Angreifer mit 19 Jahren: Anthony Modeste, der 2007 Profi wurde.

Heute, 15 Jahre später, nennt Modeste zwei Mitspieler als wichtigste Einflüsse in seiner Karriere: den zentralen Mittelfeldspieler Cyril Rool sowie Lilian Laslandes. Im Interview mit dem GEISSBLOG (erscheint am Freitag, den 1. April) erzählte Modeste: “Ich habe nach fast jedem Training mit ihm vor dem Tor gearbeitet. Lilian war auch kopfballstark und hat mir Tipps gegeben. Man kann schon sagen, dass er mich geprägt hat. Wenn du als junger Spieler gerade anfängst mit den Profis zu trainieren, brauchst du jemanden, der dir hilft. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass ich mit ihm spielen durfte und er mir so geholfen hat.”

Modestes Debüt-Tor an Laslandes’ Seite

Kurios: Modeste feierte sein Profi-Debüt damals am ersten Spieltag der Saison 2007/08 im Auswärtsspiel bei SM Caen. Modeste wurde für Rool eingewechselt und stürmte in der Schlussphase neben Laslandes. Doch das Sturm-Duo konnte die 0:1-Niederlage nicht mehr abwenden. In den folgenden Monaten entwickelte sich Modeste zum Joker hinter Laslandes, sein erstes Tor jedoch erzielte der heutige Star des 1. FC Köln erst Monate später – in seinem zweiten Startelf-Einsatz, als er erstmals neben Laslandes als Doppelspitze ran durfte, gegen Stade Rennes im Januar 2008 (siehe Bild).

Noch heute ist Modeste Laslandes dankbar. Die Karrieren der beiden Franzosen unterscheiden sich in einem Punkt deutlich: Während Laslandes in Frankreich als Knipser galt und in 401 Ligaspielen 126 Tore erzielte, konnte der einstige Nationalspieler bei seinen beiden Auslandsstationen in Köln und Sunderland in 17 Pflichtspielen kein einziges Tor erzielen. Modeste hingegen traf – sein unglückliches Leihgeschäft nach St. Etienne 2021 ausgenommen – für all seine Vereine im In- und Ausland und schaffte seinen Durchbruch in der Bundesliga, wo er inzwischen auf Platz acht der besten Torjäger in der Geschichte des 1. FC Köln liegt.

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