Luca Kilian bejubelt seinen Siegtreffer gegen die ehemaligen Kollegen. (Foto: IMAGO / Hufnagel)

Luca Kilian bejubelt seinen Siegtreffer gegen die ehemaligen Kollegen. (Foto: IMAGO / Hufnagel)

Erst Eigentor, dann Siegtor: Kilian krönt Achterbahnfahrt

Der 1. FC Köln hat den 1. FSV Mainz 05 in einer emotionalen Partie nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 (0:1) bezwungen. Luca Kilian wurde gegen seinen Ex-Klub zum Mann des Tages – nach einem Eigentor in der 14. Minute erzielte er spät den Siegtreffer für die Geißböcke.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Vor dem Spiel war erstmals seit dem 29. Februar 2020 wieder alles so, wie es sich für Müngersdorf gehört: Die aktive Fanszene war zurück, und das mit einer großen Choreografie. Die Hoffnung war, dass die Energie von den Rängen die ersatzgeschwächten Kölner (ohne Hübers, Schmitz, Thielmann, Schindler, Andersson) zu einer Leistung anspornen würde, um das 0:1 bei Union Berlin vergessen zu machen. Auch, weil die Truppe unter Steffen Baumgart bis zu diesem 29. Spieltag in der Liga noch nicht zweimal in Folge verloren hatte.

Moment des Spiels

In der 82. Minute stand Müngersdorf Kopf. Nach dem 2:2-Ausgleich nur vier Minuten zuvor wollte jetzt sogar den Sieg. Louis Schaub holte mit großem Einsatz vor der Südkurve einen Eckball raus. Mark Uth brachte den Ball – wie schon beim 1:2 – gefährlich vor das Tor. Salih Özcan sprang aus dem Rückraum in den Ball, und schon dieser Kopfball hätte das Tor verdient gehabt. Doch Robin Zentner packte eine starke Parade aus. Mehr als den Ball von der Linie kratzen, gelang dem Mainzer Torhüter jedoch nicht. Und so stand ausgerechnet Luca Kilian, der Unglücksrabe des 0:1 und der ehemalige Mainzer, am Pfosten goldrichtig und schob den Ball zum 3:2-Siegtreffer über die Linie.

Die weiteren Tore

In der 14. Minute verlor der FC einen Ball in der gegnerischen Hälfte. Über einen Doppelpass gelangte Jonathan Burkardt halbrechts in Ballbesitz und zog unbehelligt in Richtung Strafraum. Kilian stellte sich dem Junioren-Nationalspieler entgegen und wollte dessen Schuss aus 17 Metern abblocken. Doch während Burkardts Rechtsschuss wohl am langen Pfosten vorbeigegangen wäre, fälschte Kilian die Kugel unhaltbar für Marvin Schwäbe ins kurze Eck ab – das frühe 0:1 zu einem Zeitpunkt, als der FC noch nicht im Spiel war und zu behäbig wirkte.

In der 55. Minute hebelte ein einfacher Ball aus der gegnerischen Hälfte den FC aus. Jeff Chabot, der gegen Mainz den gesperrten Hübers ersetzte und einen gebrauchten Tag erwischte, konnte Karim Onisiwo nicht folgen und musste ansehen, wie dieser den Ball aus spitzem Winkel in eben jenen zum 0:2 jagte. Die Partie schien entschieden, denn bis dahin spielte der FC alles andere als gut.

In der 60. Minute kam der 1. FC Köln zurück ins Spiel. Eine Ecke von Mark Uth verlängerte Anthony Modeste per Kopf auf den langen Pfosten. Dort stand Ellyes Skhiri goldrichtig und köpfte den Ball zum Anschlusstreffer über die Linie.

In der 78. Minute war es so weit. Der FC belohnte sich für die Leistungssteigerung nach dem zwischenzeitlichen 0:2. Nach einem langen Ball auf Uth konnte sich dieser erst nicht durchsetzen, als er sich den Ball auf seinen linken Fuß legen wollte. Doch der Angreifer setzte nach und spitzelte die Kugel in den Strafraum. Aus dem Rückraum kam der eingewechselte Dejan Ljubicic herangeeilt und fackelte nicht lange. Der Österreicher nahm den Ball direkt und verwandelte mit der Innenseite aus 15 Metern in den Torwinkel zum 2:2-Ausgleich.

Fazit

In der Nachspielzeit hielten die Fans noch einmal den Atem an. Marcus Ingvartsen setzte einen Schuss nach Abpraller aus acht Metern freistehend über das Tor. Der 3:3-Ausgleich wäre der Stimmungstöter gewesen. Doch die Choreografie des Tages war perfekt – nicht nur in der Südkurve. Der FC drehte zur Rückkehr der aktiven Fanszene nach Müngersdorf ein 0:2 in ein 3:2 und ließ Müngersdorf so erbeben. Die Fans feierten hinterher die Spieler und träumten von Europa – denn mit jetzt 43 Punkten sprang der FC vorübergehend nicht nur auf Rang sieben, sondern auch wieder in die Nähe von Hoffenheim und Freiburg, die am Sonntag schwere Auswärtsspiele vor sich haben.

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