Mark Uth im großen Abschiedsinterview. Im zweiten Teil spricht der 33-Jährige, der mit dem 1. FC Köln den Aufstieg feiern will und anschließend seine Karriere beenden wird, unter anderem über eine gescheiterte FC-Rückkehr und Friedhelm Funkel.
Das Interview führten Sonja Gauer und Martin Zenge
GEISSBLOG: Herr Uth, erinnern Sie sich noch daran, gegen welchen Gegner Sie 2011 zum ersten Mal im Profi-Kader des 1. FC Köln standen?
MARK UTH: „Das müsste Gladbach gewesen sein?“
Nein, der 1. FC Kaiserslautern. Da schließt sich am Sonntag ein Kreis.
„Das ist krass. Ich war damals, glaube ich, fünf Spiele im Kader und dann gar nicht mehr.“
Sie sind den Umweg über die Niederlande gegangen und später in Hoffenheim und auf Schalke gelandet. War für Sie immer klar, dass Sie irgendwann zum FC zurückkommen würden?
„Seit ich zwölf war, bin ich am Geißbockheim aufgewachsen. Ich habe immer im Stadion gesessen und davon geträumt, dort unten einmal zu spielen. Ich musste den Umweg gehen, weil Stale Solbakken (FC-Trainer von 2011 bis 2012, Anm. d. Red.) nicht auf mich gesetzt hatte. Es war natürlich mein Ziel, irgendwann zurückzukommen. Ich bin aber auch froh um die Stationen, die ich hatte.“
Schmadtke wollte Doppelsitze Uth/Cordoba
2020 kamen Sie auf Leihbasis zurück, im Sommer 2021 dann fest. Es gab allerdings auch schon früher Bemühungen, Sie zu verpflichten.
„Nach meinem zweiten Jahr in Hoffenheim, wollte Jörg Schmadtke Jhon Cordoba und mich holen. Das war 2017, als der FC unter Peter Stöger in die Europa League eingezogen ist. Wir hätten die Doppelspitze bilden sollen. Ich wollte das unbedingt machen und habe das Hoffenheim auch so kommuniziert. Julian Nagelsmann wollte mich aber unter keinen Umständen gehen lassen. Lustigerweise habe ich dann, als ich im Januar 2020 zum FC ausgeliehen wurde, mit Cordoba in der Doppelspitze gespielt. Das hat ganz gut funktioniert.“
Wie ordnen Sie die Zeit beim FC in Ihrer Karriere ein?
„Dadurch, dass ich die letzten zwei Jahre wenig gespielt habe, ist es ein bisschen verschwommen. Das erste Jahr war weltklasse, das zweite war auch noch okay, auch wenn ich nicht so viel gespielt habe. Dann kam der Abstieg. Deswegen krönen wir das jetzt mit dem Aufstieg. Ich bin hier in Köln geboren und aufgewachsen. Ich werde hier auch später mit meiner Familie wohnen. Deswegen habe ich mit dem Wechsel damals alles richtig gemacht.“
Wenn wir am Ende aufsteigen, war es genau die richtige Entscheidung.
Mark uth über die Funkel-Verpflichtung
Dass Friedhelm Funkel nun der letzte Trainer Ihrer Karriere wird, haben Sie wahrscheinlich auch nicht kommen sehen. Wie haben Sie die letzten Wochen erlebt? War der Trainerwechsel aus Ihrer Sicht notwendig?
„Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Aber Friedhelm macht es, wie es Friedhelm eben macht: Ganz in Ruhe, er gibt jedem ein gutes Gefühl. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen. In den letzten zehn Tagen zu versuchen, taktisch alles umstellen, macht auch keinen Sinn. Wenn wir am Ende aufsteigen, war es genau die richtige Entscheidung.“
Uth: „Wir müssen uns schon verstärken“
Wie ist Ihr persönlicher Plan für Sonntag? Haben Sie mit Friedhelm Funkel schon besprochen, wann Sie reinkommen?
„Noch nicht. Ich werde nicht von Anfang an spielen, hoffe aber natürlich, Spielzeit zu bekommen. Hauptsache, wir gewinnen.“
Falls der Aufstieg klappt: Wie sehen Sie den 1. FC Köln für die Bundesliga aufgestellt?
„Wir müssen uns an der ein oder anderen Stelle schon verstärken.“
Ich will, dass die Jungs jedes Spiel gewinnen, kann mich aber auch hineinversetzen, wenn Sie verlieren. Daher werde ich kein Pöbel-Fan sein.
Mark Uth
Mit einem Zehner vermutlich.
(lacht) „Da haben wir Luca Waldschmidt und auch Florian Kainz, der das gut spielen kann. Es gibt einige Position, auf denen wir nachlegen müssen, um uns auch in der Breite besser aufzustellen. Die Bundesliga ist noch mal ein anderes Thema als die 2. Liga.“
Und Sie sehen wir dann bei jedem Heimspiel als Unterstützer im Stadion?
„Wenn ich kann, werde ich bei jedem Heimspiel da sein. Ich brauche keinen Abstand vom Fußball. Ein bisschen Wehmut wird dann schon dabei sein. Ich will, dass die Jungs jedes Spiel gewinnen, kann mich aber auch hineinversetzen, wenn Sie verlieren. Daher werde ich kein Pöbel-Fan sein (lacht).“








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