Jörn Stobbe, Jörg Alvermann und Ulf Sobek sollen der neue Vorstand des 1. FC Köln werden. Das Trio des Mitgliederrates hat sich am Mittwoch vorgestellt. Dabei bezog Präsidentschafts-Kandidat Stobbe klar Stellung zur Investorenfrage.
Als Jörn Stobbe den Raum der Pressekonferenz im RheinEnergieStadion betrat, reckten die Anwesenden die Köpfe. Der Grund: Stobbe ist 2,06 Meter groß, ein ehemaliger Handballer, der in der Regel den Kopf einziehen muss, wenn er durch eine Tür treten will. Wenn es nach dem Willen des Mitgliederrates geht, soll Stobbe im September zum nächsten Präsidenten des 1. FC Köln gewählt werden.
Zusammen mit Stobbe werden sich Dr. Jörg Alvermann und Prof. Dr. Ul Sobek zur Wahl stellen. Das Trio präsentierte sich am Mittwoch erstmals der medialen Öffentlichkeit. Dabei stand eine Frage schnell im Mittelpunkt: Wie steht das Vorstandsteam, insbesondere Stobbe, zu Investoren? Der Grund: Stobbe hatte sich selbst mal im Fußball als Investor engagiert. Zumindest indirekt.
Dieter Müller sprach Stobbe an
„Das war ein Hauptthema, dem ich im Auswahlprozess Rede und Antwort stehen musste“, gab Stobbe am Mittwoch offen zu Protokoll. Denn der Mitgliederrat war durchaus skeptisch gewesen. Schließlich hatte Stobbe einst Kickers Offenbach geholfen und das „Bündnis Kickers“ ins Leben gerufen – ein Zusammenschluss an Geldgebern, um den hessischen Traditionsclub vor der Insolvenz zu retten.
„Dieter Müller hat mich damals gefragt, ob ich den Kickers helfen kann.“ Der damalige Präsident Frank Ruhl hatte sich Anteile am Club gesichert, was einige Fans und ehemalige OFC-Spieler gestört hatte. Darauf rief Müller Stobbe an, und letztlich gründete man die Bündnis Kickers GmbH als Tochterfirma einer Beteiligungsgesellschaft, die der Ehefrau und zwei Kindern Stobbes gehörte. Dieses Bündnis übernahm Ruhls Anteile und löste so den Konflikt beim OFC.
Da gebe ich ein klares Commitment ab: Der FC bleibt investorenfrei.
Jörn Stobbe
„Ich selbst war nicht investiert“, sagte Stobbe, machte aber klar, dass seine Familie „passiv dabei gewesen ist, um Hilfestellung zu geben“. Inzwischen aber hat die Familie ihre Beteiligung wieder beendet. Ein Umstand, der nach GEISSBLOG-Informationen auch von der Wahlkommission des 1. FC Köln noch einmal geprüft wurde, um Interessenskonflikte zu vermeiden.
Doch der Mitgliederrat wollte im Vorfeld der Nominierung wissen, wie Stobbe insgesamt zu Investoren im Fußball und beim FC stünde. Und da gab der 59-Jährige eine Antwort, die er auch am Mittwoch wiederholte. „Da gebe ich ein klares Commitment ab: Der FC bleibt investorenfrei.“ Und er ergänzte: „Das kann man am besten machen, wenn man Investoren versteht und weiß, wie sie funktionieren.“
Auch Alvermann und Sobek stehen zu 50+1
Kurzum: Stobbe wollte am Mittwoch zeigen, dass seine Expertise als Investor für den FC sogar ein Vorteil sein könne. „Der FC braucht keine Investoren und würde unter mir auch keine bekommen“, stellte der Immobilienmanager klar. Ein Investor würde für ein Geld immer argumentieren, dass er Know-how in den Club einbringen würde. „Aber dieses Know-how sitzt hier auf dem Podium“, sagte Stobbe. „Bin ich also der Richtige? Ja, weil ich den FC vor Investoren schützen werde.“
Dieses Bekenntnis hatte den Mitgliederrat im Auswahlprozess beruhigt und soll auch die Fans beruhigen. Dazu passte, dass Steuer- und Sportrechtler Alvermann nachzog: „Ich bin Sportrechtler, der im Vereins- und gemeinnützigen Recht zuhause ist.“ 50+1 sei eines der wichtigsten Themen, die auf den Vorstand warten würden. „Und dazu wollen wir stehen.“ Der Mitgliederrat hat also ein Team präsentiert, das auch künftig für einen investorenfreien FC stehen will.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!