Rund 4.000 Fans des 1. FC Köln haben am Sonntagmittag für den Ausbau des Geißbockheims demonstriert. Dabei richteten die Verantwortlichen der Geißböcke einen deutlichen Appell an die Politik.
Zum Abschluss seiner Rede wurde Philipp Türoff emotional. Der Geschäftsführer des 1. FC Köln erhob noch einmal die Stimme und rief nicht nur den Demonstranten, sondern vor allem den Politikern der Stadt Köln von der Bühne am Heumarkt aus zu: „Beenden Sie endlich diesen Stillstand! Hören Sie auf, die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel zu setzen und treffen Sie die einzig richtige Entscheidung: Handeln Sie endlich!“
Am Sonntagmittag ging es in der Kölner Innenstadt um den Ausbau des Geißbockheims, aber nicht nur. Tausende Fans waren gekommen, um ein Zeichen für den Sport in der vermeintlichen Sportstadt Köln zu setzen. Fanclub und Ultras, Verantwortliche des FC genauso wie interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Es geht um 0,6 Prozent des Grüngürtels
Zwei Wochen vor den Kommunalwahlen in Köln stieg der FC mit dieser Demonstration in den Wahlkampf ein. „Wir werden seit Jahren vor aller Kölner Augen im Stich gelassen“, sagte Türoff. Seit fünf Jahren wird der Ausbau im Grüngürtel bekanntlich vom Noch-Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt per Moratorium verhindert.
„Es geht 0,6 Prozent der Fläche des äußeren Grüngürtels. Das ist eine maßvolle und sinnvolle Lösung, die auch dem Breitensport helfen wird“, sagte Türoff zum Verhältnis zwischen dem Bau neuer Fußballplätze und dem Grüngürtel, der traditionellen Heimat des Clubs. „Wir bauen dort keine Betonwüste oder ein Atomkraftwerk, sondern moderne Fußballplätze. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Jetzt ist die Politik gefordert.“
Ihr könnt nicht am Wochenende unsere gesellschaftliche Rolle loben und uns an den Werktagen die Grundlage für diese Arbeit verweigern
Eckhard Sauren
Auf der Kundgebung am Heumarkt sprachen neben Türoff auch FC-Profi Marina Hegering, Fan-Vertreter Sebastian Kalker sowie Vizepräsident Eckhard Sauren. Letzterer machte deutlich, dass es mit der Instrumentalisierung des FC durch die Politik zu Ende sein müsse. „Wir sagen der Politik ganz klar: Ihr könnt nicht am Wochenende unsere gesellschaftliche Rolle loben und uns an den Werktagen die Grundlage für diese Arbeit verweigern“, sagte Sauren.
Eine erste Wirkung der Demonstration konnte man schon im Vorfeld insbesondere bei der CDU beobachten. Die viel kritisierte Partei, die in den vergangenen Jahren mehrfach in ihrer Haltung zum FC umgekippt war, versucht nun die nächste Wende, nachdem man sich noch im aktuellen Wahlprogramm klar gegen die Bebauung der Gleueler Wiese durch den FC positioniert hatte.
CDU-Politiker versuchen nächste Kehrtwende
Oberbürgermeister-Kandidat Markus Greitemann sagte in einem Instagram-Video: „Realität ist, dass eine Mehrheit gefunden werden muss, die die Interessen des FC und der Stadtgesellschaft unter einen Hut bringt. Als Oberbürgermeister werde ich diese Mehrheit herbeiführen.“ Greitemann erklärte damit zwar seinen Willen, eine Lösung herbeizuführen. Eine klare Zusage zu den Fußballplätzen auf den Gleueler Wiesen gab er jedoch nicht, sprach lediglich von einem nötigen Kompromiss.
Sein Partei-Kollege Oliver Kehrl teilte derweil auf LinkedIn mit: „Der FC muss sich am Geißbockheim weiter entwickeln dürfen. Das ist seit 2020 klar verabredet und das müssen wir in der Politik einhalten und umsetzen.“ Offen ist, wie andere Teile der CDU dies sehen. Bekanntlich hatte die Partei erst kürzlich noch versucht, zusammen mit den Grünen und Volt die Gleueler Wiese dauerhaft zu schützen.































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