Hinter Thomas Kessler liegt der erste Sommer als Sportchef des 1. FC Köln. Im WDR-Podcast Einfach Fußball hat der 39-Jährige auf die vergangenen Monate zurückgeblickt und verraten, wie das erste Treffen mit Lukas Kwasniok ablief.
In einem Hotelzimmer in Frankfurt wurde der Grundstein für den erfolgreichen Saisonstart des 1. FC Köln gelegt. Als das Werben der Geißböcke um Wunschtrainer Lukas Kwasniok ernst wurde, traf man sich auf halber Strecke am Main. Thomas Kessler berichtet in der neuen Episode des Podcasts Einfach Fußball, wie der FC und sein Chefcoach zueinander fanden.
In Köln konnte man das Geheimtreffen mit einem Trainerkandidaten keinesfalls durchführen, Kwasniok wiederum wohnt in der Nähe von Karlsruhe – und so dachte Kessler an seine Profi-Zeit bei der Eintracht zurück: „Da ich mal in Frankfurt gespielt habe, habe ich mich an ein Hotel erinnern können. Ein bisschen außerhalb, ich wusste, da kann man sich zurückziehen.“
Kessler: „Waren inhaltlich auf einer Wellenlänge“
Hier fand das erste persönliche Treffen der FC-Verantwortlichen mit Kwasniok statt. „Man mietet ein Hotelzimmer und trifft sich da. Ich habe Lukas Berg mitgenommen, weil mir wichtig war, dass noch jemand mit einem anderen Blick draufschaut“, erzählt Kessler im Podcast. Berg und er seien „in vielen Punkten nicht ähnlich, deswegen können wir gut zusammenarbeiten“.
Im Normalfall dauere so ein Kennenlerngespräch zwei Stunden – aber nicht beim FC und Kwasniok. „Das Gespräch lief so, dass wir nach fünf Stunden auf die Uhr geguckt haben. Wir hatten uns viel zu erzählen und waren inhaltlich auf einer Wellenlänge.“ So war wohl allen Beteiligten schnell klar, dass viel für eine Zusammenarbeit spricht.
Kader-Korrektur? „Ich empfinde es nicht so“
Doch bekanntlich hat Kessler in diesem Sommer nicht nur einen neuen Trainer engagiert, sondern auch den Kader komplett umgebaut (hier die große Transfer-Analyse). Von der Korrektur vergangener Fehler möchte er trotz der vielen Wechsel nicht sprechen „Korrektur ist für extrem negativ konnotiert. Für Außenstehende mag es danach aussehen, ich empfinde es nicht so.“
Was für ihn vielmehr entscheidend ist: „Ich habe das Vertrauen bekommen, meine Ideen umzusetzen.“ Und das in einer Situation, die wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit zulässt, als Kesslers Vorgänger Christian Keller sie hatte. „Wir haben aufgrund von guten wirtschaftlichen Entscheidungen in der Vergangenheit Spielraum. Ich kann in der Bundesliga, mit der Strahlkraft dieses Clubs, meine Ideen umsetzen.“
Ob ich Geschäftsführer oder Sportdirektor bin, ist für mich völlig irrelevant.
Thomas Kessler
Dass er nicht jede Entscheidung seines Vorgängers genauso getroffen hätte, verstehe sich von selbst. Als Lizenzbereichsleiter habe Kessler der Geschäftsführung um Keller „sehr loyal“ zugearbeitet. „Es liegt in der Natur der Sache, dass es in so einer Zeit immer mal Entscheidungen gibt, wo man sagt: Ich würde es anders machen.“
Kessler über seine Rolle
Dass er selbst aktuell nicht der Geschäftsführung angehört, sei unerheblich. „Ob ich Geschäftsführer oder Sportdirektor bin, ist für mich völlig irrelevant“, so Kessler, der seinen Posten als Sportdirektor „nullkommanull als Probezeit“ für eine mögliche Beförderung zum Sport-Geschäftsführer empfindet.
Als Hauptverantwortlicher im Sport gehöre er zur Geschäftsleitung um die beiden Bosse Philipp Türoff und Philipp Liesenfeld. „Der Austausch ist auf Augenhöhe, sehr angenehm und ambitioniert“, berichtet Kessler und freut sich über „zwei Mitstreiter, die richtig Lust haben, diesen Club nach vorne zu bringen“.








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