Der 1. FC Köln ist bereit für den FC Bayern München: Im DFB-Pokal erwarten die Geißböcke einen aktuell nahezu unschlagbaren Gegner. Kann dennoch die Überraschung gelingen?
Wenn der 1. FC Köln am Mittwochabend den FC Bayern München in Müngersdorf empfängt, muss alles für die Geißböcke laufen, damit am Ende der 90 oder 120 Minuten die Mannschaft von Lukas Kwasniok ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzieht. Und das, obwohl der FC Bayern bislang alle 13 Pflichtspiele der Saison wettbewerbsübergreifend gewonnen hat.
Zur Einordnung: Ein solcher Saisonstart ist in der Geschichte der Top-Ligen Europas bislang nur dem AC Mailand einmal gelungen. 14 Pflichtspiel-Siege in Folge zum Start in eine Spielzeit gelang noch nie einem Team. Der FC Bayern könnte diese Marke am Mittwoch knacken – mit einem Sieg bei den Geißböcken.
Wer Underdog ist, muss auch so spielen
Kein Wunder also, dass Lukas Kwasniok sich am Dienstag auf der Pressekonferenz keinen Illusionen hingab. „Gegen die Bayern ist es immer schwierig, aktuell aber so gut wie unmöglich“, sagte der FC-Trainer. „Das ist die Wahrheit ,weil sie einfach unglaublich gut sind, nicht nur fußballinhaltlich, sondern auch von der Bereitschaft. Ich habe selten eine Top-Mannschaft gesehen, die bereit ist, so viel zu investieren.“ Kurzum: „Die können einen Gegner komplett auffressen. Die atmen dich weg.“
Trotz allem Lob für den Gegner wollte der 44-Jährige jedoch nicht sofort klein bei geben. Auch, weil Kwasniok die Rolle des Außenseiters stets lag. „Ich habe selten eine Mannschaft trainiert, die als Favorit in die Saison gegangen ist. Ich war immer ein Underdog-Coach.“ Und so machte der FC-Trainer am Dienstag klar, dass die Geißböcke diese Rolle annehmen würden. „Das macht extrem viel Spaß. Wenn du Underdog bist, musst du auch wie ein Underdog spielen: Wenn du glaubst, dass du mit den Bayern fußballspezifisch mithalten kannst, bist du verwirrt. Du musst die Bayern auf dein Niveau holen.“
„Da geht was!“ Wie Kwasniok seine Spieler motiviert
Genau deshalb werde der FC „vor dem Spiel nicht die weiße Fahne hissen“. Im Gegenteil: Das knappe 0:1 bei Borussia Dortmund habe den eigenen Spielern gezeigt, dass es sehr wohl möglich sei, auch einem überlegenden Gegner Paroli zu bieten. „Es gibt wenige Teilbereiche, in denen du eine solche Mannschaft auf dein Niveau bringen kannst – wie Standardsituationen. Du brauchst mehr als nur das Quäntchen Glück“, sagte Kwasniok. „Du brauchst die gleiche Aufopferungsbereitschaft wie in Dortmund, aber wir haben die Mannschaft, die bereit ist für die nächste Schlacht.“
Und weiter: „Das ist kein Team, das sagt: Wir haben keine Chance. Dieser Glaube entsteht auch im Verlauf eines Spiels.“ In Dortmund hätte seine Truppe früh durch mehrere gute Konter gemerkt, dass der FC der Borussia weh tun konnte. „Dadurch hatten wir das Gefühl: Da geht was. Das brauchen wir auch gegen die Bayern“, sagte Kwasniok. „Es geht um die Taten auf dem Platz, und dann wächst mit jedem Zweikampf, mit jeder vergebenen Chance der Bayern unser Glaube.“ So will der 1. FC Köln am Mittwochabend das Unmögliche schaffen. 13 Spiele, 13 Siege, 47:9 Tore – diese Bilanz der Bayern mag beeindruckend klingen. Mit dem Anpfiff in Müngersdorf soll sie keine Rolle mehr spielen.








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