Jonas Urbig kehrt am Mittwoch mit dem FC Bayern München zum 1. FC Köln zurück. Im DFB-Pokal will er alle Emotionen aus dem Spiel lassen.
Als Jonas Urbig im Herbst 2024 von Trainer Gerhard Struber beim 1. FC Köln auf die Bank gesetzt wurde, war klar: Der Torhüter würde die Geißböcke spätestens im Sommer 2025 verlassen. Doch schon im Winter klopfte der FC Bayern an und man einigte sich auf einen Transfer, der den Geißböcke bislang rund acht Millionen Euro einbrachte und der auf eine zweistellige Millionensumme anwachsen könnte.
Nun steht Urbig erstmals vor der Rückkehr zum FC – im DFB-Pokal als Vertreter von Manuel Neuer. Der 22-Jährige wird am Mittwochabend in Müngersdorf zwischen den Pfosten des Rekordmeisters stehen und versuchen, seinen Jugendclub aus dem Pokal zu werfen. Es wird sein 15. Pflichtspiel für die Bayern sein. Eine beachtliche Bilanz für die Nummer zwei, die sich zum Abschluss der vergangenen Saison Deutscher Meister und Zweitliga-Meister nennen durfte.
Harry Kane und Manuel Neuer als Vorbilder
„Es war die Erfüllung eines Traums“, sagte Urbig nun der Kölnischen Rundschau. „Dadurch, dass ich in der Rückrunde viele Spiele gemacht habe, konnte ich auch einen Teil zum Titel beitragen.“ Deutscher Meister, das kannte Urbig bislang nur aus der U17 beim FC, wo er 2019 hatte feiern dürfen. Nun spielt der Euskirchener Junge bei einem Club, der jedes Jahr jeden nationalen und internationalen Titel gewinnen will.
Und das umgeben von Weltstars. „Ein Harry Kane schlägt aktuell mit seiner Performance seine eigenen Bestmarken. Da kann man sehr viel von lernen“, sagte Urbig, der mit Manuel Neuer und Sven Ulreich zusammen das Torhütergespann bildet. „Unser Verhältnis ist gut, wir arbeiten gut zusammen. Wir gehen bei der Arbeit ins Detail. Da haben Manuel und Sven einfach unglaublich viel Erfahrung, von der ich sehr viel mitnehmen kann.“
Er ist ein wirklich toller Trainer und ein toller Mensch
Jonas Urbig über Vincent Kompany
Es ist kein Geheimnis, dass Urbig beim FC enttäuscht war, als Struber ihn aus dem Tor nahm und die defensivere Grundordnung mit der Dreierkette in der 2. Liga erst einführte, nachdem er Urbig geopfert hatte. So war aus der bis dato anständigen Basis zwischen dem Keeper und dem Österreicher ein unterkühltes Verhältnis geworden, welches im Winter vorzeitig endete. „Es war ein turbulentes halbes Jahr“, blickte Urbig zurück. „Nach der Umstellung auf ein defensiveres System habe ich leider kein Spiel mehr gemacht, um mich beweisen zu können.“
Auffällig offen lobte er dafür seinen heutigen Trainer. Vincent Kompany hat sich beim FC Bayern behauptet und wurde erst kürzlich mit einer Vertragsverlängerung belohnt. „Er ist ein wirklich toller Trainer und ein toller Mensch. Man merkt einfach, dass er jeden Spieler besser machen möchte“, sagte Urbig. „Da merkt man, dass er auch als Spieler auf tolle Stationen zurückblickt und bei Manchester City große Erfolge gefeiert hat.“
Gefühle für Urbig zweitrangig
Nun also die Rückkehr zum FC – mit Wehmut oder großen Emotionen? Das würde nicht zu Urbig passen. „Der FC ist mein Jugendverein. Dennoch gehört das der Vergangenheit an. Ich bin jetzt Spieler des FC Bayern München, und unser Ziel lautet, das Spiel zu gewinnen“, sagte Urbig. „Natürlich ist die Rückkehr nach Köln etwas Besonderes für mich. Aber es soll um unsere Mannschaft gehen und um unser Ziel, in die nächste Runde zu kommen. Da sind Gefühle und Emotionen zweitrangig.“
Am 2. August 2024 durfte Urbig für den FC in der 2. Bundesliga sein Profi-Debüt feiern. 453 Tage später kehrt er mit dem FC Bayern erstmals nach Müngersdorf zurück.








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