Der erste seit Woodcock: Bayern-Hilfe bei FC-Transfer – Gurardiola schwärmt

Jahmai Simpson-Pusey trainierte am Dienstag in La Nucia erstmals mit der Mannschaft des 1. FC Köln. (Foto: GEISSBLOG)
Jahmai Simpson-Pusey trainierte am Dienstag in La Nucia erstmals mit der Mannschaft des 1. FC Köln. (Foto: GEISSBLOG)

Zwischen Champions League und Transfer-Missverständnis: Jahmai Simpson-Pusey hat einen durchaus abwechslungsreichen Karrierestart erlebt. Der GEISSBLOG stellt den ersten Winter-Zugang des 1. FC Köln genauer vor.

Mit Jahmai Simpson-Puseys Verpflichtung kommt es beim 1. FC Köln zu einer absoluten Seltenheit. Der von Manchester City ausgeliehene Innenverteidiger ist in der langen Vereinshistorie des FC erst der zweite Engländer, der mit dem Geißbock auf der Brust aufläuft.

Nummer eins genießt fraglos Kultstatus: Tony Woodcock. Der Stürmer war 1979 für die damals gewaltige Ablösesumme von 2,5 Millionen D-Mark von Nottingham Forest nach Köln gewechselt, bestritt insgesamt 155 Pflichtspiele für den FC, in denen er 46 Treffer erzielte.

Viele Erfolge im Nachwuchsbereich

Der Brexit machte Simpson-Puseys Transfer zu einem komplizierteren Unterfangen als das noch vor einigen Jahren der Fall gewesen wäre. Als Nicht-EU-Ausländer benötigte der 20-Jährige zunächst mal eine Arbeitsgenehmigung. Für eine reibungslose Abwicklung des Wechsels holte sich der FC nach GEISSBLOG-Informationen sogar Erkundigungen bei Bayern München ein, der Rekordmeister hatte in der jüngeren Vergangenheit mit Harry Kane und Erik Dier zwei englische Nationalspieler verpflichtet.

Englischer Nationalspieler will sich natürlich auch Jahmai Simpson-Pusey irgendwann einmal nennen dürfen. Im Nachwuchs der Three Lions stehen für ihn immerhin schon drei Einsätze für die U18 zu Buche. Beim FC könnte er sich in der Rückrunde womöglich für die U21 empfehlen.

Geboren wurde Simpson-Pusey in Huddersfield, nahezu mittig gelegen zwischen Leeds und Manchester. Bereits als Achtjähriger wechselte er in die Nachwuchsakademie der Skyblues, durchlief in der Folge sämtliche Jugendteams und half City, den Trophäenschrank zu füllen. Sowohl mit Manchesters U18 als auch mit der U21 wurde der Verteidiger jeweils zweimal Meister.

Warme Worte von Guardiola

Simpson-Pusey führte Citys Nachwuchsmannschaften zeitweise als Kapitän an und wurde in der Saison 2024/25 auf dem Weg zum U21-Titel als Spieler der Saison in der Premier League 2 ausgezeichnet – wohlgemerkt als erster Abwehrakteur überhaupt.

Da hatte Pep Guardiola schon längst ein Auge auf ihn geworfen. Citys Star-Trainer berief Simpson-Pusey im Oktober 2024 erstmals in den Profi-Kader, wenige Tage vor seinem 19. Geburtstag debütierte das Eigengewächs im EFL-Cup gegen Tottenham. Die Startelf-Premiere folgte umgehend – in der Champions League. Wobei die Cityzens eine herbe 1:4-Niederlage bei Sporting Lissabon hinnehmen musste.

Wir haben einen Innenverteidiger in unseren Reihen, der uns in den kommenden Jahren helfen wird.

Pep Guardiola

Simpson-Pusey durfte dennoch auch vier Tage später in der Premier League in Brighton beginnen. Manchester verlor auch diese Partie (1:2), doch Guardiola war voll des Lobes für den Debütanten: „Der Junge hat wirklich sehr gut gespielt. Seine Gelassenheit, seine Zweikämpfe – alles war gut.“ Der spanische Trainer prophezeite: „Wir haben einen Innenverteidiger in unseren Reihen, der uns in den kommenden Jahren helfen wird.“

Was es zu beweisen gilt. Nach insgesamt sechs Einsätzen für Guardiola stand Simpson-Pusey ab Januar 2025 nicht mehr im Profi-Kader. Im Sommer sollte ihm eine Leihe zu Celtic Glasgow Spielpraxis auf hohem Niveau verschaffen, doch dieses Vorhaben misslang bekanntlich. In der schottischen Liga stand der Verteidiger lediglich fünfmal im Kader, spielte nur einmal.

Wobei es zu beachten gilt, dass bei Celtic in dieser Saison durchaus chaotische Verhältnisse herrschen. Bereits drei verschiedene Trainer standen an der Seitenlinie. Was natürlich auch heißt, dass Simpson-Pusey die Chance hatte, sich bei drei verschiedenen Coaches durchzusetzen.

Simpson als Simpsons-Figur

Beim aus persönlicher Sicht vierten Trainer der Saison, Lukas Kwasniok, soll das nun gelingen. Kwasniok erhofft sich von seinem ersten Winter-Zugang, der per Leihe bis Saisonende kommt und dank einer Kaufoption länger bleiben könnte, vor allem eines: „Qualität“. So brachte es der 44-Jährige nach dem 2:1-Sieg gegen Lugano auf den Punkt.

Sportdirektor Thomas Kessler ist überzeugt, dass Simpson-Pusey diese Qualität mitbringt: „Jahmai wurde bei einem internationalen Top-Club ausgebildet, ist spielstark und ballsicher. Mit seiner Verpflichtung erweitern wir unsere Optionen in der Innenverteidigung und schaffen die notwendige personelle Breite.“

Für den FC auflaufen wird der Youngster mit der Rückennummer 22, wie eine Grafik des Vereins im Stile der Zeichentrickserie Die Simpsons zeigt. In Anlehnung an das Intro der weltbekannten Sitcom schreibt der Neu-Kölner als gelbe Simpsons-Figur an eine Schultafel immer wieder „Come on FC!“ – mit eben jener Zahl auf dem Trikot.

Seinem Vorgänger hat die Rückennummer nicht wirklich Glück gebracht. Jacob Christensen bestritt in zwei Jahren nur acht Pflichtspiele für die FC-Profis, bevor er im vergangenen Sommer zum norwegischen Erstligisten Molde FK wechselte. Zuvor hatte mit Jorge Meré ein anderer Innenverteidiger die 22 getragen. Der Spanier stand immerhin 96-mal für den FC auf dem Platz, wobei ihm der große Durchbruch verwehrt blieb. Simpson-Pusey strebt diesen ganz gewiss an.

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