FC spricht mit Ultras: Das steckt hinter dem Kwasniok-Protest

Lukas Kwasniok in Heidenheim. (Foto: IMAGO / Sven Simon)
Lukas Kwasniok in Heidenheim. (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Hat Lukas Kwasniok die Unterstützung der Ultras beim 1. FC Köln verloren? Nach dem Plakat „Kwasni Yok“ in Heidenheim führten die Geißböcke am Sonntag im Hintergrund zahlreiche Gespräche.

Die Ultras des 1. FC Köln haben am Samstag in Heidenheim überraschend gegen Lukas Kwasniok protestiert. Das Plakat „Kwasni Yok“, welches am Ende des Spiels im Gästeblock aufgehängt wurde (unterzeichnet von der Wilden Horde), war ein deutliches Zeichen gegen den Cheftrainer der Geißböcke. Doch was steckte hinter diese Unmutsbekundung?

Rein sportlich läuft es zwar seit zwei Monaten nicht gut. Für einen Aufsteiger steht der FC aber weiterhin sehr respektabel auf Platz elf in der Bundesliga. Zudem hat es im letzten Jahrzehnt praktisch kein solches Plakat gegen einen der zahlreichen FC-Trainer gegeben, egal wie schlecht es lief. Rufe, Pfiffe und Gesänge – ja. Plakate – nein. So rätselten die Verantwortlichen des Clubs am Samstag zunächst und kündigten Gespräche an.

Was die Ultras kritisieren

Diese Gespräche fanden nach GEISSBLOG-Informationen am Sonntag statt. Vorstand und Geschäftsführung saßen zusammen, ebenso gab es einen Austausch mit Kwasniok. Der Trainer soll demnach überrascht und angefasst reagiert haben, nachdem er am Samstag auf der Pressekonferenz zunächst versucht hatte, das Thema mit dem Verweis auf seine sportlichen Aufgaben zu moderieren.

"Kwasni Yok" stand auf dem Plakat am Samstag in Heidenheim. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
„Kwasni Yok“ stand auf dem Plakat am Samstag in Heidenheim. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Daher gab es am Sonntag ebenfalls einen Kontakt zwischen dem Club und den Ultras. Dabei soll klar geworden sein, dass das Banner nicht nur Ausdruck eines sportlichen Protests gewesen war. Die Ultras kritisieren auch die schlechte Stimmung rund um den FC, den Umgang Kwasnioks mit der Mannschaft und einzelnen Spielern, darüber hinaus sein Auftreten abseits des Sportlichen. Doch auch diese Probleme hat es in unterschiedlichen Ausprägungen in der Vergangenheit mit anderen FC-Trainern gegeben. Warum also jetzt?

Gaben Spieler Informationen weiter?

Diese Frage blieb am Sonntag unbeantwortet. Allerdings fragte man sich beim FC am Sonntag, welchen Ursprung die Informationen und Gerüchte um Kwasniok hatten. Denn so manches, davon ist man am Geißbockheim überzeugt, scheint von einzelnen Spielern mehr oder weniger direkt an die aktive Fanszene weitergegeben worden zu sein. Ein Verdacht, der nun überprüft werden soll.

Immerhin soll das Tischtuch zwischen den Ultras und Kwasniok keinesfalls zerschnitten sein. Die Fans wollten mit dem Plakat ein Warnsignal an den Trainer senden. Ob es in den kommenden Tagen noch zu einer Aussprache zwischen Wortführern der aktiven Fanszene und Kwasniok zusammen mit weiteren FC-Vertretern kommen könnte, blieb am Sonntag offen.

FC-Bosse stehen hinter Kwasniok

Nach GEISSBLOG-Informationen bemühte sich der Club am Sonntag zu verhindern, dass am Mittwoch im Heimspiel gegen den FC Bayern München weitere Plakate gezeigt werden. Dies soll gelungen sein. Die Verantwortlichen machten zudem klar, dass man hinter Kwasniok stehe und auch die teils kritisierten Personalentscheidungen gutheiße. Rückendeckung also für den 44-Jährigen – und der Versuch, die Wogen zwischen Trainer und Fankurve zu glätten. Am Mittwoch wird sich zeigen, ob dies auch gelungen ist.

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