Fünf Ziele für 2026: Selten hatte der 1. FC Köln eine größere Chance

Lukas Kwasniok und Thomas Kessler. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok und Thomas Kessler. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln steht an einem womöglich entscheidenden Punkt in seiner Geschichte. Die Verantwortlichen können den Club in eine bessere Zukunft führen – in allen Bereichen. Dafür braucht es 2026 gute Entscheidungen.

1. Klassenerhalt

Mehrere Jahre wurde es nicht so gehandhabt, aber beim 1. FC Köln soll nun wieder alles dem sportlichen Erfolg der Bundesliga-Männer untergeordnet werden. Das bedeutet: Nichts ist wichtiger in 2026 als der Klassenerhalt der Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok. Dafür braucht es im Winter, das haben die letzten Wochen gezeigt, weitere Neuzugänge. Dafür braucht es harte Arbeit an der Spielidee. Die Voraussetzungen sind weiterhin gut. Nun müssen die Verantwortlichen sie nutzen, um das große Ziel zu erreichen.

2. Kader-Verfeinerung

Schon im Januar muss Sportdirektor Thomas Kessler seinen umgebauten Kader noch einmal justieren, um den Klassenerhalt noch wahrscheinlicher zu machen. Dann aber wird er vor allem den Sommer 2026 vorbereiten. Der Saisonverlauf zeigt, dass viel Arbeit besteht: Weiterhin herrscht in allen Mannschaftsteilen Bedarf, um in der Bundesliga bestehen zu können. Und vor allem muss Kessler das Szenario vorbereiten, dass Said El Mala für sehr viel Geld wechseln könnte. Das würde einerseits große Möglichkeiten eröffnen, andererseits das Risiko explodierender Kosten mitbringen.

Das bedeutet: Je früher der Klassenerhalt fix ist, desto eher kann Kessler Nägel mit Köpfen machen und Vorgriffe tätigen, falls El Mala wirklich gehen sollte. Denn klar ist auch: Zwar würden die Geißböcke im Fall eines Verkaufs des 19-Jährigen eine nie da gewesene Finanzkraft erhalten. Gleichzeitig würde aber auch einer der aktuell wichtigsten Spieler wegbrechen. Darauf muss der FC vorbereitet sein.

3. Talente-Förderung

Selten war der Nachwuchs des 1. FC Köln so stark wie in diesem Jahr. Nicht zwingend individuell, aber als Mannschaften. Was die U17 in der DFB-Nachwuchsliga abliefert, ist bislang außergewöhnlich. Was die U19 in Liga, DFB-Pokal und Youth League zeigt, beim FC ein Novum. Diese Stärke ist eine große Chance für den FC, auf dem umkämpften Transfermarkt der größten Talente noch attraktiver zu werden. Auch dafür braucht es finanzielle Möglichkeiten, doch fast alle anderen Argumente sind inzwischen auf Seiten des FC. Daher wäre es umso besser, sollten es in dieser Saison noch einige Talente zu Bundesliga-Debüts schaffen.

4. Neue Stärke festigen

Nach 14 Spielen fehlt den Bundesliga-Frauen nur noch ein Punkt, um den bisherigen Punkterekord der FC-Frauen zu knacken. Sandra Jessen hat den Torrekord einer FC-Spielerin in einer Saison bereits eingestellt. Das zeigt: Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln spielen die mit Abstand stärkste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Nur einen Punkt hinter Leverkusen, zwei hinter Frankfurt sowie fünf Punkten hinter der Champions-League-Qualifikation: Diese neue Stärke hat lange auf sich warten lassen. Aber sie ist eine Chance für den FC, sich in der Frauen-Bundesliga endlich zu etablieren und oben anzugreifen. Wenn die Geißböcke die Rückrunde erfolgreich meistern, hätte der FC endlich erreicht, was auch die Männer anstreben: ein stabiler Bundesligist zu sein.

5. Zusammenhalt stärken

Das Jahr 2025 hat den Club viel Kraft gekostet. Das hat Geschäftsführer Philipp Türoff im GEISSBLOG-Interview offen eingestanden. Jetzt braucht es aus Kölner Sicht vor allem eines: Einigkeit. Diesen Zusammenhalt muss der neue Vorstand demonstrieren, indem die öffentlich längst versprochenen Vertragsverlängerungen mit Türoff und Kessler umgesetzt werden. Es wäre fatal für den FC, wenn dies noch viel länger auf sich warten ließe, schließlich waren dies oberste Wahlkampf-Versprechen.

Der neue Zusammenhalt beim FC zwischen den Gremium kann eine große Stärke der Geißböcke werden. Die Vertragsverlängerungen bis 2028 würden dies untermauern. Denn dann wären Vorstand und Geschäftsführung beide für die kommenden drei Jahre gebunden – es wäre ein Signal der Geschlossenheit, wie man sie beim FC jahrelang nicht mehr gesehen hat.

Fazit

Wenn der 1. FC Köln in den kommenden Monaten deutlich mehr richtig als falsch macht, dann bietet sich den FC-Bossen eine riesige Chance. Ob mit oder ohne einem Verkauf von Said El Mala: Von den Männern über die Frauen bis zum Nachwuchs und zur geplanten Erweiterung des Geißbockheims befinden sich die Geißböcke in einer sehr guten Position.

Dafür braucht es einen Schulterschluss der gesamten FC-Führung, um sich hinter diesen Zielen zu vereinen. Gelingt dies, könnten sich Potenziale für eine gänzlich andere Entwicklung des FC ergeben. Dafür müssen die Hausaufgaben gemacht werden – allen voran der Klassenerhalt der Männer. Dann könnte das Jahr 2026 als Wendepunkt in die FC-Geschichte eingehen.

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