Klassenfahrt statt Inter: FC-Talente verpassen Youth-League-Kracher

Stefan Ruthenbeck bereitet die U19 auf das Youth-League-Spiel gegen Inter vor. (Foto: Gauer)
Stefan Ruthenbeck bereitet die U19 auf das Youth-League-Spiel gegen Inter vor. (Foto: Gauer)

Für Stefan Ruthenbeck und die U19 des 1. FC Köln ist das Youth-League-Duell gegen Inter Mailand am Mittwochabend die Belohnung war jahrelang harte Arbeit. Mehrere Talente müssen aber aus einem kuriosen Grund passen.

Wenn der 1. FC Köln am Mittwoch um 18 Uhr gegen Inter Mailand antritt, dann sind die Geißböcke im RheinEnergieStadion zwar die Hausherren. Der Favorit jedoch kommt aus Italien. Das hat U19-Trainer Stefan Ruthenbeck vor der Partie klar gemacht. Der FC-Coach sprach über die sportliche Herausforderung, aber auch über die Kuriositäten im Vorfeld. Das sagte der 53-Jährige über…

…die Bedeutung des Spiels: „Für mich persönlich ist es gar nicht so speziell. Ich bin natürlich unheimlich stolz, mit einer ganz jungen Truppe Youth League spielen zu dürfen. Es ist nicht so, dass bei mir eine Unruhe herrscht. Ich habe eine enorme Vorfreude auf das Spiel. Es geht mehr darum, alle anderen im Zaum zu halten. Die Jungs sollen keine Angst haben, Fehler zu machen. Darauf werde ich sie vorbereiten.“

Ruthenbeck: „Ich weiß, was die Leute sehen wollen“

…50.000 Zuschauer im ausverkauften Müngersdorf: „Das ist nicht ganz unerwartet. Ich kenne den FC-Fan seit 50 Jahren – ich werde bald 54. Ich war schon ganz früh im Stadion. Dadurch, dass wir viele italienisch-stämmige Menschen in Köln haben, war klar, dass es in die Richtung gehen könnte. Aber klar: Es ist komplett wahnsinnig, dass wir das Ding vollmachen.“

…die Erwartungshaltung: „Ich weiß, was die Leute sehen wollen. Es geht nicht immer nur um einen guten Doppelpass oder einen 5:0-Sieg. Es geht darum, dass die Jungs ihr Herz auf dem Platz lassen, viel Leidenschaft dabei ist und vielleicht auch mal etwas Spektakuläres. Es wird von FC-Seite kein Pfiff kommen, weil die Fans wissen, dass im Jugendbereich Fehler passieren können.“

FC-Gegner: „Da kommt die Creme de la Creme“

…die Qualität des Gegners: „Wenn du gegen Inter Mailand spielst, ob das bei den Erwachsenen oder bei der U19 ist, ist das höchste Qualität. Sie haben im letzten Spiel, als es darum ging, in die Playoffs zu kommen, Liverpool mit 5:0 geschlagen. Sie haben nur ein Spiel gegen Atletico Madrid verloren, weil sie früh eine Rote Karte bekommen haben. Sie sind mit unheimlich viel Talent bestückt. Da kommt eine italienische Mannschaft, die mit der U18 Erster und mit der U20, von der Einige für das Spiel rekrutiert werden, Zweiter ist. Es kommt die Creme de la Creme aus Italien.“

…kuriose Ausfälle beim FC: „Pierre Eken ist kurzfristig ausgefallen und war am Wochenende im Krankenhaus. Hamed Cherif und Tyron Fernandes sind langzeitverletzt. Zudem haben wir zwei Jungs, die auf Klassenfahrt sind. Sie sind bei dem Spiel zwar wieder zurück, aber sind dadurch natürlich keine Option für die erste Elf. Wir können nicht entscheiden, ob sie aus der Schule rauskommen dürfen – das entscheiden die Schulen. Wenn die Noten nicht entsprechend sind und sie keine Freigabe bekommen, müssen wir das akzeptieren. Es ist nicht immer so einfach, die Jungs rauszunehmen und mit 17 oder 18 zu den Profis zu schicken. Eltern wollen ja vielleicht auch, dass sie schlaue Jungs haben, die Abitur machen. Man weiß ja nicht, ob die Profi-Karriere das ist, was die nächsten zehn Jahre Bestand hat.“

Ruthenbecks Lob und Dank an Kwasniok

…Ruthenbecks Rolle an der Seitenlinie: „Die Jungs sind froh, dass ich da stehe und ein bisschen was davon erzählen kann, was ich schon erlebt habe. Es macht in diesem Fall Sinn, dass ich da bin und den Jungs ein paar Worte sagen kann. Sie haben so eine Vorfreude und Euphorie, da müssen wir aufpassen, dass wir nicht überpacen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dann so eine emotionale Ansprache von mir geben wird, wie man das vielleicht gewohnt ist, sondern ehe eine beruhigende.“

…die Jugendförderung beim FC: „Es gab letztes Jahr so viele Debüts, selbst von Spielern, die schon viele Jahre im Verein sind. Der 1. FC Köln steht dafür, die Jungs reinzuschmeißen. Es schaffen aber auch nicht alle beim 1. FC Köln und man kann auch nicht alle halten. Trotzdem laufen die Jungs rum, selbst beim FC Liverpool, die bei uns ausgebildet sind und die FC-DNA in sich haben. Darauf sollten wir stolz sein. Mit Youss Niang und Fynn Schenten aktuell wieder zwei Spieler bei den Profis zu haben, ist überragend. Wir sind super stolz darauf. Auch, dass Fynn den Sprung so schnell geschafft hat. Unser Trainer schmeißt sie aber auch rein, das ist super.“

…den Austausch mit Kwasniok: „Ich habe noch viel mehr Austausch mit Frank Kaspari, als dass ich mit Lukas jeden Tag im Austausch bin. Dafür haben wir gar nicht die Zeit. Ich bin ja auch noch Leiter des Leistungsbereich. Wir beide hätten gerne mehr Zeit miteinander. Wir haben aber Leute um uns herum, da muss ich auch Laki Sbonias aus der U21 mit reinnehmen, die einfach richtig gute Arbeit machen. Es ist mehr als nur professionell, die Wege sind kurz, wir haben einen klaren Austausch und es gibt Empfehlungen. Es macht riesig Spaß, mit den Jungs zusammenzuarbeiten.“

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