Riesiger Kampf nicht belohnt: FC-Helden scheiden in der Nachspielzeit aus

Fynn Schenten erzielt das 1:1 gegen Inter Mailand. (Foto: IMAGO / Vitalii Kliuiev)
Fynn Schenten erzielt das 1:1 gegen Inter Mailand. (Foto: IMAGO / Vitalii Kliuiev)

Die U19 des 1. FC Köln hat Inter Mailand einen großen Kampf geliefert, ist aber durch zwei späte Gegentore in der Nachspielzeit mit 1:3 (0:0) aus der Youth League ausgeschieden.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Alexander Haubrichs

Es war angerichtet: 50.000 Zuschauer in Müngersdorf, die Ultras ausnahmsweise nicht im Südkurve-Unterrang, sondern im Oberrang. Ein Festtag für den 1. FC Köln, und für so manche ältere Semester auf den Rängen wurden Erinnerungen wach an das letzte Spiel zwischen dem FC und Inter Mailand – im März 1985, als die Geißböcke in Müngersdorf mit 1:3 unterlagen. In der Youth League 41 Jahre später sollte diese Niederlage nun gerächt werden.

Tore und Highlights

3. Minute: Inter übernahm zwar sofort die Spielkontrolle, doch der FC wollte Druck machen und kontern. Das gelang sofort gut. Fürst holte sich die Kugel auf rechts, passte zu Ley ins Zentrum, der Niang an der Strafraumkante bediente. Der Stürmer wackelte seinen Gegenspieler aus und zog dann mit rechts ab – knapp über das Tor. Sofort waren die Fans da, die für Gänsehaut-Stimmung sorgten und die Spieler lautstark nach vorne peitschten.

Halbzeitpause: Diese Chance stand sinnbildlich für die ersten 45 Minuten. Die Nerazzurri versuchten das Spiel zu kontrollieren, doch der FC ließ hinten fast nichts zu und konterte immer wieder gefährlich. Die größte Inter-Chance vergab Mosconi per Kopf nach Flanke von der linken Seite (8.). Der FC hingegen vergab mehrere Konter, weil er diese unsauber ausspielte. Das packendste Duell lieferten sich FC-Rechtsverteidiger Fürst und Inter-Linksaußen Zouin, das der Geißbock immer häufiger für sich gewann.

47. Minute: Direkt nach der Pause schien Inter den FC zu schocken. Nach einer schlecht verteidigten Flanke von der rechten Seite fiel Mancuso der Ball auf den Fuß, und der Inter-Stürmer jagte den Ball aus acht Metern zum vermeintlichen 0:1 in die Maschen. Doch der Angreifer hatte knapp im Abseits gestanden.

49. Minute: Nur zwei Minuten später war es dann aber doch passiert – und diesmal zählte der Treffer. Nach einem Freistoß von der rechten Seite konnten die Geißböcke im Zentrum den Kopfball von Leonardo Bovio nicht verhindern, und dieser köpfte den Ball unhaltbar für FC-Keeper Mikolaj Marutzki ins lange Eck. Das 0:1 als Stimmungsdämpfer in Müngersdorf.

80. Minute: Zunächst bekam Niang die erste Chance zum Ausgleich, als er nach einem Friemel-Eckball zum Kopfball kam (54.). Doch im Anschluss begann, wovor Ruthenbeck gewarnt hatte: Schon in jungen Jahren wird in Italien das Zeitspiel gelehrt. In der 78. Minute traf Inter durch Vukoje die Latte. Doch dann bebte Müngersdorf: Römers eröffnete den Angriff und passte auf den eigentlichen Linksverteidiger Friemel, der als Zehner mit nur einem Kontakt den Ball in den Lauf von Fynn Schenten passte. Der Jungprofi ließ sich die Chance nicht nehmen und schoss aus zwölf Metern mit links zum 1:1-Ausgleich ein.

90+6. Minute: Der FC brauchte nur noch wenige Sekunden, um mit dem 1:1 ins Elfmeterschießen zu kommen. Doch Inter hatte das letzte Wort in dieser Partie. Die Mailänder schlugen eine letzte Flanke in den Kölner Strafraum. Die Geißböcke konnten nicht sauber klären und plötzlich fiel die Kugel Dilan Zarate vor die Füße. Der Spanier zog sofort ab und traf den FC im Herz mit dem Tor zum 1:2.

90+9. Minute: Den Schlusspunkte hatte Inter dann auch noch. Der FC bekam eine letzte Ecke zugesprochen. Auch Torhüter Marutzki ging mit nach vorne. Doch Inter kam an den Ball und konterte. Das Tor war leer, und so schoss Kukulis ins leere Tor zum 1:3. Unmittelbar danach ertönte der Abpfiff.

Besondere Vorkommnisse: In der Nachspielzeit lief plötzlich ein Flitzer auf den Rasen. Ein junger Mann narrte zunächst diverse Ordner, ehe er in die Arme von Stefan Ruthenbeck lief und diesen herzte.

Personal

So spielte der FC: Marutzki – Fürst, Stapelmann, Kotya-Fofana (77. Karadeniz), Friemel – Harchaoui, Irmiev (69. Römers), Ley (61. Völp) – Ponente-Ramirez (61. Puzzo), Niang (61. Afri Akumu), Schenten

Zur Aufstellung: Stefan Ruthenbeck bot die vermeintlich stärkste Elf auf, die dem U19-Trainer zur Verfügung stand. Im Vergleich zum letzten Youth-League-Spiel musste nur Puzzo dem Jung-Profi Niang weichen. Dieser sollte im Angriff zusammen mit Torjäger Schenten und Rechtsaußen Ponente-Ramirez für Gefahr sorgen. Darüber hinaus vertraute Ruthenbeck den Spielern, die den FC ins Sechzehntelfinale gebracht hatten.

Fazit

Welch großes Pech für den 1. FC Köln! Das Elfmeterschießen gegen Inter Mailand war fast erreicht. Die Nachspielzeit lief. Doch dann traf Inter den FC ins Herz. Der Sieg der Italiener war nicht verdient, der FC war ebenbürtig. Vor gigantischer Kulisse hätten sich die Jungs von Stefan Ruthenbeck das bessere Ende zurecht gewünscht. Dennoch kann jeder einzelne FC-Youngster stolz sein für diese Leistung.

Die Geißböcke hatten Inter am Rande der Niederlage. Eines der besten Nachwuchsteams in Europa, einen der größten Clubs in der Welt: Der FC hat sich mehr als teuer verkauft, hat die Farben Rot und Weiß mit Stolz vertreten und eine unglaubliche Reise durch Europa erlebt. Am Mittwochabend wäre alles möglich gewesen. Am Ende gab es den verdienten Applaus der 50.000 Zuschauer in Müngersdorf.

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