Die U19 des 1. FC Köln ist nach einem starken Kampf gegen Inter Mailand bitter aus der Youth League ausgeschieden. Trotz all der Enttäuschung konnten die FC-Talente jedoch erhobenen Hauptes das Feld verlassen – auch dank der 50.000 Fans. Die Stimmen zum Spiel.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Alexander Haubrichs
Stefan Ruthenbeck
„Obwohl Mailand in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz hatte, waren wir einen Tick gefährlicher. Sie haben um unseren Sechzehner gespielt, waren aber nicht richtig torgefährlich. Dann haben wir ein bisschen gepennt zu Beginn der zweiten Halbzeit, sind aber gut zurückgekommen. Die Jungs haben Gas gegeben. Nach dem 1:1 hätte ich mir ein bisschen mehr Mut gewünscht, nochmal vorne draufzugehen. Trotzdem hatten wir zwei, drei Konter-Möglichkeiten. Jetzt ist natürlich extrem bitter. Die Jungs sind am heulen gerade. So schlimm und so hart kann manchmal der Fußball sein. Unterm Strich haben wir einem großen Club aber mehr als Paroli geboten, wir waren nah dran am Elfmeterschießen. Schade, dass unsere Reise durch Europa so zu Ende gegangen ist.“
Youssoupha Niang
„Es war ein unbeschreibliches Gefühl, auf das man gewartet hat, seit man ein kleiner Junge war. Es gab immer wieder Phasen, in denen ich die Stimmung während des Spiels nicht so mitbekommen habe, aber es gar nicht mitzubekommen, ist unmöglich. Beim Tor waren es Emotionen, die nicht in Worte zu fassen sind. Da hatten wir das Gefühl, das Spiel doch noch drehen zu können. Nach dem Spiel war es einfach schön, trotz der Niederlage so positive Emotionen von den Fans zu bekommen. Wir standen da, alle Fans waren noch da, sind für uns da geblieben, haben für uns gesungen. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Jonathan Friemel
„Wir sind alle extrem enttäuscht. Wenn man so nah dran ist und mit der letzten Aktion das 1:2 kriegt, ist das einfach bitter. Das Ergebnis wird uns nicht gerecht. Wir haben bis zuletzt gekämpft. Ob der Flitzer der spielentscheidende Moment war, weiß ich nicht. Inter hat es noch einmal gut zu Ende gespielt, das muss man anerkennen. Wir waren am Ende platt, aber wir hätten uns schon ins Elfmeterschießen retten können. Es war ein Traum, der heute in Erfüllung gegangen ist. Vor 50.000 einen Weltrekord aufzustellen, ist der Wahnsinn. Jeder von uns hat das genossen. Und wenn man sieht, wie Youss und Fynn es schon geschafft haben, hat man selbst richtig Bock, das auch zum Alltag zu machen. Das ist nicht einfach, aber wir arbeiten alle jeden Tag für dieses Ziel.“
Luis Stapelmann
„Ich habe mich immer zu 100 Prozent mit dem FC identifiziert. Jetzt habe ich diese Fankultur noch einmal anders erlebt. Das war einfach unglaublich, nicht in Worte zu fassen. Als wir das Tor geschossen haben, war das ähnlich wie bei der Meisterschaft. Da habe ich schon Flashbacks bekommen. Einmalig! Mit den Fans im Rücken, das war überragend. Vor dem Spiel war es schon eine andere Anspannung in der Kabine, etwas ruhiger als sonst, das hat mir gefallen. Als wir dann rausgegangen sind, wollte ich eigentlich ernst bleiben, aber musste trotzdem grinsen. Ich habe die anderen Jungs angeschaut, die haben auch alle gestrahlt. Das Ziel haben wir alle, dass solche Spiele irgendwann zur Gewohnheit werden und es in den Profibereich zu schaffen.“
Markus Halfmann
„Das war so ein super Event für uns. Wir sind dankbar, dass wir hier spielen durften. Das ist zwischen zwei Profi-Heimspielen nicht selbstverständlich. Dass es dann auch noch ausverkauft war, ist sensationell. Wir haben hier den Weltrekord aufgestellt und sind alle mega stolz, auch wenn gerade die Enttäuschung überwiegt.“








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