„Unseriös!“ Kessler über El Mala: „Nicht mit Preisschild durch Europa rennen“

Thomas Kessler am Donnerstag vor dem Spiel beim FC St. Pauli am Geißbockheim. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler am Donnerstag vor dem Spiel beim FC St. Pauli am Geißbockheim. (Foto: Bucco)

Said El Mala verzichtet am Freitagabend beim FC St. Pauli auf sein zwölftes Saisontor. Dennoch bleibt der Stürmer des 1. FC Köln im Mittelpunkt. Sportchef Thomas Kessler muss nach der Partie Fragen nach dessen Zukunft beantworten.

Noch vier Spiele hat Said El Mala Zeit, sein Torkonto beim 1. FC Köln in der Bundesliga in die Höhe zu schrauben. Nach 30 Spieltagen steht der 19-Jährige bei elf Toren und vier Vorlagen. Am Freitagabend beim FC St. Pauli kam kein weiterer Scorerpunkt dazu. Einmal schoss El Mala aus 14 Metern über das Tor, einmal jagte er die Kugel aus 20 Metern an die Latte. Und als er die Chance zum Elfmeter hätte bekommen können, überließ der 19-Jährige den Ball seinem Teamkollegen Luca Waldschmidt.

Eine Aktion, die einen weiteren Assist verdient gehabt hätte. Sky-Experte Martin Harnik erklärte hinterher, ihn habe es beeindruckt, dass El Mala „sein Ego zurückgestellt“ habe für den Erfolg des Teams. Und auch Sportchef Thomas Kessler lobte: „Said brennt für jedes Tor, für jedes Dribbling. Aber es war in dieser Situation eine gute Entscheidung, Luca den Ball zu geben.“

Macht Wagner El Mala noch wertvoller?

Ein anderer Spieler hätte womöglich versucht den Elfmeter an sich zu reißen. Auch, weil er seinen eigenen Marktwert im Sinn gehabt hätte. Doch El Mala verzichtete. Eine Aktion, die ihm womöglich sogar noch mehr Wert eingebracht hat, schließlich demonstrierte er damit seinen Teamgedanken. Nachdem er eine Woche zuvor gegen Werder Bremen Verantwortung übernommen hatte, indem er den Elfmeter verwandelte, zeigte er nun Verantwortung, indem er verzichtete.

Zahlreiche Clubs aus Europa dürften sich auch diese Szene gut angeschaut haben und darüber erneut beraten. Denn El Mala wird im Sommer auf dem Transfermarkt einen Ansturm auslösen. Schon jetzt buhlen zahlreiche Vereine um den Stürmer, der als zweite Spitze neben Ragnar Ache unter René Wagner noch einmal eine andere Qualität zu zeigen beginnt, die ihn noch wertvoller machen könnte als einen eindimensionalen Linksaußen.

Wir wollen uns beim 1. FC Köln weiterentwickeln, wir wollen uns in der Bundesliga stabilisieren

Thomas Kessler

Kein Wunder, dass Thomas Kessler am Freitagabend am Millerntor erneut auf die Zukunft des Youngster angesprochen wurde. Zunächst witzelte der Kölner Sportchef, er habe in den letzten zwei Stunden nicht auf sein Handy geschaut, ob weitere Anrufe oder Angebote eingegangen seien. Dann wurde er ernst und machte klar: „Nach der Saison werden wir alles analysieren und uns über die Kaderplanung Gedanken machen. Der Spieler hat bis 2030 Vertrag und man hat heute auch wieder gesehen, wie wichtig er für uns ist.“

FC-Geschäftsführer Thomas Kessler am Freitagabend am Millerntor. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
FC-Geschäftsführer Thomas Kessler am Freitagabend am Millerntor. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Kessler machte aber indirekt auch klar, dass ein lukrativer Verkauf des Spielers für den FC ebenfalls wichtig sein könnte. „Wir wollen uns beim 1. FC Köln weiterentwickeln, wir wollen uns in der Bundesliga stabilisieren“, sagte der 40-Jährige und sprach damit indirekt aus: Für dieses Ziel bräuchten die Geißböcke auch Geld, was durch einen El-Mala-Verkauf reinkommen könnte. Vorab bräuchte es dafür aber erst einmal etwas anderes: „den Klassenerhalt“.

Erst Klassenerhalt, dann Ablöse-Verhandlungen

Dann, so ist es ohnehin mit El Mala längst besprochen, wird man sich zusammensetzen und die Angebote anderer Clubs besprechen. „Sollte es dann zu Angeboten kommen, werden wir uns damit auseinander setzen“, sagte Kessler und wollte auch auf Nachfragen keine Summe nennen, für die der FC gesprächsbereit wäre. „Das wäre total unseriös. Ich werde nicht mit einem Preisschild durch Europa rennen und sagen: Dafür ist er zu haben.“ Erst einmal soll El Mala weitere Tore schießen und vorbereiten. Dann kann der FC als auch künftiger Bundesligist in Ruhe über die Ablösesumme verhandeln.

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