Friedhelm Funkel hat am Freitag nicht nur die Causa Tim Lemperle beim 1. FC Köln beendet. Der Cheftrainer legte einen Auftritt hin, der demonstrierte: Mit dieser Energie kann der FC aufsteigen.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Dieser Auftritt war mit Spannung erwartet worden. Was würde Friedhelm Funkel zu Tim Lemperle sagen? Wie würde er den Vorfall rund um den Stürmer moderieren? Und vor allem: Wie würde Funkel in der Personalie mit Blick auf das Aufstiegsendspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag entscheiden?
Die Antwort: mit einem starken Auftritt und der vollen Rückendeckung für Spieler und Mannschaft. Wer sich noch gefragt haben sollte, warum der FC sich in der jetzigen Phase für Funkel entschieden hatte, der dürfte am Freitag seine Antwort gefunden haben. Denn Funkel lebte vor, was der FC jetzt braucht, um das Saisonziel zu erreichen und feiern zu dürfen.
Dazwischen passt kein Blatt Papier
Funkel schloss die Reihen. Um Tim Lemperle, um die Mannschaft, um diese Einheit, die es am Sonntag brauchen wird, um Kaiserslautern zu besiegen. Funkel holte die Fans mit ins Boot, appellierte an die Anhänger, am Sonntag im Stadion nur an eines zu denken: an das große Ziel Aufstieg. Funkel rief die ganze Stadt auf, für den Traum der Bundesliga-Rückkehr einzustehen.
Es war ein Signal der Stärke. Funkel machte klar, dass in der jetzigen Phase kein Blatt Papier zwischen Trainer und Mannschaft genauso wie zwischen die einzelnen Spieler passt. Ja, viele hätten sich geärgert, aber Lemperle hätte Reue gezeigt – und damit müsse es jetzt auch gut sein. Und tatsächlich: Das muss es jetzt auch. Denn der FC hat Wichtigeres zu erledigen als sich an einem Alkohol-Exzess und an einem Fan aufzureiben, der nichts Besseres zu tun hatte, als einem FC-Spieler ins Gesicht zu schlagen.
Genau dafür hat der FC Funkel geholt
Am Sonntag ab 15.30 Uhr darf es nur um das Spiel gehen, um den Aufstieg, um das nötige Ergebnis, um dann gegen 17.20 Uhr feiern zu dürfen. Funkel demonstrierte dies am Freitag eindrucksvoll. Genau deshalb wurde er geholt. Genau für diese mentale Stärke. Genau für diese Qualität, so einen Eklat abmoderieren zu können. Glaubhaft, menschlich und mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit, Lockerheit und Führungskraft.
Funkel hat schon alles gesehen in seiner Karriere. Deswegen konnte ihn auch diese Welle nicht unter Wasser drücken. Funkel bewies am Freitag, dass er mit diesem Druck umzugehen weiß. Und genau diese Qualität muss und will der 71-Jährige nach Nürnberg auch gegen Kaiserslautern noch einmal auf seine Mannschaft übertragen. Gelingt es ihm, wird der FC in die Bundesliga zurückkehren.








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