Vier Neuzugänge hat der 1. FC Köln in diesem Sommer für seine Offensive verpflichtet. Der Konkurrenzkampf im Angriff ist dabei so hoch wie lange nicht. Aktuell kämpfen neun Spieler um drei Startelf-Plätze.
In den vergangenen Jahren war das Toreschießen das große Problem des 1. FC Köln. Seit dem Abgang von Anthony Modeste im Jahr 2022 fehlte es den Geißböcken an einem klassischen Knipser. Zwar sollte die Verantwortung schon damals auf mehrere Schultern verteilt werden, doch mit der Verpflichtung von Davie Selke im Winter 2023 wollte der FC noch einmal einen echten Neuner installieren. Verletzungen verhinderten jedoch, dass Selke diese Rolle dauerhaft ausfüllen konnte.
Die Folge: In der Saison 2022/23 war ausgerechnet Mittelfeldmann Ellyes Skhiri mit sieben Treffern bester Torschütze, gefolgt von Florian Kainz und Steffen Tigges mit je sechs. In der Abstiegssaison reichten Selkes sechs Treffer für den Spitzenwert im Team, Kainz folgte mit fünf Elfmetertoren. Insgesamt traf der FC damals nur 28-mal – selbst Schlusslicht Darmstadt war erfolgreicher. Und auch in der vergangenen Zweitliga-Meistersaison erzielte keine Mannschaft aus den Top acht weniger Tore.
Vier Neuzugänge für die Offensive
Damit in diesem Jahr der Klassenerhalt gelingt und der FC mehr Tore erzielt als in seinem bislang letzten Bundesliga-Jahr, hat Sportchef Thomas Kessler im Angriff ordentlich nachgelegt. Ragnar Ache kam für eine Millionen-Summe und mit der Empfehlung von 34 Zweitliga-Toren in zwei Jahren vom 1. FC Kaiserslautern. Zudem hat der FC mit Marius Bülter und Jakub Kaminski ordentlich Bundesliga-Erfahrung hinzugewonnen. Mit Said El Mala steht zudem ein Shootingstar in den Startlöchern.
Zusammen mit Jan Thielmann und Luca Waldschmidt, die variabel im Angriff einsetzbar sind, herrscht nun ein enger Kampf um die drei Plätze in Lukas Kwasnioks 3-4-3-System. Spieler wie Linton Maina und Florian Kainz rücken angesichts der Fülle sogar auf defensivere Positionen. Imad Rondic flog bei der Generalprobe gegen Atalanta Bergamo sogar gänzlich aus dem Kader und könnte den Club noch verlassen.
Viele Optionen, viel Konkurrenz
„Das ist sicherlich der Part in der Mannschaft, wo die Leistungsdichte schon enorm ist. Deswegen bin ich happy“, freute sich Lukas Kwasniok über seine vielen Möglichkeiten in der Offensive. Mit Thielmanns Doppelpack sowie den Treffern von Kaminski und Waldschmidt konnten sich drei der Angreifer in die Torschützenliste eintragen.
So zufrieden der Trainer mit seinen vielen Optionen in der Offensive auch ist, umso größer wird die Herausforderung, den großen Konkurrenzkampf entsprechend zu moderieren. Zählt man Maina und Kainz als natürliche Kandidaten sowie den zumindest am Samstag aussortierten Rondic für die Offensiv-Reihe hinzu, duellieren sich derzeit neun Spieler um drei Plätze. Immerhin hatte Kwasniok zuletzt angekündigt, dass es bei ihm ohnehin keine Stammelf, sondern von Woche zu Woche unterschiedliche Anfangsformationen gebe.
Thielmann spornt Konkurrenzkampf an
Jan Thielmann, der im Rennen um einen Platz in einer solchen Startelf derzeit gute Karte haben dürfte, ist derweil „ein Freund von Konkurrenzkampf. Das spornt immer an. Deswegen ist es gut, dass wie viele qualitativ gute Jungs haben“, sagte der Doppeltorschütze von vergangenem Samstag. Der FC habe dabei in diesem Sommer „viel verpflichtet“, weshalb gegen Bergamo „ein paar Hochkaräter“ zunächst auf der Bank gesessen hatten.
Der Angriff ist damit aktuell wohl der am besten besetzte Mannschaftsteil im FC-Kader. Ob sich das auch in Toren widerspiegeln wird, muss sich zeigen. Anders als in den vergangenen Jahren stehen dem neuen FC-Trainer zumindest zahlreiche Optionen zur Verfügung. Dass zuletzt zwei Kölner in einer Bundesliga-Saison zweistellig trafen, liegt derweil 30 Jahre zurück: 1994/95 erzielten Toni Polster 17 und Bruno Labbadia 14 Tore.








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