Marvin Schwäbe ist nicht nur die Nummer eins, sondern auch der Kapitän des 1. FC Köln. Der Torhüter kann sich dabei vorstellen, seine aktive Karriere beim FC zu beenden.
In den vergangenen Jahren hat Marvin Schwäbe beim 1. FC Köln viele Höhen und Tiefen erlebt. Nach seinem Wechsel als dänischer Meister mit Bröndby IF hatte der Torhüter im Spätherbst 2021 erstmals in der Bundesliga zwischen den Pfosten gestanden und den verletzten Timo Horn ersetzt. Schwäbe machte seine Aufgabe dabei derart gut, dass der damalige Trainer Steffen Baumgart den Keeper auch nach Horns Rückkehr zur neuen Nummer eins macht.
In derselben Saison qualifizierte sich der FC zudem für die Conference League, Schwäbe machte anschließend acht internationale Spiele im Trikot des FC. Die Saison 2022/23 verlief dann jedoch alles andere als positiv. Der FC spielte eine katastrophale Hinrunde, Steffen Baumgart wurde kurz vor Weihnachten entlassen, die Transfersperre wurde vom CAS durchgesetzt und am Ende stieg der FC unter Timo Schulz ab.
Abstiegsjahr auch privat schwierig für Schwäbe
Doch auch privat hatte der Torhüter in dieser Saison zu kämpfen. Zusätzlich zum Tod seines Großvaters musste Schwäbe auch mit einer schweren Erkrankung seines Vaters umgehen. Davon berichtete der Keeper nun erstmals öffentlich in der Sky-Dokumentation Meine Geschichte mit Ricardo Basile.
Während Schwäbes Vater glücklicherweise wieder vollständig genesen konnte, blieb es sportlich zunächst weiterhin herausfordernd für den 30-Jährigen. Vor der Zweitliga-Saison wurde der gebürtige Dieburger zur Nummer zwei degradiert. Ex-Sportchef Christian Keller und Ex-Trainer Gerhard Struber hatten Jonas Urbig zur neuen Nummer eins erkoren.
„Für was machst du das jetzt eigentlich hier?“
„Beschreiben kann man die Situation nicht. Man fühlt sich vor den Kopf gestoßen, versteht die Situation und auch die Kommunikation in dem Moment nicht“, erklärte Schwäbe seine Gefühlswelt zum damaligen Zeitpunkt. Zwar habe er im Abstiegsjahr „nicht perfekt gemacht“, sich aber auch „nicht so viel zuschulden kommen lassen.“ Entsprechend hatte der Keeper schon den Anspruch, auch in der 2. Liga weiterhin die Nummer eins zu sein.
Schwäbe blieb dabei nichts anderes übrig, als normal weiterzumachen und den Fokus hochzuhalten. Dabei gab der Torhüter aber auch zu: „Die Gedanken kommen schon: Für was machst du das jetzt eigentlich hier?“ Sich hängen lassen war für Schwäbe jedoch nie eine Option.
Harte Arbeit hat sich ausgezahlt
Mit dem Pokalspiel gegen Holstein Kiel und der Umstellung auf die Dreierkette wendete sich für Schwäbe dann schließlich das Blatt auch wieder. Ab dem elften Spieltag stand der Keeper wieder zwischen den Pfosten und hielt direkt viermal in Folge die Null. Nachdem Schwäbe von Struber erfahren hatte, dass er wieder die Nummer eins sei, habe er direkt seine Frau Michelle angerufen. „Ich hatte eine unfassbare Vorfreude. Die harte Arbeit und die scheiß Zeit hat sich einfach gelohnt.“
Auch dank den starken Leistungen des Torhüters spielt der FC inzwischen mit Marvin Schwäbe wieder in der Bundesliga. Mehr noch: Trainer Lukas Kwasniok machte den Schlussmann vor der Saison zum neuen Kapitän. „Den Club zu repräsentieren macht mich stolz“, sagte Schwäbe, „vor allem, wenn man weiß, wie die Leute und die Stadt ticken, wie alles im Einklang ist.“
Ein FC-Leben in Extremen
Mit Blick auf seine bisherigen viereinhalb Jahre beim FC fühle es sich dabei fast so an, als gäbe es bei Schwäbe nur die Extreme. „Das passt doch zum FC“, sagte der Vater von zwei Kindern lachend. Dabei schob der Torhüter aber nach, dass es zukünftig gerne auch etwas ruhiger werden dürfte. „Ich habe schon viel erlebt“, sagte Schwäbe, „auch wenn es bislang vielleicht nicht die größte Karriere war. Aber ich bin extrem stolz darauf.“
Mit seinen aktuell 30 Jahren kann Schwäbe dabei noch einige gute Torwart-Saison vor sich haben. Sein Vertrag beim FC läuft derzeit noch bis zum 30. Juni 2027. Geht es nach dem Kapitän, könnten aber gerne noch einige weitere Jahre hinzukommen. Auf die Frage, ob er ein Leben lang beim FC spielen wollen würde, machte Schwäbe klar: „Ich hätte nichts dagegen!“ Mögliche Vertragsgespräche dürften sich nach dieser Aussage für Sportdirektor Thomas Kessler demnach als nicht allzu schwierig herausstellen.








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