Said El Mala wurde am Sonntagabend gegen den Hamburger SV mit Sprechchören von den Fans gefeiert. Spieler des Spiels war jedoch ein anderer Profi des 1. FC Köln: Jakub Kaminski.
„Sein Name ist etwas sperrig“, scherzte Lukas Kwasniok nach dem 4:1-Erfolg über den Hamburger SV hinsichtlich Jakub Kaminski. Was der Trainer meinte: Während Said El Mala nach seinem Tor und seiner Vorlage gegen den Mit-Aufsteiger mit Gesängen von den Fans gefeiert wurde, ging die Leistung von Kaminski beinahe unter. „Die Fans können seinen Namen nicht so flüssig rufen wie den von Said“, sagte Kwasniok mit einem Augenzwinkern.
Dabei wollte der Trainer unmissverständlich klarstellen: „Er ist unser bester Spieler!“ Kwasniok schwärmte dabei von dem Offensivallrounder, der darüber hinaus „demütig und extrem lernwillig“ sei. Der 44-Jährige brachte den polnischen Nationalspieler dabei auf der rechten Schiene statt auf der linken Offensiv-Position – und damit Kaminskis favorisierter Rolle. „Er war der entscheidende Mann am heutigen Tag, weil er unser Spiel verändert hat. Wir hatten schon in Vergangenheit Schwierigkeiten über rechts den Spielvortrag nach vorne zu bringen. Das wollten wir heute schaffen“, erklärte Kwasniok.
Fluch und Segen für Kaminski
Sebastian Sebulonsen musste dafür zum ersten Mal in dieser Saison zunächst auf der Bank Platz nehmen. Erst im zweiten Durchgang wurde der Norweger für den angeschlagenen Joël Schmied eingewechselt, übernahm aber zunächst positionsgetreu in der Innenverteidigung. Erst mit der Einwechslung von Heintz in der 67. Minute rückte Sebulonsen wieder nach außen, womit Kaminski eine Position nach vorne schieben konnte.
Doch auch als rechter Schienenspieler machte Kaminski eine starke Figur. „Er erfüllt diese Aufgabe, was Fluch und Segen zugleich ist“, sagte Kwasniok, der seinem Spieler eigentlich versprochen hatte, „dass er mehr links spielen wird. Deshalb komme ich da jetzt in eine Problemzone.“
Position „scheißegal“ für VfL-Leihgabe
Dass Kwasniok sein Versprechen nicht immer halten kann, dürfte dem Trainer jedoch nicht zum Verhängnis werden. Denn Kaminski selbst sagte nach dem Spiel, dass es für ihn „scheißegal“ sei, wo er spiele. „Hauptsache ich spiele“, fügte der 23-Jährige hinzu. Zu seiner eigenen Leistung gegen Hamburg sagte er: „In der ersten Halbzeit war ich wirklich gut, im zweiten Durchgang hatte ich ein paar Probleme mit Dompé. Im Verteidigen war ich nicht zu 100 Prozent da. Aber es hat gereicht.“
Gereicht hat es sogar bis tief in die Nachspielzeit. Denn zunächst bereitete Kaminski in der 94. Minute nach einem Sprint über den halben Platz das 3:1 durch El Mala vor, ehe er sich fünf Minuten später mit dem Treffer zum 4:1 selbst belohnte und sein viertes Saisontor erzielte. „Ich kann 90 Minuten laufen, das ist kein Problem für mich. Ich bin Nationalspieler, ich habe die Qualität, das 90 Minuten zu machen“, sagte Kaminski selbst mit einem Lächeln.
Kaufoption noch nicht gezogen
Am Ende war Kaminski sogar nicht nur in den Augen von Lukas Kwasniok Spieler des Spiels. Auch Thomas Kessler wollte die Leihgabe des VfL Wolfsburg hervorheben. „Der beste Mann auf dem Platz hat heute den Deckel drauf gemacht“, sagte der Sportdirektor und schwärmte: „Es ist toll, dass er das immer annimmt, was der Trainer ihm sagt. Nach vorne oder nach hinten – das hat mir heute extrem gut gefallen.“
Die im Leihvertrag verankerte Kaufoption hat Kessler allerdings noch nicht gezogen. „Wir haben noch etwas Zeit“, sagte der ehemalige Torhüter. Letztlich dürfte es allerdings außer Frage stehen, dass der FC den Angreifer im kommenden Sommer fest verpflichten will. Dass dazu überhaupt die Möglichkeit besteht, liegt vor allem daran, dass Kaminskis Entwicklung beim VfL Wolfsburg zuletzt stagniert hatte.
Ich hoffe, dass er nach einer tollen ersten Saison beim FC eine zweite wird folgen lassen können.
lukas kwasniok
„Es gibt diese Fälle immer mal wieder, dass man nach toller ersten Saison beim neuen Verein nicht mehr die Einsatzzeiten bekommt, weil sich die Situation verändert“, erklärte Kwasniok hinsichtlich der Situation seines Spielers. Das seien dann die Momente, die Vereine wie der FC oder auch der Hamburger SV nutzen müssen, „um solche Spieler zu holen, denen es nicht mehr ganz so gut geht.“ Und dass Kaminski – sollte nichts unvorhergesehenes passieren – auch in der kommenden Saison beim FC spielen wird, machte der Trainer dann zwischen den Zeilen auch schon klar: „Ich hoffe, dass er nach einer tollen ersten Saison beim FC eine zweite wird folgen lassen können.“








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