Der 1. FC Köln hat die dritte Niederlage in Folge gerade noch abgewendet. Beim SV Werder Bremen leistete sich der FC einen Totalausfall in Hälfte eins, kam in der Nachspielzeit dank Said El Mala aber noch zu einem 1:1 (0:1).
Aus dem Weserstadion berichtet Marc L. Merten
Nach den Niederlagen gegen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt wollte Lukas Kwasniok von seinen Spielern eine Reaktion sehen. Weniger Fehler, hohe Konzentration, klare Aktionen mit und gegen den Ball. Doch der 1. FC Köln kam bei Werder Bremen überhaupt nicht ins Spiel und konnte lange nur wenig von dem umsetzen, was sich die Geißböcke vorgenommen hatten.
Tore und Highlights
12. Minute: Das Kölner Pech in der Innenverteidigung ging ungehindert weiter. Nach Kilian, Hübers, van den Berg und Schmied verletzte sich bereits in der Anfangsphase nun auch Dominique Heintz. Ohne Gegnereinwirkung ging der FC-Verteidiger mit muskulären Problemen im linken Oberschenkel zu Boden. Van den Berg kam nach nur zwölf Minuten zu seinem Comeback.
22. Minute: Der FC erwischte einen schwachen Start in die Partie. Bis auf eine Großchance durch ein Solo von Said El Mala (16.) spielte praktisch nur Bremen. Folgerichtig fiel das 0:1 nach einer Ecke. Der FC verteidigte passiv, rückte nicht raus, sondern ließ Bremen zweimal flanken. Die zweite Hereingabe landete beim völlig alleine gelassenen Marco Friedl am Fünfmeterraum. Dieser köpfte ungehindert zum 0:1 ein.
Halbzeitpause: Ein ganz schwacher FC lag zur Pause völlig verdient zurück, nachdem den Geißböcken fast gar nichts gelungen war. Die bis dato schlechteste Saisonleistung wurde von Bremen nur nicht hoch genug bestraft. So war der FC weiter im Spiel und nahm zur zweiten Hälfte zwei weitere Wechsel vor. In der Hoffnung, dass es besser werden würde.
2. Halbzeit: Nach der Pause hätte der FC eigentlich mit voller Kraft auf den Ausgleich gehen müssen, doch der Sturmlauf blieb bis in die Schlussphase aus. Zwar spielten die Geißböcke fortan etwas besser, doch Bremen verwaltete die Führung praktisch nur noch und setzte auf Kölner Fehler. Lund machte einen solchen, aber Schwäbe rettete. Das 0:2 nach einem Freistoß wurde vom VAR wieder einkassiert. Der FC wiederum hatte bis zur Schlussphase keine einzige Großchance – bis der eingewechselte Waldschmidt eine wunderschöne El-Mala-Flanke per Volleyschuss aus acht Metern an den Außenpfosten hämmerte (88.). Da schien es, als stünde die Niederlage fest.
90+2. Minute: Bis Said El Mala noch eine letzte Idee hatte. Der Außenstürmer war noch der beste Kölner, und so schnappte er sich an der Seitenlinie noch einmal einen Ball, ging an zwei Bremern vorbei und zog in den Strafraum. Dort schoss er mit rechts in Richtung langes Eck. Der Ball wurde aber perfekt abgefälscht, und so schlug die Kugel unhaltbar im kurzen Eck zum 1:1 ein.
90+6. Minute: Hitzig wurde es in der letzten Minute. El Mala wollte es noch einmal wissen, der bereits verwarnte Niklas Stark jedoch senste El Mala an der Seitenlinie um. Marius Bülter geriet mit Stark aneinander. Bülter sah Gelb, Stark die Gelb-Rote Karte. Der anschließende Freistoß brachte nichts mehr ein, und so endete die Partie mit 1:1.
Personal
So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Heintz (12. van den Berg), Özkacar – Thielmann, Johannesson (46. Krauß), Martel (82. Kainz), Castro-Montes (46. Lund) – Kaminski, Bülter, El Mala
Zur Aufstellung: Nach der Pleite gegen Frankfurt nahm Lukas Kwasniok vier Änderungen vor, zwei verletzungsbedingt, zwei aus Formgründen. Cenk Özkacar spielte für den verletzten Joel Schmied und Marius Bülter für den angeschlagenen Ragnar Ache. Darüber hinaus rückte Said El Mala für Denis Huseinbasic in die Startelf. Und schließlich feierte Alessio Castro-Montes sein Startelf-Debüt und spielte für Kristoffer Lund auf links.
Zudem stellte Kwasniok wieder auf eine Dreierkette um und spielte im 3-4-3. Sebastian Sebulonsen rückte als dritter Verteidiger in die Dreierkette, dafür rückte Jan Thielmann rechts eine Position zurück auf die Schiene. Jakub Kaminski übernahm als Rechtsaußen, während El Mala über links kaum und Bülter im Zentrum agierte.
Fazit
Lukas Kwasniok muss mit seiner Mannschaft ein ernstes Wort reden. Die Leistung in Hälfte eins war derart erschreckend, dass sich so mancher FC-Profi erstmals in dieser Saison den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht ansatzweise das Nötige investiert zu haben. Zum Glück hatten die Geißböcke mit Said El Mala einen Spieler, der es bis zur letzten Minute versuchte und am Ende belohnt wurde. Der Ausgleich war glücklich, doch das interessierte am Ende niemanden mehr. Der FC holt einen wichtigen Zähler in Bremen.






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