Schon wieder beweist der 1. FC Köln nach zwei Niederlagen Moral. Dieses Mal aber bleiben auch viele Fragen. Der Kader stößt erstmals an seine Grenzen.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Der 1. FC Köln hat mit dem immens wichtigen Tor zum 1:1 in Bremen nicht nur den 15. Zähler nach zwölf Bundesliga-Spielen gefeiert. Zum dritten Mal in dieser Saison wehrte der FC zudem eine dritte Niederlagen in Folge ab. Wenn auch glücklich, bewies Köln einmal mehr große Moral. Diese mentale Stabilität ist eine der großen Stärken der Geißböcke und gibt Rückenwind für den Schlussspurt vor Weihnachten.
Dabei hatte man diesen Ausgang lange nicht kommen sehen. Zu schlecht war die erste Halbzeit. Erstmals in dieser Saison hatte man das Gefühl, dass nicht alle Spieler bereit gewesen waren alles zu investieren. Keine Energie, keine Gegenwehr und kein sichtbarer Plan. Dass Bremen den FC am Leben ließ, war das einzig Positive. Darüber muss Lukas Kwasniok mit seiner Mannschaft reden.
Der Euphorie etwas den Stecker gezogen
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dieses Tief wohl nur eine Frage der Zeit war. Nach dem starken Saisonstart mit der Aufstiegseuphorie hatte beim FC zuletzt der Liga-Alltag eines Teams im vermeintlich grauen Mittelfeld der Tabelle Einzug gehalten. Dass dies für die Geißböcke eigentlich ein großer Erfolg ist, versteht sich von selbst. Trotzdem zogen die jüngsten Niederlagen der Euphorie etwas den Stecker.
Hinzu kamen die zahlreichen Verletzungen, die den Kader an den Rand des Möglichen brachten. Da investierte der FC schon in neue Innenverteidiger, nur um dann einen nach dem anderen verletzt zu verlieren. Noch mal zur Erinnerung: Bis auf Cenk Özkacar ist jeder Innenverteidiger schon mehrere Wochen ausgefallen. Aktuell fehlen vier von ihnen parallel.
Vier Spieler laufen dem Geschehen hinterher
Dazu kamen Ausfälle in der Offensive – erst Marius Bülter, dann Jan Thielmann, jetzt Ragnar Ache. So bekommt Kwasniok keine Konstanz in seine Elf, muss jede Woche zwangsläufig umbauen. Bestes und gleichzeitig schlechtestes Beispiel: Jakub Kaminski, der nur noch selten auf seiner besten Position vorne links spielen kann, weil er woanders gebraucht wird.
Hinzu kommt, dass – bei allem Lob für die Sommertransfers – eben doch noch nicht alle Neuzugänge eingeschlagen haben. Alessio Castro-Montes ist ein Fremdkörper. Cenk Özkacar hat sich noch nicht an die Bundesliga gewöhnt. Zudem haben sich Jusuf Gazibegovic und Linton Maina im Kopf offenbar schon zur Hälfte aus Köln verabschiedet und sind keine Optionen mehr. So gehen Kwasniok gerade merklich die Alternativen aus.
Hinweise für Kesslers Wintertransfers
Kurzum: Der FC ist aktuell auch deswegen nicht so stabil, weil der Kader an seine Grenzen stößt. Das Gute: Sportdirektor Thomas Kessler bekommt so noch einmal Anschauungsmaterial, was im Winter zu tun sein wird. Die Geißböcke befinden sich weiterhin in einer sehr guten Ausgangsposition für den weiteren Saisonverlauf. Doch die letzten Wochen haben gezeigt, dass dem nicht mehr viel passieren darf, damit es nicht in die andere Richtung geht.







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!