Der Vorsprung des 1. FC Köln auf die Abstiegszone schmilzt. Dennoch wird die Aufsteiger sicher auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Für die Rettung nach 34 Spieltagen hat Trainer Lukas Kwasniok eine klare Rechnung aufgestellt.
Seit dem 4:1-Heimerfolg über den Hamburger SV wartet der 1. FC Köln inzwischen auf einen Sieg. Fünf Spiele in Folge konnten die Kölner seither keinen Dreier einfahren. Nur zwei von 15 möglichen Punkten sicherte sich der FC seit dem 2. November. In der Tabelle finden sich die Geißböcke damit auf Rang zehn wieder – und stehen inmitten eines großen Pools an Mannschaften, die zwischen 15 und 18 Punkten auf dem Konto haben.
Der Rückstand auf Union Berlin auf Rang acht beträgt dabei nur zwei Zähler, der Vorsprung auf Platz 14 ist inzwischen aber auch auf einen Zähler geschmolzen. Viel wichtiger für den Aufsteiger jedoch: Das Polster auf den ersten direkten Abstiegsplatz beträgt inzwischen nur noch fünf Punkte. „Man sollte nicht gelassen sein, aber man sollte die Situation rational einordnen“, sagte Thomas Kessler am Samstagabend nach der 0:2-Niederlage in Leverkusen. Und weiter: „Wir bewegen uns in einer Phase, in der viele Mannschaften eng beieinander sind.“
Verpasster Sieg gegen St. Pauli schmerzt
Im letzten Spiel vor Weihnachten, dem Heimspiel gegen Union Berlin am kommenden Samstag, sei die Mannschaft dabei in der Lage, wieder drei Punkte einzufahren. „Dann machen wir einen Strich drunter und schauen, was zu Weihnachten da steht.“ Insbesondere der in der letzter Sekunde verpasste Sieg gegen den FC St. Pauli schmerzt die Kölner noch. Mit zwei Punkten mehr auf dem Konto – und gleichzeitig einem weniger bei den Hamburgern – hätte es sich noch besser auf die Tabelle schauen lassen.
„Es tut sicher weh, wenn man in der letzten Woche in der letzten Minute das Spiel nicht gewinnt“, meinte Kessler und fügte an: „Die Bundesliga ist gnadenlos. Wir haben Erfahrungen gesammelt, der eine oder andere hat auch Bundesliga-Luft geschnuppert. Wir wissen, an welchen Themen wir zu arbeiten haben. Das werden wir tun. Und wir sind der Überzeugung, dass wir das Spiel gegen Union gewinnen können.“ Sollte der FC jedoch auch das Spiel gegen die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart verlieren und die Konkurrenz gleichzeitig punkten, würde der FC im schlechtesten Fall auf Platz 14 überwintern.
Kwasnioks Rechnung zum Klassenerhalt
Lukas Kwasniok vermeidet derweil nach eigener Aussage einen Blick auf die aktuelle Tabelle. Für den Trainer zählt ohnehin nur die Endabrechnung nach 34 Spieltagen. Dabei stellte Kwasniok einen Vergleich zur Politik an. Die Tabelle im Saisonverlauf sei dabei so, wie „wenn Umfragen gestartet werden und die Ergebnisse bei der Wahl dann völlig anders ausfallen.“ Ein Vergleich, der zumindest in gewisser Hinsicht hinkt. Denn während Umfragen versuchen, ein zukünftiges Ergebnis vorherzusagen, behauptet die Tabelle gar nichts über die Zukunft. Sie sagt lediglich aus, wo eine Mannschaft zum aktuellen Zeitpunkt steht – damit liegt sie gleichzeitig auch nie falsch.
Um in der Liga zu bleiben, wirst du ungefähr zehn Siege brauchen.
Lukas Kwasniok
Dazu gehört, dass sich der FC gerade zu Saisonbeginn ein Polster aufgebaut hat, von dem die Mannschaft nach wie vor zehrt. „Trotzdem“, weiß auch Kwansiok, „würde es uns gut zu Gesicht stehen, wenn wir in Spielen auch wieder dreifach punkten könnten.“ Der Trainer stellte dabei eine persönliche Rechnung für das Gelingen des Klassenerhaltes an: „Um in der Liga zu bleiben, wirst du ungefähr zehn Siege brauchen, aktuell haben wir vier.“
Mit einem Sieg gegen Union Berlin hätte der FC also nach 15 Spieltagen in Kwasnioks Rechnung die halbe Miete eingefahren. Mit dann 19 Punkten könnten die Kölner als Aufsteiger trotz des Zwischentiefs auch durchaus zufrieden in die Weihnachtspause gehen. Und bei einer Sache hat der FC-Trainer recht – in der Politik wie im Fußball gilt: Entscheidend ist das Endergebnis.






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