Wachablösung auf der Sechs: Martel kämpft „mit viel Energie dagegen an“

Tom Krauß hat aktuell die Nase vor Eric Martel. (Foto: IMAGO / Herbertz)
Tom Krauß hat aktuell die Nase vor Eric Martel. (Foto: IMAGO / Herbertz)

Tom Krauß hat Eric Martel beim 1. FC Köln aktuell aus der Startelf verdrängt. Je nach taktischer Ausrichtung wird die Leihgabe aus Mainz auch am Freitag gegen Wolfsburg den Vorzug erhalten. Das sagt Lukas Kwasniok zu der Situation.

Ob Eric Martel am Freitagabend gegen den VfL Wolfsburg in der Startelf von Lukas Kwasniok stehen wird, dürfte insbesondere an der taktischen Ausrichtung hängen, die der Trainer für das Spiel wählt. Da wäre zum Einen die Frage, ob der FC anders als noch in Freiburg wieder zur Dreierkette zurückkehrt. Dann könnte Martel – auch angesichts der weiterhin nicht zur Verfügung stehenden Joel Schmied und Jahmai Simpson-Pusey – die zentrale Position in der Abwehrreihe einnehmen.

Im Mittelfeld hätte der 23-Jährige derweil wohl nur dann einen Platz, sollte sich Kwasniok für zwei defensivere Sechser entscheiden. Dann „ist Eric am Start“, bestätigte der Trainer am Mittwoch zwei Tage vor dem nächsten Spiel. Im Umkehrschluss heißt das auch: Will der FC mit einem defensiven Sechser und einem offensiveren Spieler daneben agieren, der seine Stärken eher am Ball hat, wird Tom Krauß wie schon in Freiburg den Vorzug erhalten. „Wenn ich einen kreativeren Sechser neben Tom brauche, dann trifft es ihn leider“, sagte Kwasniok hinsichtlich Martel.

Martels Rolle hat sich verschoben

Zum ersten Mal seit vielen Spielzeiten ist Martel beim FC nicht mehr unangefochten. Ende März 2024 saß der Mittelfeldspieler zuletzt in einem Pflichtspiel nur auf der Bank. Ansonsten war der gebürtige Straubinger stets gesetzt. Auch Kwasniok hatte Martel vor Saisonbeginn als Ansprechpartner für die Schiedsrichter auserkoren und damit die Stellung des ehemaligen Leipzigers innerhalb der Mannschaft noch einmal hervorgehoben.

Diese hat sich nun jedoch zumindest auf dem Platz leicht verschoben. Da wären einerseits die starken Auftritte von Krauß in den vergangenen Spielen als Grund heranzuführen. Andererseits strahlt auch Martel aktuell nicht die Souveränität aus, die man beim FC viele Jahre von ihm gewohnt war. Zwar lässt sich dem FC-Profi in Sachen Einsatzwille und Leidenschaft nichts vorwerfen, dennoch hat Martel zuletzt an Stabilität verloren. Das 0:1 von Mainz 05 durch Stefan Bell, bei dem sich Martel zu leicht hatte aus dem Spiel nehmen lassen, steht exemplarisch.

„Dann muss Eric lernen, damit umzugehen“

Dass der Musterprofi mit seiner ungewohnten Reservistenrolle in Freiburg nicht zufrieden war, ist keine Überraschung. Dennoch gehe Martel damit „sehr professionell um“, wie Kwasniok erklärte. Zwar verändere es die Statik im FC-Spiel, wenn Martel nicht auf dem Platz stehe, da dieser insbesondere bei Standards mit seiner Kopfballstärke einen weiteren Mehrwert bietet. „Solange Tom so spielt, wie er spielt“, so Kwasniok weiter, gebe es an der Mainzer Leihgabe aktuell jedoch kein Vorbeikommen – auch für Martel nicht. „Er tut uns als Abgreifer und mit seinem Tempo sehr gut. Dann muss Eric lernen, damit umzugehen.“

Das ist genau die Reaktion, die ich von einem Spieler sehen will.

Lukas kwasniok über eric martel

Für Martel selbst kommt das kleine Formtief dabei freilich zur Unzeit. Während sich der Sechser so aktuell kaum für einen Top-Club im Sommer empfehlen kann, dürfte sich auch der FC genau überlegen, welches Vertragsangebot er seinem Spieler zur Verlängerung vorlegen möchte. Aktuell ruhen die Gespräche zwischen dem Club und Martel ohnehin. Erst nach Ende der Transferperiode in der kommenden Woche will Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler wieder das Gespräch mit Martel suchen.

Bis dahin wird sich Martel im Training und auch den Einsätzen, die er bekommt, beweisen müssen. „Wir werden dafür gut bezahlt, harte Entscheidungen zu treffen oder sie zu akzeptieren und trotzdem zu liefern, wenn man gebraucht wird“, merkte Kwasniok an. „Das hat Eric in Freiburg getan und er kämpft im Training mit viel Energie dagegen an. Das ist genau die Reaktion, die ich von einem Spieler sehen will.“ Und von einem Status des reinen Ergänzungsspieler ist der langjährige Leistungsträger ohnehin noch weit entfernt.

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