Ragnar Ache hat sich mit seinem fünften Saisontor gegen die TSG Hoffenheim für das Tor des Jahres beworben. So hat der Stürmer des 1. FC Köln selbst seinen traumhaften Treffer per Fallrückzieher erlebt.
Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
Cenk Özkacar konnte es kaum glauben. Als der Ball im Netz eingeschlagen war, schlug der Innenverteidiger ungläubig die Arme über den Kopf zusammen und riss die Augen weit auf, ehe er sich von der Mittellinie zur inzwischen gebildeten Jubeltraube rund um Ragnar Ache begab. Diese Bilder von seinem Teamkollegen hatte auch der Torschütze selbst nach dem Spiel schon gesehen. „Davon mache ich auf jeden Fall einen Sticker“, kündigte Ache lachend an.
Der Stürmer hatte in der 15. Minuten eine Flanke von Said El Mala artistisch per Fallrückzieher im Winkel versenkt, Hoffenheims Nationalkeeper Oliver Baumann hatte keine Chance. „Ich habe nicht viel nachgedacht, mein Körper hat sich von selber bewegt“, berichtete der Torschütze hinterher, wohlwissend, dass solche Aktionen immer auch „ein 50:50-Ding“ seien. „Geht der Ball einen Meter daneben, lacht das ganze Stadion. Entweder hat man so einen Tag, oder man hat ihn nicht.“
Mitspieler sorgen sich um Aches Gesundheit – der reagiert
Ache hatte diesen einen magischen Moment am Samstag definitiv. Auch seine Mitspieler Tom Krauß und Joel Schmied sprachen hinterher vom vermeintlichen „Tor des Jahres.“ Beide hatten aber auch ein wenig Sorge um die Gesundheit des Angreifers. „Wir hatten erst Sorge, dass seine Schulter wieder rausgesprungen war“, sagte Krauß. Schmied fügte hinzu: „Unter der Woche kann er sich teilweise kaum bewegen – und dann haut er so ein Ding raus, das ist der Wahnsinn!“
Darauf angesprochen, reagierte Ache mit Verwunderung. „Wer hat gesagt, dass ich mich unter der Woche kaum bewegen kann?“, fragte der Stürmer und musste selbst lachen. Auch Lukas Kwasniok brach auf der Pressekonferenz in schallendes Gelächter aus, als er von Schmieds Aussage hörte. „Joel ist natürlich ein ganz astreiner Zeitgenosse, der einen sehr guten Humor hat.“ Dann fügte der Trainer hinzu: „In Bezug auf die erste Phase der Saison würde ich das unterschreiben. Dass er so in der Luft lag, liegt daran, dass er seit Wochen und Monaten sehr hart arbeitet. Er ist nicht bei uns nicht mehr wegzudenken.“
Kwasniok hofft auf diese Ache-Schlagzeile
Ache selbst versuchte die Situation derweil noch einmal zu rekonstruieren: „Ich kann es selber noch nicht richtig glauben, es ging alles so schnell. Ich habe nach hinten geguckt und gedacht: ‚Wow, der fliegt ganz gut.‘ Dann bin ich aufgekommen und habe das Stadion gehört, habe nochmal nach hinten geguckt und er war tatsächlich im Tor.“
Zumindest auf das Tor des Monats dürfte Ache im ersten Schritt gute Chancen haben, wenngleich auch Kwasniok anmerkte, dass es für alle Bewerber um das Tor des Jahres ab sofort „nur noch um Platz zwei“ ginge. Zunächst hat der Stürmer nach seinem Traum-Tor jedoch eine – wenn wohl auch nicht ganz ernstgemeinte – Sorge: „Ich hoffe nicht, dass ich jetzt einen ausgeben muss.“ Sein Trainer hofft derweil vorerst auf die Schlagzeile „König der Lüfte“ und fügte hinzu: „Raggy: All Credits to you!“








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