Der 1. FC Köln ist beim FC St. Pauli nach Einschreiten des VAR zu einem 1:1 gekommen. Alexander Blessin lobte zwar genau wie die Kölner Verantwortlichen das Schiedsrichtergespann, zeigte nach Ansicht der Elfmeter-Szene jedoch wenig Verständnis für den Videoassistenten.
Thomas Kessler gab in den Katakomben des Millerntor-Stadions gerade seine Einschätzung zum 1:1 beim FC St. Pauli ab, da fielen im Hintergrund unschöne Worte. Sie stammten von Alexander Blessin, der wutentbrannt in Richtung Kabine stapfte und vor sich her schimpfte. St. Paulis Trainer hatte sich gerade die Elfmeter-Szene vor dem Ausgleichstreffer des 1. FC Köln noch einmal angeschaut – nun musste er mächtig Dampf ablassen.
Auf der anschließenden Pressekonferenz gab sich Blessin dann alle Mühe, seine Emotionen im Zaum zu halten „Ich war echt ruhig und bin es auch weiterhin. Ich muss ja aufpassen.“ Der 52-Jährige nutzte die Chance jedoch, um seinen Ärger zu erklären: „Ich dachte, der Kontakt war zuerst von Karol Mets, sodass es ein klarer Elfmeter ist, aber man muss ganz ehrlich sagen: Der Fuß von Kaminski geht zuerst auf die Wade von Karol, dadurch ist es kein Foul.“
Trotz Elfmeter-Kritik: Beide Seiten loben Schiedsrichter
Nach seinem Studium der Zeitlupen vertrat Blessin die Meinung, dass Jakub Kaminski, der in der 83. Minute in den Hamburger Strafraum gedribbelt und nach einem Zweikampf mit Mets schreiend zu Boden gegangen war, den Pauli-Torschützen zuerst getroffen hatte. Videoassistent Christian Dingert, der sich in der Champions League zuletzt schon der Wut des FC Barcelona ausgesetzt sah, habe dem hauptverantwortlichen Referee Matthias Jöllenbeck die falschen Sequenzen vorgespielt.
„Das Schiedsrichtergespann muss ich absolut loben, sie haben es gut gemacht – wirklich allererste Sahne“, sagte Blessin und ließ sein „Aber“ folgen: „Da hat der VAR Probleme gehabt, die richtigen Szenen zu zeigen. Da hätte man nicht den Punkt des Treffers zeigen müssen, sondern den Schritt davor. Das ist sehr, sehr ärgerlich, die drei Punkte wären nicht unverdient gewesen.“ St. Pauli hätte den Rückstand auf die Geißböcke auf fünf Punkte verkürzt und wäre zumindest über Nacht punktgleich mit dem Tabellen-15. Bremen gewesen.
Mets: „Er war clever und ich war ungeschickt“
In den Wiederholungen lässt sich tatsächlich erahnen, dass zunächst Kaminskis linke Fußspitze die linke Wade von Mets trifft. Ob Dingert den ersten Kontakt zwischen dem FC-Star und dem estnischen Nationalspieler als nicht relevant erachtete oder wie von Blessin vermutet fälschlicherweise übersah, blieb offen. Mets, der Pauli nach 69 Minuten zunächst in Führung gebracht hatte, wunderte sich jedenfalls nicht über den Pfiff.
Nach Spielende gab der Innenverteidiger freimütig zu: „Ich habe sein Bein deutlich berührt. Der Ball ging ins Aus, ich hatte also keine Chance, den Ball zu spielen.“ Er verspürte demzufolge kein vorheriges Foul des Kölners. Kaminski habe „sein Bein sehr gut reingestellt und es gab einen Kontakt“, fuhr Mets fort: „Ich denke also, es ist ein Elfmeter. Er war clever und ich war ungeschickt.“
Klarer Elfmeter aus Sicht des 1. FC Köln
Die Kölner Verantwortlichen zeigten naturgemäß wenig Interesse, den Elfmeterpfiff zu hinterfragen, sahen dafür auch keinen Anlass. „Ich habe die Szene nur auf meinem Handy gesehen, direkt im Spiel. Für mich ist es ein Elfmeter, Kuba wird klar gefoult“, sagte Sportboss Kessler, nachdem Blessin wie eingangs erwähnt in seinem Rücken gewütet hatte.
Trainer René Wagner erklärte derweil: „Beim Elfmeter sah es für uns recht klar aus, unsere Spieler haben es sofort angedeutet und die Paulianer haben nicht lamentiert. Das Schiedsrichtergespann war sich schnell sicher, dass es dazu kommen kann. Da gab es eine gute Kommunikation und ich bin froh, dass es so gekommen ist.“ Blessin ging es da anders.








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