Kathy Hendrich ist der Königstransfer der Frauen des 1. FC Köln für die neue Saison: Die deutsche Nationalspielerin wechselte in der vergangenen Woche aus Chicago in die Domstadt. Beim Testspiel gegen Twente Enschede feierte die Innenverteidigerin ihre ersten Minuten im FC-Trikot – und sprach danach über ihren Neustart, die Umstellung von den USA in die Bundesliga und ihre Rolle als Vorbild.
Das Interview führte Marie Reiners
GEISSBLOG: Kathy, gegen Twente waren es Deine ersten 30 Minuten für den FC. Wie fühlst Du Dich?
KATHY HENDRICH: „Sehr gut. Ich habe mich gefreut, dass ich schon einige Minuten bekommen habe, das hat sehr viel Spaß gemacht. Es war ein guter Test, alle waren voll da. Wir haben viel durchgewechselt, aber das hat man gar nicht so extrem gemerkt.“
Du bist ja erst seit ein paar Tagen da. Wie bist du angekommen?
„Gut, ich habe schon zweimal mit der Mannschaft trainiert. Ich bin super aufgenommen worden, die Mädels sind alle sehr nett. Ich kannte auch schon viele, das macht es einfacher.“
Du kennst insbesondere auch Marina Hegering. Vielleicht spielst Du sogar neben ihr. Ist das schon fast Routine?
„Auf jeden Fall keine Unbekannte, genauso wie hinten mit Lisa Schmitz, wir haben auch schon häufiger zusammengespielt. Das hilft sehr. Aber am Ende macht es wahrscheinlich keinen großen Unterschied, mit wem man spielt – die Stärken sind alle sehr ähnlich.“
Wie funktioniert die Umstellung für Dich, aus Amerika hierhin in die Bundesliga? Worauf freust Du Dich am meisten?
„In Amerika ist es mehr Konterspiel, es geht mehr hin und her. In Europa geht es viel um Ballbesitz und ist sehr taktisch geprägt, das wird die größte Umstellung. Aber ich freue mich darauf, ich mag beide Arten, Fußball zu spielen.“
Was sind Deine persönlichen Ziele beim FC jetzt?
„Ich möchte einfach mit der Mannschaft erfolgreich sein. Wir haben eine richtig gute Mannschaft mit sehr viel Potenzial, und ich wünsche mir, dass wir in der Tabelle so weit wie möglich nach oben klettern.“
Du hast mit Britta Carlson auch schon Kontaktpunkte im DFB gehabt. Erleichtert Dir das jetzt das Ankommen?
„Auch da gilt: Je mehr Menschen man schon kennt, umso mehr weiß man, wie man sie einzuschätzen hat. Ich weiß, was sie als Trainerin verlangt und erwartet, aber das ist auf jeden Fall kein Nachteil.“
Wo siehst Du die Mannschaft am Ende der Saison?
„Das ist immer schwierig zu sagen, weil man danach darauf festgenagelt wird. Ich bin kein Freund davon, zwischendurch auf die Tabelle zu gucken, ich fokussiere mich lieber jeden Tag im Training darauf, was zu tun ist. Man will immer gewinnen, das sollte im Spiel immer das Ziel sein.“
Was bedeutet es für Dich, beim FC zu spielen, näher an Deiner Heimat?
„Für mich ist es ein Nachhausekommen. Ich habe hier in der Nähe angefangen, vor allem auch mit Lisa und Marina in einer Mannschaft damals – irgendwie fühlt es sich an, als würde sich ein Kreis schließen. Und es ist von Vorteil, dass die Familie nicht weit weg ist.“
Du bist auch ein Vorbild für die jüngeren Spielerinnen im Kader. Was gibst Du ihnen mit auf den Weg?
„Ich versuche einfach, ich selbst zu sein und das zu machen, was ich sonst auch mache. Ich will zeigen, dass man viel erreichen kann, wenn man täglich gut arbeitet und fokussiert bleibt. Ich hoffe, ich kann das den anderen so vorleben.“






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