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Zum 50.: Bodo Illgner wünscht sich Köln nach Europa!

Einen Tag vor dem Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach feiert eine FC-Legende ihren 50. Geburtstag. Bodo Illgner wird am Samstag zwar nicht im Stadion sein. Den Traum einer Rückkehr in die Bundesliga hegt der Weltmeister-Keeper von 1990 aber noch immer.

Köln – Er beerbte einst Toni Schumacher zwischen den Pfosten der Geissböcke, wurde mit Deutschland Weltmeister, absolvierte insgesamt 374 Pflichtspiele für den Effzeh und wurde mit seiner Frau Bianca zusammen ebenso bekannt wie gefürchtet, spätestens durch seinen Transfer 1996 zu Real Madrid. Heute lebt der in der Öffentlichkeit zurückhaltende Torhüter in Spanien und den USA gleichermaßen.

In Florida arbeitet Illgner inzwischen als Fußball-Experte im US-Fernsehen, hat längst eine Ausbildung zum Sportdirektor abgeschlossen, hielt sich bislang aber von Deutschland auffallend fern. Das könnte sich nun ändern, wenn es nach dem Jubilar geht. Am liebsten würde er künftig als Sportchef bei einem Klub in der Bundesliga arbeiten. In Köln ist die sportliche Leitung aber aktuell von Jörg Schmadtke und dessen rechter Hand Jörg Jakobs besetzt. „Schmadtke macht exzellente Arbeit“, lobte Illgner im Interview mit dem „kicker“. Sein Geburtstagswunsch wäre, wenn der eingeschlagene Weg der Geissböcke „nach Europa führen“ würde.

Der FC hat nur noch von seinem großen Namen gelebt

Seit 1996 ist Illgner raus aus Köln. Nach seinem Nacht-und-Nebel-Transfer am 31. August 1996 vom Effzeh zu Real Madrid hat er seine Zelte nie wieder dauerhaft in Köln aufgeschlagen. Anfangs auch, weil die Geissböcke ihm die Flucht übel genommen hatten. Später, weil Illgner mit seiner Frau Bianca und inzwischen drei Kindern entschieden, im Süden und damit in der Wärme wohnen zu bleiben. Dass es ihn zum Effzeh zurückführen wird, erscheint aktuell nicht direkt vorstellbar. Doch Illgner erinnerte im Interview mit dem Fachmagazin auch daran, dass die Liaison mit dem Effzeh schon weit vor dem Wechsel häufiger auf der Kippe stand.

1987, erklärte der Keeper, hatte er bereits beim 1. FC Nürnberg unterschrieben, ehe Toni Schumacher wegen seines Buchs „Anpfiff“ ins Abseits geriet und Illgner über Nacht zur Nummer eins des Effzeh wurde. Hätte Schumacher das Buch als nicht oder erst später veröffentlicht, wäre Illgner nicht mehr bei den Geissböcken gewesen. Auch 1994 hätte der Torhüter den Effzeh beinahe verlassen. Der Karlsruher SC wollte Illgner als Nachfolger für Oliver Kahn verpflichten. Und Illgner wiederum wollte aus der Domstadt weg, „weil der FC nur noch von seinem großen Namen gelebt hat, wir nicht mehr international spielten. In den Verhandlungen hat mich die Selbstgefälligkeit der FC-Verantwortlichen geärgert.“ Dennoch verlängerte Illgner noch einmal, ehe zwei Jahre später das abrupte Ende kam.

Der in der Öffentlichkeit als unnahbare wahrgenommene, in Privaten aber lediglich zurückhaltende Illgner denkt nun über eine Rückkehr nach Deutschland nach. Ob er dann auch wieder den Kontakt zum Effzeh suchen wird? Mit Vize-Präsident Toni Schumacher und Hausmeister Hansi Dentinger gibt es jedenfalls noch ein paar bekannte Gesichter, die den ehemaligen Keeper am Geißbockheim willkommen heißen würden. Und dann würden sie wohl auch noch nachträglich sagen: „Herzlichen Glückwunsch zum 50., Bodo!“


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