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Kommentar: Ein bisschen Frieden für ein bisschen Freude


Der 1. FC Köln und die aktive Fanszene haben einen Burgfrieden geschlossen: Beide Seiten haben sich bewegt, der Effzeh hat einen Großteil der Stadionverbote aufgehoben, die Fans, insbesondere die Ultras, einen Wertekatalog vorgelegt, für dessen Einhalten sie selbst sorgen wollen. Doch da fängt das alte Problem schon wieder von neuem an. Ein Kommentar.

Köln – Es besteht zunächst einmal kein Zweifel: In einer Gesellschaft wie Deutschland hat jeder eine zweite Chance verdient. Diese Chance hat der Verein seinen Fans, insbesondere den „Boyz“, eingeräumt. Ist der Verein also umgefallen? Nein. Sechs Monate hatte der FC die Stadionverbote aufrecht erhalten. Nun dürfen die Betroffenen wieder rein – auf Bewährung! Denn klar ist: Vorfälle wie in Mönchengladbach müssen der Vergangenheit angehören. Sonst wird der Klub endgültig den Stecker ziehen.

Nicht mit uns!

Das Problem ist: Bei den betroffenen Fangruppen herrscht eine Grundhaltung, die sehenden Auges auf den nächsten Konflikt hinsteuert. In Sachen Pyrotechnik sind für sie nicht die Fackeln das Problem, sondern der DFB, der diese verbietet und dem Verein Strafen dafür auferlegt, der diese wiederum an die Fans weitergibt. Einige Anhänger werden deshalb auch in Zukunft ganz bewusst und provokativ gegen geltendes Recht verstoßen, um dagegen zu protestieren und zu zeigen: „Nicht mit uns!“

Nicht mit Euch!

Das wird allerdings irgendwann dazu führen, dass der Klub wiederum sagt: „Nicht mit Euch!“ Denn der Effzeh dürfte beim nächsten schweren Vorfall nicht nur gegenüber dem DFB in Erklärungsnot geraten, sondern auch gegenüber dem Großteil seiner zahlreichen, anderen Fans und auch gegenüber seinen Sponsoren.

Nun herrscht aber erst einmal ein bisschen Frieden für ein bisschen Freude auf den Rängen. Denn dort, in der Südkurve sollen und wollen die Ultras wieder für Stimmung sorgen. Und so wird es der Effzeh in den nächsten Wochen wohl handhaben wie Nicole in ihrem berühmten Lied „Ein bisschen Frieden“: „Ich singe als Antwort im Dunkel mein Lied – und hoffe, dass nichts geschieht.“

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