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Gefährliches Gladbach: Frust, Ratlosigkeit und Trotz

Borussia Mönchengladbach geht am Stock. Nach fünf Niederlagen in Folge wirken Trainer und Spieler desillusioniert. Nach Wochen der sportlichen Talfahrt kam am Dienstagabend auch noch das Hadern mit dem Schiedsrichter hinzu. Das 0:3 beim FC Sevilla war der trostlose Tiefpunkt eines katastrophalen Saisonstarts. Was die Aufgabe für den 1. FC Köln im Derby am Samstag nicht einfacher macht. Im Gegenteil.

Mönchengladbach – Peter Stöger meinte kürzlich, die Champions-League-Teilnahme bekomme man in der Bundesliga nicht in der „Tombola“ überreicht. Soweit hat er Recht. Doch die Fohlen zeigten am Dienstag, dass sie von Europas Elite aktuell Lichtjahre entfernt sind. „Sevilla vernichtet ein kraftloses Gladbach, das niemals ein Rivale war“, schrieb die Sportzeitung „Estadio Deportivo“ aus Sevilla. Dem war nichts hinzuzufügen.

Nicht einfach ohne Selbstbewusstsein

Gegen den Europa-League-Sieger der letzten Saison war Gladbach schlichtweg chancenlos. Nach einer halbwegs passablen ersten Halbzeit fiel die Elf vom Niederrhein in der zweiten Halbzeit in sich zusammen. Und das nicht nur, weil man drei Elfmeter kassiert, von denen nur einer strittig war. „Im Moment wird alles knallhart bestraft“, meinte Tony Jantschke. „Das ist im Moment eine bittere Phase für uns Verteidiger. Vier Jahre lang war die Abwehr unser Prunkstück.“

Das große Problem: Trainer Lucien Favre schafft es bislang nicht, die Sommer-Abgänge (Christoph Kramer, Max Kruse) und die Verletzten (Martin Stranzl, Alvaro Dominguez) zu ersetzen. Für Neuzugang Lars Stindl hat er noch nicht die optimale Position gefunden, Kruse-Ersatz Josip Drmic sitzt bislang nur auf der Bank. Und die Viererkette besteht entweder aus Teenagern oder dem in die Jahre gekommenen Roel Brouwers. „Jeder hat mit sich selbst zu tun, jeder macht einfachste Fehler“, stellte Ersatzkapitän Jantschke fest. „Jeder muss zusehen, dass er diese Fehler wieder minimiert. Aber das ist natürlich nicht einfach ohne Selbstbewusstsein.“

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