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"Können nicht verlangen, dass uns die Leute applaudieren"

Es war im Herbst 2014, als der 1. FC Köln vier Spiele hintereinander im RheinEnergieStadion enttäuschte. Gegen den SC Freiburg (0:1), Hertha BSC (1:2), den FC Augsburg (1:2) und Mainz 05 (0:0) holte Köln gerade einmal einen Punkt. Alle Spiele, so hatte man im Umfeld der Geissböcke geglaubt, gegen schlagbare Gegner. Pustekuchen!

Auch im Jahr 2015 hält der Herbst eine solche Heimserie an Spielen bereit: Ingolstadt, Hannover, Hoffenheim, Mainz, Augsburg. Der eine kölsche Reflex sagt: elf Punkte (drei Siege, zwei Unentschieden) sollten es mindestens sein. Der andere kölsche Reflex erinnert sich an letzte Saison, schluckt kräftig und sagt: Bitte nicht schon wieder!

Fast jedes Spiel auf des Messers Schneide

Vor dem Spiel gegen den FC Ingolstadt am Freitagabend ist sich Peter Stöger der Erwartungshaltung des Umfelds ebenso bewusst wie den Gefahren der nächsten Wochen. „Wir erwarten von uns selbst eine Weiterentwicklung, die muss aber in einem realistischen Rahmen sein.“ Heißt: Wie schon in den ersten sechs Saisonspielen dürfte sich fast jedes Spiel auf des Messers Schneide entscheiden – egal, gegen welchen Gegner.

Die bevorstehenden Heimspiele bergen allerdings ein Gefahrenpotential. Denn schon im Derby gegen Borussia Mönchengladbach hatte es im Laufe der ersten Halbzeit Pfiffe gegeben. Pfiffe, die Stöger registriert hat. „Die Erwartungshaltung ist okay“, sagt Stöger vorsichtig. „Die Mannschaft hat damit kein großes Problem. Wir müssen uns darauf einstellen, dass Leute in der Halbzeitpause bei einem 0:0 gegen Gladbach ihren Unmut äußern. Wir können nicht verlangen, dass uns die Leute applaudieren, wenn ihnen nicht danach ist.“

Ruhe im Spiel, Ruhe im Umfeld

Peter Stöger erklärt Frederik Sörensen taktische Details. Dominic Maroh schaut im Hintergrund zu.

Stöger und Sörensen im Gespräch.

Insgeheim haben ihn die Pfiffe geärgert. Stögers junge Mannschaft, so empfindet der Österreicher, hat es sich verdient, aufgrund von 13 ungeschlagenen Heimspielen in Folge von allen Heimfans unterstützt zu werden. Darauf hofft er nun auch wieder gegen den FC Ingolstadt. Denn schon jetzt dürfte klar sein: Die Partie wird ein Geduldsspiel werden.

Auch deswegen sprach Stöger beim Anschwitzen am Freitagvormittag noch einmal eindringlich mit mehreren Spielern, darunter Frederik Sörensen und Leonardo Bittencourt. Die Ruhe im Spiel der Kölner dürfte ein entscheidender Schlüssel gegen kompakte Ingolstädter sein. Ganz nach dem Motto: Ruhe im Spiel, um anschließend wieder Ruhe im Umfeld zu haben.

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