Yuya Osako im Zweikampf mit Roger: Der 1. FC Köln trennt sich 1:1 vom FC Ingolstadt. (Foto: Jörg Schüler)

Sündenbock Osako? Stöger nimmt Japaner in Schutz

Manchmal entscheiden ein, zwei Szenen in 90 Minuten darüber, ob ein Spieler zufrieden oder unzufrieden vom Platz geht. Yuya Osako war nach dem 1:1 (1:1) des 1. FC Köln gegen den FC Ingolstadt untröstlich. Er hatte zwei Großchancen vergeben, die dem Effzeh den Sieg hätten bescheren können. Als Sündenbock wollte ihn sein Trainer aber nicht stehen lassen.

Köln – “Yuya hat unserem Spiel gut getan”, sagte Trainer Peter Stöger nach der Partie am Freitagabend. Osako hatte abgesehen von den beiden vergebenen Möglichkeiten eine gute erste und eine weniger gute zweite Halbzeit gespielt. “Ich wechsle normalerweise gerne”, sagte Stöger, der nur einen seiner drei möglichen Wechsel ausgenutzt hatte (Svento für Bittencourt). “Das ist auch ein Zeichen, dass ich mit dem, was ich gesehen habe, sehr zufrieden war.” Folglich auch mit Osako.

Das sahen viele Fans anders. In den sozialen Netzwerken war Osako schnell als Schuldiger für den verpassten Sieg ausgemacht. Schon in der zweiten Spielminute hatte der Japaner nach einer Zoller-Hereingabe aus fünf Metern mit einem Seitfallzieher das 1:0 verpasst. Tobias Levels hatte irgendwie noch sein Bein zwischen Ball und Tor bekommen. Dieses Kunststück hatte dann in der 83. Minute Ramazan Özcan im Tor der Ingolstädter geschafft, als der mit seiner Schulter einen Drehschuss Osakos aus sechs Metern über das Tor lenkte.

“Es waren natürlich Großchancen, das ist klar”, sagte Stöger. “Aber Yuya wollte da nichts kompliziertes machen. Mal war ein Bein dazwischen, mal eine Schulter. Das passiert.” Tatsächlich hatte Osako die Chancen nicht kläglich vergeben, sondern war an gut reagierenden Gegenspielern gescheitert. Dennoch blieb der Eindruck, den Torhüter Timo Horn hinterher so formulierte: “Wenn man das ganze Spiel nimmt und die Chancen von Yuya, gewinnt man das Spiel normalerweise 3:1. So steht man mit einem Punkt da.”

Weiterlesen: “Wenn er so weiterarbeitet, wird er bald treffen”

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