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"Versager": Neue Provokation im Fan-Zoff um das Derby

Der GEISSBLOG.KOELN fragte bei Präsident Werner Spinner und dem Fanbeauftragten Rainer Mendel nach. Beide erklärten, im Vorfeld des Derbys dazu nicht mehr Stellung nehmen zu wollen. Der Effzeh hält sich bewusst mit verbalen Kontern zurück, wohlwissend, dass eine Antwort auf das Schreiben des Supporters Club eine neuerliche Reaktion nach sich ziehen würde.

Klar ist aber auch: Im Geißbockheim ist man verwundert ob der Stellungnahme. Schon Geschäftsführer Jörg Schmadtke hatte vergangene Woche erklärt: „Ich will nur noch einmal auf etwas hinweisen, weil es in der Diskussion in meinen Augen etwas zu kurz kommt: Personalisierte Karten sind keine Idee, die von uns kommt. Das hat uns der DFB aufs Auge gedrückt. Vielleicht kann man das mal zur Kenntnis nehmen und nicht so tun, als ob wir uns etwas ausgedacht hätten, um Gladbacher von unserem Stadion fern zu halten. Das ist nicht der Fall.“

Gladbach stimmte reduziertem Ticketkontingent zu

Damit hatte Schmadtke aber nur zur FC-Seite Stellung bezogen. Denn auch die Gladbacher hatten nach dem Derby im Februar vom DFB Strafen auferlegt bekommen. So wird es auch im Rückspiel im Borussia-Park personalisierte Tickets geben – und zwar für alle Köln-Fans. Ebenso wird auch dort das Ticketkontingent reduziert sein, sodass die Borussia die übrigen Tickets an die eigenen Mitglieder verkaufen kann.

Darüber hinaus hatte Borussia Mönchengladbach der Ticketreduzierung für das Auswärtsspiel in Köln selbst zugestimmt, nachdem diese nicht im offiziellen DFB-Urteil enthalten gewesen war. In einer Sondersitzung zwischen Gladbach, FC und DFB sowie Vertretern der Polizei hatten sich alle Parteien darauf geeinigt, in beiden Derbys der Saison 2015/16 ein geringeres Ticketkontingent für die Auswärtsspiele zu beziehen.

Das Thema wird die Fan-Szene also auch noch über das Derby am 19. September hinaus begleiten. Zumal es vor einem Jahr beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in Köln hässliche Jagdszenen beider Fangruppierungen auf den Jahnwiesen gegeben hatte. Jener Bereich vor der Kölner Südkurve, zu dem die Gäste-Fanszene, die sich nun als besonders beliebt und friedlich einstuft, eigentlich keinen Zugang hätten haben sollen.

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6 Kommentare
  1. Guido says:

    Ich habe als FC-Fan mal mit „befreundeten“ ( ;-) ) Gladbach-Fans gesprochen: sie hätten gar kein Problem damit Karten nur gegen Personalien zu bekommen.

    Wahrscheinlich sind unter den Gladbach-Fans, die das Spiel nun boykottieren wollen, auch welche, die Karten für die bevorstehende EM in Frankreich erwerben möchten.

    Jeder Fussball-Fan, der aber zu einer EM oder WM fahren möchte, muss seine kompletten Personalien preisgeben, sonst hat man gar keine Chance an Eintrittskarten zu gelangen.

    Und jetzt in der Bundesliga soll das auf einmal ein Problem sein!? Dann soll man zu Hause bleiben und weiter die beleidigte Leberwurst spielen.

  2. Manni says:

    Evtl. ist mit der Betitelung als „Versager“ die Tatsache angesprochen, dass vor dem Derby in Köln die FC-Vereinsführung ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht worden ist, dass der damals von Kindern und Jugendlichen (!) gestaltete Sichtschutz des Jugendzentrums (!) „De Kull“ in der Hand Kölner Fans ist und voraussichtlich präsentiert werden wird. Dass dagegen nichts, aber auch gar nichts unternommen wurde, kann man wohl als Versagen einschätzen…

  3. Chris says:

    Neutral muss man sagen, dass Gladbach tatsächlich unfair behandelt wird. Die Strafe bezieht sich auf das Rückspiel, bei dem Gladbach sich tatsächlich nichts zu schulden lassen hat kommen. Ich würde es auch unfair finden, wenn der Gegner (der das Feld gestürmt hat) mit noch mehr Tickets belohnt wird.

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